Leitung: Katrin Steinhausen und Joshua Gerhard

magazin@koelncampus.com

Glühbirne | Hafer - wieder voll(Korn) im Trend

Verfasst von Julia Schorn am

Oatmeal, Porridge, Overnight-Oats - Haferflocken in allen erdenklichen Formen erfreuen sich derzeit großer Beliebtheit. Wir zeigen euch, warum der Hafer-Trend die Beachtung verdient.

(CC-0) iha31 / pixabay.com


Kultige Körner

Neben Eiscreme in Rosenform und Matcha-Latte ist der Hype um Hafer endlich mal ein Nahrungstrend, der wirklich Sinn macht. Ob in Foodblogs oder Gesundheitsforen: Oatmeal-Rezepte haben ihren sicheren Platz. Schön garniert mit Nüssen, Früchten oder Kompott bietet eine Schale mit Haferbrei ein appetitliches Fotomotiv. Im Kölner Hauptbahnhof hat im September 2017 sogar eine Filiale der in Berlin gegründeten Kette “Haferkater” eröffnet. Dort können sich die Reisenden ihr Porridge nach Wunsch zusammenstellen und entweder vor Ort mit einem Kaffee genießen oder To-Go mit auf die Reise nehmen. Auch in Supermarktregalen gibt es den Haferbrei mittlerweile als Mitnehm-Frühstück zu kaufen.


Vergessene Heilkraft

Vor einigen Jahren noch wäre es undenkbar gewesen, freiwillig Haferschleim oder Hafersuppe zu essen. Vor allem für die ältere Generation klingt das zum Fürchten: als Essen für arme Leute und als geschmacklose Grütze bei Magen-Darm-Beschwerden verpönt, galt Hafer lange als unbeliebte Kost. Nur mit Wasser aufgekocht bietet das Getreide zugegebenermaßen nicht gerade das ultimative Geschmackserlebnis. Dass Hafer auch als Medizin eingesetzt wird, hatte und hat dennoch einen guten Grund. Forscher haben herausgefunden, dass die im Hafer enthaltenen Ballaststoffe, die sogenannten Beta-Glucane, die Darmflora regulieren, den Stoffwechsel verbessern und den Cholesterinspiegel im Blut senken.


Haferkur gegen Diabetes

Beta Glucane, das sind Balaststoffe wie z.B. Cellulose und Lichenin, wirken sich außerdem positiv auf den Blutzuckerspiegel aus: wenn sie in Magen und Dünndarm ankommen, bilden sie dort eine zähflüssige Masse. Dadurch werden die Nährstoffe langsamer aufgenommen und der Blutglucosespiegel steigt weniger stark und zeitverzögert an. Diabetiker können dadurch ihre Insulindosis senken und können so dem Teufelskreis entgehen, den eine Insulinresistenz mit sich bringt.

1902 entwickelte Carl van Norden aus diesem Grund die sogenannte Haferkur. Bereits nach zwei Hafertagen regulieren sich laut einer Studie die Blutzuckerwerte enorm. Bei einer richtigen Haferkur empfehlen sich aber drei bis vier Tage, die von Gemüsetagen unterbrochen werden können. An diesen Tagen isst man 200-250 Gramm Haferflocken, die, aufgekocht mit Wasser oder Gemüsebrühe, auf drei große oder mehrere kleine Mahlzeiten aufgeteilt werden. Erlaubt sind außerdem Gemüse und Beeren, um eine leichte Varianz in die Kur zu bringen. Anschließend sollte man weiterhin einmal pro Woche einen Hafertag einlegen.


Der Alleskönner

Aber nicht nur für Diabetes-Patienten ist Hafer ein wertvolles Produkt. Neben Menschen mit Magen-Darm-Beschwerden profitieren auch Übergewichtige von dem Verzehr des Getreides, denn aufgrund der enthaltenen langkettigen Kohlenhydrate hält das Sättigungsgefühl bei Hafer besonders lange an. Der hohe Eiweißgehalt macht es außerdem zu einem beliebten Nahrungsmittel für Sportler. Mit Porridge oder Oatmeal als Frühstück und ein paar Runden Jogging im Park kommt man also schnell zur “Sommerfigur”. Und als wäre das noch nicht genug, können sich auch Beauty-Fanatiker freuen: Hafer enthält nämlich Biotin, was bekanntlich gut für Haare und Nägel ist.

Für mich gehören Hafeflocken schon länger zum täglichen Speiseplan. Aufgrund seiner Wandlungsfähigkeit ist Hafer aber nicht nur zum Frühstück lecker, sondern auch in Suppen, Smoothies oder Salaten. Hier sind zwei meiner Lieblingsrezepte mit Hafer für diejenigen, die das Getreide mal von einer anderen Seite kennenlernen möchten.


Chinakohl mit kerniger Käsekruste

Zutaten für 2 Portionen:

1/2 Chinakohl

Salz

60 ml fettarme Milch

2 EL Kernige Haferflocken

3 EL Haferkleie Flocken

1 kleine Knoblauchzehe (gehackt)

30 g Käse (gerieben)

1 TL Petersilie (gehackt)

Pfeffer

100 ml Gemüsebrühe (instant)

Zubereitung:

Von einem halbierten Chinakohl den Strunk entfernen, anschließend für 2 Minuten in etwas Salzwasser dünsten. Abtropfen lassen und mit der Schnittseite nach oben in eine gefettete Auflaufform legen. Fettarme Milch kurz aufkochen, Haferflocken und Haferkleie Flocken hinzufügen, kurz ziehen lassen. Knoblauch, Käse und Petersilie hinzufügen. Masse mit Salz sowie Pfeffer würzen und auf dem Chinakohl verteilen. Mit Gemüsebrühe angießen und den Chinakohl im vorgeheizten Backofen gratinieren. Ober-/Unterhitze: 225 °C Umluft: 200 °C Garzeit: 25 Minuten


Tomaten-Pilz-Salat

Zutaten für 2 Portionen:

200g frische Champignons

4 Tomaten (ca. 250 g)

150 g Joghurt (1,5% Fett)

1 EL Zitronensaft

Salz, Pfeffer

3 EL Haferkleie Flocken

1 EL Kräuter, gehackt

Zubereitung: Champignons waschen, putzen und in Scheiben schneiden. Tomaten vom Stielansatz befreien und achteln. Joghurt mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken und Kölln Haferkleie Flocken unterrühren. Je nach Jahreszeit und Geschmack Kräuter hinzufügen. Marinade über das Gemüse geben.

(beide Rezepte sind von Kölln)

Glühbirne

Zurück zur Übersicht

Sag's weiter: