Leitung: Daniel Küthe

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Recycle. Reduce. Reuse.

Verfasst von Clara am

Wocheneinkauf ohne Plastik.

Polkappenschmelzung, Waldbrände und Mikroplastik im Meer - um nur ein paar der verheerende Folgen der globalen Klimakrise zu nennen. Auch wenn die Auswirkungen in Europa noch nicht ganz so spürbar scheinen wie in anderen Teilen der Welt, so sind es doch in erster Linie westliche Industrienationen, die als Hauptverursacher gelten. Um so wichtiger also, dass die finanziell und wirtschaftlich starken Nationen, zu denen auch Deutschland gehört, ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Und wenn man von “Deutschland” spricht sind vor allem seine Bewohner*innen und Politiker*innen gemeint. Die Handlungen jedes*r einzelnen zählen, betonen Aktivist*innen der Fridays-For-Future-Bewegung. Wenn die Rede davon ist, seinen ökologischen Fußabdruck zu verringern, geht es - wie immer - auch um die kleine Dinge im Leben. Wie zum Beispiel dem Wocheneinkauf. Jede*r Deutsche produziert hier pro Jahr ganze 226,5 kg Verpackungsabfall, wie das Umweltbundesamt Ende letzten Jahres bekannt gab.


Das Konzept hinter Zero Waste und Unverpacktläden

Im Zuge klimaschützender Maßnahemn sind vor einigen Jahren Bewegungen wie Zero Waste und Unverpacktläden entstanden. Einkaufen ohnen Verpackungsmüll. Das Konzept ist einfach erklärt: Es geht darum, sich als Käufer*in einen eigenen Behälter zum Einkaufen mitzubringen und diesen dann vor Ort selbst zu befüllen. Das Sortiment ist vielfältig, von Naturkosmetik über Haushaltsartikel bis hin zu Lebensmittel aller Art ist in den kleinen Läden alles zu finden. Das Angebot ist bio-zertifiziert und so regional wie möglich. So verkauft der Unverpacktladen Tante Olga aus Sülz beispielsweise anstelle von Basmatireis aus Asien oder Indien lieber weißen Langkornreis aus Italien. Auch hier lautet das Motto: Kurze Transportwege und biologischer Anbau. Der Laden selbst kann laut eigenen Angaben jedoch auch nicht vollständig auf Verpackungen verzichten. Hier wird vor allem in großen Mengen bis zu 25 kg eingekauft und weitestgehend auf Plastik verzichtet. Somit fällt weit weniger Verpackungsmüll an als bei kleineren Abfüllmengen.


Nicht ganz billig

Dass die Produkte bei Unverpackt- und Zero-Waste-Läden teurer sind als in herkömmlichen Supermärkten, ist beim Einkauf deutlich spürbar. “Preisunterschiede entstehen beispielsweise durch regionalere Herstellung in kleinen Manufakturen. Generell orientieren wir uns aber an Biomarkt-Preisen, wie Alnatura.”, so Dinah. So verzichtet Tante Olga beispielsweise auf herkömmliche Sojabohnen aus China und bietet stattdessen deutsche Sojabohnen an. Entsprechend höher sind hier also die Kosten. Um den Gesamteinkauf erschwinglicher zu machen bieten viele Zero-Waste-Läden auch Rabatte für Student*innen an.



Unverpackt-Konzept wird immer beliebter

Und das Konzept findet Anklang. Bisher gibt es in Köln bereits fünf Märkte drei verschiedener Anbieter unter diesem Motto - Tendenz steigend. Waren es im Oktober 2017 noch rund 50 Geschäfte deutschlandweit, so lässt sich heute in fast jeder größeren Stadt ein solcher Zero-Waste-Laden finden. Außerhalb der Ballungszentren sind solche Geschäfte allerdings weniger üblich. Ziel sei es laut Dinah, in jedem Viertel der Stadt einen Unverpacktladen zu haben. Auch größere Bio-Märkte, wie Basic, knüpfen an dieses Leitkonzept an. In der Obst- und Gemüseabteilung dieses Supermarktes sucht man meist vergebens nach Plastikverpackungen. In Österreich hat der auch in Deutschland weit verbreitete Drogeriemarkt dm bereits Abfüllstationen für Wasch- und Reinigungsmittel der Marke “Planet Pure” eingeführt. Ob bald auch in Deutschland mit solchen umweltschützenden Maßnahmen zu rechnen ist, bleibt unklar. Der dm-Geschäftsführer für Marketing und Beschaffung, Sebastian Bayer, äußerte sich dem Magazin Utopia gegenübe wie folgt: “Wir bei dm in Deutschland stehen mit unseren Kolleginnen und Kollegen in Österreich im engen Austausch, um die Rückmeldung der Kunden zu erfahren. Für die dm-Märkte in Deutschland prüfen wir derzeit die Optionen.”


Man merkt - Zero-Waste wird immer verträglicher für Verbraucher und der Gedanke des Umweltschutzes gewinnt zunehmend an Relevanz. Vorreiter*innen wie Dinah und ihre Kolleg*innen arbeiten auch weiterhin an einer möglichst umweltfreundlichen Alternative zu kommerziellen Supermärkten.



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