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Erfahrungsbericht | Von Freitagsgedichten, Fischgerichten und Corona-Verzichten

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Diese blöde Pandemie hat meine Ausbildung bei KC ziemlich geprägt – mich aber gleichzeitig auch aus dem Trott von zwei Jahren Corona geholt.  KC war für mich sowas wie der Startschuss zurück in die Normalität. Und endlich, Freunde, endlich, hat mich was mal wieder so richtig eingenommen und in den Wahnsinn getrieben!

In der Mensa am Zülpi gibt es heute Seelachsfilet Meunière mit Pommery-Senfsauce und Kaisergemüse“ leihere ich wie eine referierende Schülerin das erste Mal meine Mensatipps in Mikrofon. Dabei ringe ich meinem Atem hinterher, mit zitternden Knien und akribisch darauf bedacht, bloß nicht über dieses französische Wort zu stolpern. Als ich es endlich geschafft habe, bin ich unendlich stolz – nichts ahnend, wie schnell das Sprechen vorm Mikrofon zur Routine wir. Und wie oft mir dieses verdammte Seelachsfilet im Frührausch noch begegnen wird.Freitag ist in der Mensa nämlich traditionell Fischtag (den Gag über die unglaublich christlichen Student:innen hab ich On-Air schon gebracht, sorry) und kaum ein Freitags-Assi kommt um die französische Seelachsspeise herum.

Mensatipps ohne Mensabesuch


Fast wie ein Gedicht kann ich ihn auswendig, den nur leicht variierenden und sich in regelmäßigen Abständen wiederholenden Freitags-Speiseplan der Mensa. (Achtung, peinliche Radio-Überleitung): Ob das Essen auch wie ein Gedicht schmeckt? Keine Ahnung. Ich hab‘ nämlich ehrlicherweise selbst noch nie in der Mensa gegessen. Ziemlich bezeichnend für Student:innen wie mich, die ihre ersten Semester an der Uni vor dem Laptop absitzen durften – alles dank dieser immer noch als „neuartig“ deklarierten Lungenkrankheit, die zufälligerweise auch noch wie diese viel zu wässrige, mexikanische Biersorte heißt.

Die hoffentlich letzte KC-Corona-Generation


So war meine KC-Ausbildung in weiten Teilen von Corona geprägt. Wochenkonferenzen in der Uni, ein bis zehn Bier auf dem Mäuerchen, KC-Partys und die maskenfreien Gesichter meiner Kolleg:innen so in real life (wie absurd ist das eigentlich?) sind mir fast die gesamte Ausbildung über verwehrt geblieben. Immerhin: zumindest ein richtiges KC-Frühstück durfte ich dann gegen Ende der Ausbildung doch noch miterleben. Und so wie es aussieht, gehöre ich damit (zumindest vorerst) zur letzten KC-Corona-Generation.  Darauf erst mal ein Bier.

Mit Fehlern zum Profi


Und obwohl in der KC-Ausbildung während Corona einiges anders gelaufen ist als normalerweise, bin ich dankbar, dass sie überhaupt stattgefunden hat. Für mich war der Frührausch nämlich nicht nur meine erste regelmäßige Uni-Präsenzveranstaltung, sondern ich habe auch einfach krass viel gelernt. Neben dem ganzen theoretischen, journalistischen Handwerksgedöhns bin ich einfach eine ganze Ecke selbstischerer geworden – und hab jetzt nur noch ganz bisschen Knieschloddern, wenn ich vorm Mikro stehe. Auch weil ich gelernt hab, dass man bei KC so ziemlich jeden Fehler zumindest einmal machen darf und garantiert von niemanden zerrissen wird, wenn mal was nicht läuft. Das wird dann einfach beim Air Check besprochen und beim nächsten Mal, macht man es eben besser. Diese Fehlerkultur mit den konstruktiven Gesprächen nach jeder Sendung habe ich als ziemlich wertvoll empfunden. Und versprochen, ich werde nie wieder „mist“ sagen, wenn das Mikrofon noch rot leuchtet!

Das leidige Ding mit dem Aufstehen


Klingt alles verdammt rosig. Genau wie der Himmel wenn ich (Achtung, peinliche Radio-Überleitung Nr. 2) morgens um halb 7 an der Haltestelle saß. In den Augenwinkeln noch die sandigen Überbleibsel von den zwei Stunden Tiefschlaf, die mein Körper mir gegönnt hat. Die Lieder schwer wie Zementsäcke. Das frühe Aufstehen – ein leidiges Thema für mich als schlafverwöhnte Studentin, deren Körper obendrein einfach aus Prinzip an Frührauschtagen partout nicht vor 4 Uhr schlafen wollte. Dafür hat mir diese Leidensgeschichte Stoff für ein UdW geliefert, na immerhin.

Am Rande des Medienwahnsinns


Ich hatte während der Ausbildung aber nicht nur mit Schlafproblemen zu kämpfen, sondern war auch zeitlich mit meiner Kapazität oft am Limit. Das lag sicherlich zum großen Teil daran, dass ich nebenbei noch viel anderen Stuff auf meiner To-Do-Liste stehen hatte. Oft aber – gerade gegen Ende – war KC in meinem Leben einfach omnipräsent: das ständige Recherchieren, Mails checken, Interviews organisieren, Absagen verkraften (da hatte ich auch einfach einen Run), ständig im Workshop sitzen – nicht selten verkatert – haben mich zeitweise wirklich in den Wahnsinn getrieben. Vielleicht bin ich auch eine Mimose und vielleicht musste ich auf die harte Tour lernen, dass das HaLt So IsT iN dEr MeDieNbRanChE!!!

Wenn das wirklich so ist in der Medienbranche wie bei KC, dann will ich dahin. Sonst bleib ich halt erst mal hier.

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