Leitung: Vivian Bahlmann & Tim Bieler

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Aus alt mach jung.

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Fassungslose Gesichter in den Medien und überall in der Öffentlichkeit zeichnen ein Bild der Bestürzung über die Zukunft der USA ab. Damit habe keiner gerechnet, heißt es. Niemand sei davon ausgegangen, dass Trump tatsächlich gewinnen würde. Bullshit.

(CC-0) WerbeFabrik / pixabay.com

Der Ruck nach rechts drängt sich nämlich seit Jahren überall im Westen auf - laute Poltiker(innen) wie Orban, Le Pen oder Wilders sind aus der politischen Landschaft längst nicht mehr wegzudenken. Es heißt, Arbeitslosigkeit und Unzufriedenheit seien sowohl Ursache als auch Folge dieses Phänomens. Vor allem bei älteren Generationen sei Trump deshalb sehr beliebt gewesen.

Okay, lieber Leser, die Generation unserer Eltern ist politisch damit offiziell (Achtung, Meinung der Autorin!) vor die Hunde gegangen. 

Denn wir halten fest: Einen deutlicheren Sieg der populistischen Agenda über faktenbasierte Politik hätte es de facto nicht geben können. Hillary Clinton, Staatssekretärin, ehemalige First Lady und Juristin mit 30 Jahren Erfahrung im öffentlichen Dienst, verliert die wohl spektakulärste Präsidentschaftswahl gegen einen hetzerischen Esel. Was als Protest an etablierten Parteien und ihren alteingesessenen Politikern gewertet werden kann, muss jetzt in einen Aufruf zu mehr politischem Engagement, vor allem unter jungen Leuten umschlagen. 

Es reicht für uns nicht mehr, einmal alle paar Jahre an eine Urne zu treten und Links zu rötlich grüner Politik im Internet zu verbreiten. Facebook ist zwar schön und gut, vermag aber nicht das auszurichten, was eine politische Kandidatur bewirken kann. Eine statistische Erhebung ergab, dass Hillary Clinton die Wahl mit überwältigender Mehrheit gewonnen hätte, hätten sich nur junge Leute in die Wahllokale begeben. Doch wo sind diese jungen Gesichter, wenn es um echtes Politikmachen geht?

Sie sitzen auf der Couch und regen sich über die AfD und den Front National auf, daddeln auf ihren Smartphones und suhlen sich in ihrer politischen Correctness. Heute wieder das Wort gay verkniffen. Wow. 

Und ich muss sagen: ich bin davon nur eine halbe Ausnahme. Ich bin zwar Mitglied einer Partei, könnte aber auch regelmäßiger in meinem Ortsverein vorbeischneien und mich einbringen. Auch ich muss mich also bessern. Guter Vorsatz für den Jahreswechsel, oder eben für sofort. 

Lieber Leser, es tut mir Leid, aber Politikverdrossenheit oder eher politische Faulheit ist keine Ausrede mehr. Politisches Quasi-Engagement auch nicht. Entweder wir stehen jetzt gemeinsam auf, steigen über die politischen Trümmer unserer Vorgängergeneration drüber und erschaffen eine bessere Welt, oder wir finden uns eben damit ab, dass es ist, wie es ist. Dann haben wir aber auch unser Recht zu meckern verwirkt. 

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