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Was hat das Klimacamp bewirkt?

Verfasst von Lina Turns am

Climate change is real. Seit vielen Jahren gibt es Klimabewegungen wie die Fridays for Future, Students for Future oder Parents for Future, die auf die Auswirkungen des Klimawandels sowie die Dringlichkeit von Veränderung aufmerksam machen und konkrete Forderungen an die Politik stellen. Von Anfang Juni 2021 bis kurz nach der Bundestagswahl im September stand auf der Uniwiese in Köln ein Klimacamp als offener Ort für Information, Austausch und Protest, aber auch eine Art dauerhaftes Mahnmal für den Zustand unseres Klimas.

Warum gibt es solche Klimabewegungen?

„Seit Beginn der Industrialisierung hat sich die Erde laut IPCC [Intergovernmental Panel on Climate Change, dem nationalen Ansprechpartner zum Weltklimarat] bereits um circa ein Grad Celsius erwärmt,“ heißt es einleitend auf der Webseite von Fridays for Future.

„Fridays For Future fordert die Einhaltung der Ziele des Pariser Abkommens und des 1,5°C-Ziels.“ Dazu ist es nötig die Treibhausemissionen schnellstmöglich und drastisch zu verringern. Das geht nur mit einer entsprechenden Klimapolitik, die bis jetzt von Deutschland noch nicht ins Visier genommen wurde. „Der aktuelle klimapolitische Kurs in Deutschland ist mit diesem Abkommen unvereinbar und muss durch ein auf dem 1,5 °C-Ziel beruhendes Klimaschutzgesetz sowie eine zukunftsorientierte und nachhaltige Zusammenarbeit auf europäischer und globaler Ebene ersetzt werden,“ lautet das Statement der Aktivisten weiter. Noch sei es möglich, eine Klimakatastrophe zu verhindern. Da die Stimmen der Streikenden von der Politik kaum gehört werden, sehen sie sich gezwungen, weiter zu protestieren.

Die expliziten Forderungen sind auf https://fridaysforfuture.de/forderungen/ nachzulesen.

Die Funktion von Klimacamps

Mit 12 Klimacamps in Deutschland ist der Protest dauerhaft sichtbar. Die Camps sind in erster Linie da, um gesehen zu werden und die Forderungen von Fridays for Future zu vertreten. Besonders vor der Bundestagswahl wollten die Beteiligten der Klimacamps dafür sorgen, dass die Klimakrise bei unserer Wahlentscheidung berücksichtigt wird. Pressesprecherin Ann-Sophie Bullemer des Klimacamp Köln erklärt: „Ein Umschwung ist notwendig und möglich durch organisierte Aktionen und eine progressive Wahlentscheidung. Wir wollen eine Plattform schaffen, auf der man sich vernetzen, austauschen und informieren kann.”

Klimacamps sind ein offener Ort für alle. Man kann jederzeit vorbeikommen und sich mit den Campenden, die Tag und Nacht vor Ort sind, unterhalten und austauschen. Außerdem gab es hier in Köln täglich spannende Programmpunkte, wie Diskussionsrunden, Wahlprogramme unter der Lupe, Musikacts, Yoga, Kleider- oder Pflanzentauschbörsen und vieles mehr.

Besucher:innen waren meist Anwohner:innen aus dem Veedel oder Studierende. „Es kommen viele Leute mit Fragen oder suchen oft auch Antworten, die ihnen die Politik wahrscheinlich nicht geben kann. Man sieht, dass sich schon viele Leute damit beschäftigen, aber auch nicht zufrieden sind mit der aktuellen Situation,“ erzählt Pressesprecherin Ann-Sophie, „Wir geben ihnen mit auf den Weg, sich damit zu beschäftigen, mit auf die Straße zu kommen oder in ihrem Rahmen etwas zu machen.“ Diese Art von Austausch war die Kernaufgabe des Klimacamps und auch trotz eher begrenzter Reichweite ein Erfolg: „Alleine schon kleine Gespräche mit Leuten, wo man das Gefühl hat, die finden das gut oder überlegen nochmal. Vielleicht gehen sie nach Hause und nehmen was für sich mit. Das ist auf jeden Fall ein Ziel, dass wir hier schon erreicht haben und natürlich die Vernetzung innerhalb der Gruppe, sowie der Austausch mit anderen Gruppen.“

Wie kam die Aktion Klimacamp bei Kölner:innen an?

Für Studierende war das Klimacamp auf den Uniwiesen so gut wie unübersehbar, „Ich bin schon daran vorbei gegangen und habe geschaut, war aber noch nicht dort“ äußert sich Student Marian. Er findet es gut, wenn man sich mit konkreten Zielen für das Klima einsetzt. Andere wurden durch die Veranstaltungen neugierig: „Wir haben mal bei einem Konzert zugehört und angefangen auch mit den Leuten drumherum zu reden,“ erzählt Kim, Studentin der TH Köln, „Es war toll, dass Leute zusammengekommen sind und über die Themen diskutieren. Das war total wichtig. Ich hatte auch das Gefühl, es ist jede:r willkommen.“

Auch Ann-Sophie berichtet von vorwiegend positivem Feedback: „Die meisten Besucher:innen, mit denen ich ins Gespräch gekommen bin und vor allem Studierende, finden das immer cool. Auch Polizist:innen haben sich positiv dazu geäußert. Ganz vereinzelt gibt es Leute, die das Ganze nicht für sinnvoll halten.“ Für Kim war der Besuch im Camp jedoch sehr sinnvoll: „Es hat mich motiviert weiter mit Leuten im Diskurs zu stehen, denn ich glaube, dass man etwas verändern kann, wenn man sich austauscht. Gerade mit Leuten, die vielleicht nicht deiner Meinung sind.“


Quellen: https://fridaysforfuture.de/forderungen/

Ann-Sophie Bullemer, Pressesprecherin des Klimacamp Köln

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