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Frühstückslektüre | Erfahrungen sammeln durchs Nichtstun

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Der Wecker klingelt, es ist 4:00 morgens. Ich quäle mich aus meinem Bett und suche schlaftrunken meine Sachen zusammen. Falls mein Gehirn überhaupt schon angefangen hat zu arbeiten, dann sehr schwerfällig. Auf dem Weg zum Fahrrad stelle ich mir dann zum dritten Mal die Frage: Was mache ich hier eigentlich? Meditieren!

(CC-0) bosmanerwin / pixabay.com

Meditation ist schon lange keine rein religiöse Praktik mehr. Die uralten Techniken werden immer öfter zum Stressabbau oder Entspannen genutzt. Doch welchen Effekt hat das Meditieren auf unser Gehirn?


Achtsamkeit üben und den Geist trainieren

Oft wird die Meditation der Esoterik oder spirituellen Praktiken zugeordnet. Doch auch wenn die uralten Praktiken tief in religiösen Traditionen verwurzelt sind, werden sie in der westlichen Welt immer beliebter. Es wird als ein mentales Training verstanden, in dem es darum geht Achtsamkeit und Aufmerksamkeit zu üben, erklärt die Psychologin Britta Hölzel:

„Mit der Meditation haben wir selbst die Möglichkeit, den Geist zu trainieren und unsere Gesundheit zu fördern.“

Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Meditationspraktiken. Von stillen Meditationen bis hin zu aktiven Meditationen. Gerade in den Neurowissenschaften erfreut sich das Thema an immer mehr Aufmerksamkeit. Zum ersten mal wurde in 1950er Jahren über die Auswirkungen von Meditationspraktiken auf das Gehirn geforscht. Seit der Jahrtausendwende können neue Technologien, wie zum Beispiel Hirnscanner eingesetzt werden um die Strukturen im Gehirn zu untersuchen.


Was passiert beim Meditieren im Gehirn?

Laut der Hirnforscher können die Achtsamkeits und Atemübungen das vegetative Nervensystem verändern. Die Strukturen im Gehirn sind nicht starr sonder verändern sich immer wieder wenn wir eine neue Erfahrung machen. Bereiche die viel genutzt werden vergrößern sich, dies nennt man neuronale Plastizität. Dieser Effekt soll laut Richard Davison auch bei der Meditation stattfinden.

"Das Gehirn ist in der Lage, sich zu verändern, und so wie wir eine neue Sportart lernen, können wir auch Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit oder Mitgefühl trainieren"

Dauerhafte Effekte zeigen sich allerdings erst nach vielen Monaten regelmäßigem Training. Grundsätzlich steht fest, Meditation hilft uns den Geist besser zu verstehen und ein mit dem Körper in Einklang zu kommen.

Das Gefühl danach

Nach der vierstündigen aktiven Meditation bin ich persönlich entspannt. Auch wenn sich vier Stunden sehr lange anhört, fühlt es sich nicht so an. Ob das jetzt irgendwelche Strukturen in meinem Gehirn verändert hat kann ich nicht beurteilen. Aber: Ich starte mit einem guten Gefühl in den Tag. Also probiert euch doch einfach mal durch die unterschiedlichen Meditationspraktiken, vielleicht ist ja genau das Richtige für euch dabei.

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