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Variationen des Three-Element-Breaks

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"Es ist 10:26 Uhr und ihr seid beim Frührausch auf der 100.0" - so sieht ein typischer Three-Element-Break bei Kölncampus aus. Was man da noch so machen könnte, hat Olli Briesch von 1LIVE im Selbstfahrertraining erklärt.

Upload: Anna Hoffmann

Die LfM hat netterweise ein Selbstfahrertraining mit Olli Briesch (1LIVE) angeboten, an dem ich teilnehmen konnte. Es wurden Methoden besprochen, die das dynamische Fahren einer Sendung wahrscheinlicher machen. Gerade für Moderatoren ist es wichtig, das eigene Sendeverhalten immer wieder zu hinterfragen und Ansatzpunkte für Verbesserung zu suchen. Ein Aspekt, der im Seminar behandelt wurde, ist Variation. Über welche Methoden, den Einstieg in Wortelemente einer Sendung kreativ zu gestalten, wir im Seminar gesprochen haben, soll im Folgenden mal etwas genauer erklärt werden.


Variationen des Three-Element-Breakś

Der Three-Element-Break (3EB) ist ein Instrument, das vom Moderator eingesetzt werden kann und soll um den Übergang von einem Musik-Element zu einem Wort-Teil zu erleichtern. Der*Die Hörer*in soll abgeholt werden und akustisch darauf eingestellt werden, dass jetzt gesprochen wird. Daher sind im 3EB typischer Weise drei kleine Elemente enthalten, die keine inhaltlich relevanten Fakten sind.

Typischer Weise sieht ein 3EB bei Kölncampus so aus: [SONG] Es ist soundsoviel Uhr, ihr hört den Frührausch auf der 100.0. [ANMOD]. Sprich: Uhrzeit, Sendung, Station.

Um den*die Hörer*in zwar abzuholen, jedoch nicht in die immer selben Formulierungen zu verfallen, gibt es verschiedene Möglichkeiten Variation in den 3EB zu bringen:


Das Stichwort hier heißt: Earcatcher!

Ein Earcatcher ist etwas, woran der*die Hörer*in „hängenbleibt“. Das kann ein akustischer Earcatcher sein, der z.B. vor (oder auch in) eine Anmod gestellt wird oder auch ein inhaltlicher Vorgriff auf das Thema.

Verschiedene mögliche Earcatcher im Einzelnen erklärt:

O-Ton: Ein möglicher Earcatcher, der den 3EB ersetzen oder bereichern kann ist der O-Ton. Geht es im nächsten Beitrag um ne Studie über Milchprodukte? Könnt ihr statt dem 3EB ein „Muhhh“ spielen. Geht es um Roboter? Spielt nen O-Ton von R2D2. Thematisch zum Thema passende O-Töne oder passende Assoziationen, die euch selbst zu dem Thema in den Kopf schießen, lassen sich ja vielleicht auch schön akustisch darstellen und können einen einfachen, und ähnlich faktenfreien, Einstieg in die Wortmeldung bieten wie der klassische 3EB.

Atmo: Ähnlich wie der O-Ton kann auch thematisch passende Atmo einen leichten Einstieg bieten. Geht es z.B. von einem Song direkt in eine Atmo mit Wellengeplätscher lässt sich sehr leicht ein Übergang zum Thema Überfischung oder Entschleunigung oder, oder, oder finden. Auch da wird der*die Hörer*in thematisch durch einen akustischen Impuls „abgeholt“, der nicht direkt die volle Aufmerksamkeit fordert, sich aber klar vom Musikelement unterscheidet.

Hook: Ein weiterer akustischer Earcatcher, der sich besonders für Wortbeiträge zu Musik-Themen anbietet, ist die Hook. Eine Hook ist ein griffiger Teil aus einem Song, meist der Einstieg oder der Refrain, der in einem instrumentalen Bett weiterläuft. Dieses lässt sich z.B. durch Loopen in der Vorproduktion herstellen und liegt unter der Anmod. Wenn ihr also ne Musik ZM habt, könntet ihr euch den Refrain rausschneiden, direkt aus dem letzten Song in den Refrain eurer ZM gehen und nen instrumentalen Teil des Songs (Intro?) in Loop vorproduziert als Bett unter die ZM legen. So seid ihr akustisch schon voll im Thema und holt den*die Hörer*in mit der Hook, statt mit nem 3EB ab.

Vorgezogene Fakten: Ein inhaltlicher Earcatcher kann ein besonders interessanter oder skurriler Fakt aus dem Thema sein, in das ihr vorhabt reinzugehen. Beispiel: „400 Stunden Videomaterial pro Minute. Das sind über eine halbe Millionen Stunden Video pro Tag. So viel wird bei Youtube hochgeladen.“ Und dann die Anmod zu einem YouTube-Thema. Hier werden zwar Fakten gebracht, aber keine, die sich der*die Höher*in tatsächlich merken müsste, um sich für das Thema zu interessieren.

Rückgriff auf Vorhergegangenes: Man kann den*die Höhrer*in mit etwas abholen, was zuvor schon im Programm war und optimaler Weise noch präsent ist. Beispiel: „Ihr habt es eben schon in den News gehört...“. Indem die Meldung kurz wiedergegeben wird, lässt sich eine Überleitung zu einem thematisch verwandten Thema herstellen. Bekannte Fakten zu wiederholen fordert nicht die volle Aufmerksamkeit, leitet aber über.

Persönliche Anekdote: Der Mod kann Hörer auch gut abholen, indem er*sie eine persönliche Anekdote erzählt, die er*sie entweder kürzlich erlebt hat oder die thematisch an den kommenden Beitrag anlehnt. Persönliches ist grundsätzlich ein guter Earcatcher, da sich der*die Höher*in in der Regel am einfachsten mit dem Moderator identifizieren kann, wenn diese*r etwas persönliches erzählt. So könnt ihr gut Aufmerksamkeit für den Inhalt, der folgt, generieren.


Um dem Ganzen ein Ende zu machen, jetzt ein kleines Fazit:

Auch beim Three-Element-Break kann man Variation reinbringen und sollte darauf achten, dass man nicht in die immer gleichen Floskeln und Abfolgen verfällt. Obwohl gerade Vorproduktionen wie Hooks natürlich ein Mehr an Arbeit für Mods bedeuten, kann das Ergebnis ein deutlich kreativeres und abwechslungsreicheres Senden sein.

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