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Frühstückslektüre | Warum löst das Wort Prüfung schlechte Laune aus?

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Vorwarnung: Es hat nichts damit zu tun, dass ich bisher noch nicht angefangen habe zu lernen.


Abgabefrist.

Überstunden.

Abschlussarbeit.

KVB.


Wie fühlt sich das an?

Schon leicht genervt?

Oder gar schlecht gelaunt?


Eine Gruppe von Wissenschaftlerinnen des Georg-Elias-Müller-Instituts für Psychologie der Universität Göttingen, hat genau dieses Phänomen kürzlich erforscht. Die Forscherinnen haben analysiert, auf welche Art und Weise Wörter im Gehirn mit bestimmten Gefühlen verknüpft werden. Denn nicht nur die Lieblingsschuhe oder der letzte Urlaubsort haben für Menschen einen bestimmten emotionalen Wert, sondern auch einzelne Wörter sind in unserem Gehirn mit Emotionen verknüpft. Die neuronale Kopplung von emotionaler Beziehung und Wort kann dabei neutraler, positiver oder negativer Natur sein.


Eigennamen sind ein gutes Beispiel für diesen Effekt. Der Name einer fremden Person besitzt zunächst keinen gekoppelten emotionalen Wert. Der Name wirkt dann auf die Rezipienten neutral, da er bis zu diesem Punkt mit keiner speziellen Emotion verbunden ist. Wenn die Person jedoch bekannt ist, zum Beispiel Freund*in oder Partner*in, dann wird der jeweilige Name im Gehirn der Rezipienten mit positiven Gefühlen konnotiert.


Die Psychologinnen der Universität Göttingen fanden heraus, dass Menschen solche Verbindungen in kurzer Zeit vor allem über Belohnung und Verlust erlernten. So können einzelne Wörter innerhalb von kurzer Zeit mit positiven, oder auch negativen, Gefühlen verbunden werden. Dies wurde beispielsweise untersucht, indem den Proband*innen ein neutrales Wort gezeigt und gleichzeitig etwas Geld gegeben wurde, um dieses Wort mit positiven Emotionen zu verknüpfen. Um Wörter mit negativen Gefühlen zu verbinden, wurde den Proband*innen ein anderes neutrales Wort gezeigt und sie bekamen etwas Geld abgenommen. In der Realität geschieht diese emotionale Kopplung, laut einer der Forscherinnen, in einigen Millisekunden. Das Gehirn entscheide die Verbindung blitzschnell, besonders wenn es sich um negative Bedeutungen handle.


Es lässt sich jedoch ein positives Fazit fassen. Die Studie zeigte, dass Menschen die Bildung einer positiven Verbindung bei Gesichtern und Worten, um einiges schneller lernten als neutrale oder negative Verknüpfungen. Es werden also schneller angenehme Emotionen mit Dingen assoziiert als unangenehme.


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