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Digitale Gruppenarbeiten sind schwierig aber können trotzdem gelingen.

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Seit dem Lockdown sind nicht nur Vorlesungen und Seminare online, auch Gruppenarbeiten müssen vermehrt im digitalen Raum stattfinden. Diese können frustrierend sein, da vor allem der soziale Austausch reduziert ist. Guido Hertel, Professor für Organisations- und Wirtschaftspsychologie beschäftigt sich in seiner Forschung mit digitaler und analoger Gruppenarbeit und erklärt: ,,Die sozialen Kontakte leiden, weil viele Informationen und die Qualität des Zusammenseins verloren gehen, wenn man sich nur „zweidimensional“ gegenübersitzt’’.

Intermedia-Studentin Annika beschreibt ihre Erfahrungen mit digitalen Gruppenarbeiten als: ,,Einfach nicht das Gleiche; Der Spaßfaktor des gemeinsamen Arbeiten fehlt mir sehr.’’

Nonverbale Signale gehen bei digitalen Kommunikationsmedien verloren und so können leicht Missverständnisse zwischen Gruppenmitgliedern entstehen.

 Tipps für besseres digitales Zusammenarbeiten:

Doch wie kann man dagegen vorgehen?

Um so gut wie möglich zu kompensieren, was online verloren geht, empfiehlt Professor Hertel, dass man ,,auch miteinander plaudern kann und Raum für Dinge lassen sollte, die sonst automatisch passieren.’’ Wenn man nur das Wesentliche abarbeitet, leidet die soziale Unterstützung, die im Studium sehr wichtig ist. Deswegen sollte ein Austausch über Privates aktiv in Gruppenarbeiten eingeplant werden.

Professor Hertel empfiehlt dafür zum Beispiel, auch wenn man eigentlich schnell fertig werden möchte und nicht wirklich Lust darauf hat, ,,alle 30 Minuten fünf Minuten Pause zu machen, damit man mehr Spaß hat, die Gruppe mehr zusammenwächst und die Arbeit leichter von der Hand geht’’.  

Ein weiterer Tipp von Herrn Hertel ist es, Meetings nicht zu lange anzusetzen, damit Müdigkeit vermieden wird und effizient gearbeitet wird.

Wenn ein Gruppenmitglied nicht bei der Sache ist, sollte man auch im digitalen Raum versuchen die Person aktiv einzubinden, indem man beispielsweise fragt ob Probleme mit der Verbindung bestehen.

Brainstorming in Gruppen sei nicht wirklich produktiv, stattdessen empfiehlt Professor Hertel mit schon entwickelten Ideen in ein Treffen zu gehen.

Vorteile digitaler Gruppenarbeiten:

Online-Gruppenarbeiten können auch Vorteile haben, da sie schnelle Kurz-Meetings ohne große Koordination möglich machen, anstatt vorausschauend planen zu müssen, wann alle Gruppenmitglieder*innen an einem Ort sein können. Auch Studentin Annika räumt ein ,,Man kommt schon schneller voran, weil man schneller zur Sache kommt’’. Einen weiteren Vorteil der digitalen Gruppenarbeit ist, das man alles direkt am Computer bearbeiten kann und nichts im Nachhinein digitalisieren muss. Außerdem kommt hinzu, dass bei digitaler Arbeit leichter nachvollziehbar ist, wer welche Aufgaben übernimmt und wer was schon erledigt hat. Dabei können Konflikte über die Arbeitsteilung reduziert werden.

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