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Kölns leere Häuser

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Ein Banner hängt an einem Balkon.
Kalle Gerigk
Ein Banner hängt an einem Balkon.

Es ist ein riesiger und ausgestorbener Häuserkomplex, der da in Köln Klettenberg ganz nah am Beethovenpark steht. Die Hausnummern 3, 5 und 7 in der Friedrich-Engels-Straße wurden früher vom sowjetischen Geheimdienst KGB genutzt. Auch heute sind sie noch im Besitz der Russischen Föderation. Die Gebäude sind nur ein Beispiel für die Probleme mit Leerständen in Köln. Auch in anderen Häusern der Stadt brennt seit Jahren kein Licht mehr hinter den Fenstern.

Das Licht bleibt aus

Um die “Geisterhäuser” herrscht seit langer Zeit Aufruhr. Am 04. Juni erst besetzten Aktivist:innen zum wiederholten Mal das Haus Nummer 7 in Klettenberg. Sie kritisieren, dass die gut 80 Mieteinheiten dort seit Jahren leer bleiben, während in anderen Stellen Kölns Menschen in Not kein eigenes Bett zum Schlafen haben. Darum fordern sie, dass die Stadt das Haus beschlagnahmt und als sozialen Wohnraum nutzt. Im Gegensatz zu einer Enteignung, kann eine Beschlagnahme relativ schnell umgesetzt werden und würde vorgehen ohne, dass die Eigentümer:innen wechseln.

Doch die Stadt zögert. Falls sie die Häuser beschlagnahmen würde, müsse sie die leerstehenden Gebäude auf Sanierungsbedarf prüfen und schauen, ob sie als Unterkunft für Geflüchtete und wohnungslose Personen geeignet sind. Eine zeitnahe Lösung sähe sie daher nicht.

“Wenn die Stadt nicht handelt, dann handeln wir!”

Wohnungs-Aktivist Kalle Gerigk setzt sich seit Jahren für das Recht auf Wohnen ein. Er kennt die Problematik um den Leerstand zur Genüge, auch in der Friedrich-Engels-Straße 7 hat er durch die Besetzer:innen und die Hausverwaltung einen Überblick zum Zustand des Gebäudes gewonnen. “Das Haus ist bezugsfertig,” sagt er. Noch bis 2017 hat das Kölner Immobilienunternehmen GAG hier Menschen untergebracht. Dann kam die Kündigung durch die Russische Föderation. Seitdem herrscht gähnende Leere.

Kalle Gerigk mit Banner "Recht auf Stadt".
Kalle Gerigk
Kalle Gerigk mit Banner "Recht auf Stadt".

Kalle Gerigk will also weitermachen, laut sein, appellieren: “Wenn die Stadt nicht handelt, dann handeln wir!” Sollte also keine Reaktion der Stadt kommen, hofft er auf die Aufmerksamkeit Russlands - zum Beispiel durch eine Anzeige. Dann bliebe das Thema in der Öffentlichkeit.

Es muss was passieren

Und Menschen in Not? Aktuell gibt es rund 9.800 Geflüchtete, die in Köln untergebracht werden müssen. Die Stadt sagt, dass bei einer so hohen Zahl die Standards für Unterkünfte nicht durchgehend erfüllt werden können. Kalle Gerigk sagt, er habe schon mitbekommen, wie Mütter mit Kindern in Bürofluren schlafen. Sicher ist: Eine Lösung muss her.

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