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Erfahrungsbericht | Aus dem Leben einer Kölncampus-Kaffeemaschine

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Ich hab mich erst mal gefreut, als ich bei meinem Kauf erfahren hab, wo ich jetzt zum Einsatz kommen darf. Was ich dann aber erfahren habe, ist schon nicht ohne: Das Leben einer Kölncampus-Kaffeemaschine kann hart sein, aber auch sehr erfüllend und lustig.

Die Kaffeemaschine von Kölncampus freut sich ihres Lebens.
Michael Hartke
Die Kaffeemaschine von Kölncampus freut sich ihres Lebens.

Eins kann ich euch sagen, Leute: Die Arbeit hier im Sender ist echt anstrengend. Das fängt schon damit an, dass Tag für Tag so ne Horde Kaffeesüchtiger mitten in der Nacht – um SIEBEN Uhr! – meinen Schlaf stört, weil sie selbst sonst nicht aus den Hufen kommen. Und dann… dann werde ich bis zum Rand mit Kaffeepulver gefüllt, dass ich mich echt quälen muss, um die dicke braune Brühe durch den Filter zu pressen. Ganz schöner Stress hier in der Küche. Kein Wunder, dass eine meiner Vorgängerinnen schon nach wenigen Tagen mit Burnout den Beruf wechseln musste. Die hat dann umgeschult zum Zimmerspringbrunnen. Das ruhige Plätschern, sagt sie, tut ihr gut.


Mein Freund, der Kühlschrank, könnte was erzählen…


Aber die Damen und Herren vom Frührausch tangiert das nicht. Die freuen sich auf ihren Kaffee und sind plötzlich wie ausgewechselt. Aus Morgenmuffeln werden fröhliche Menschen, die Spaß daran haben, zu so früher Stunde eine Sendung zu fahren – was auch immer das heißen mag. Jedenfalls gehen die hier ganz emsig an ihre PCs. Die sind auch nicht zu beneiden. Einer hat mir erzählt, dass ständig irgendwelche komischen Menschen auf seinem Desktop zu sehen sind – ein gewisser Kim oder so. Na ja, irgendwie geht es bei denen wohl ganz lustig zu. Ich krieg hier in der Küche ja nicht so viel mit, aber das Gelächter lässt vermuten, dass da jeden Morgen was Tolles entsteht. Nach dem Frühstück – versteht sich. Da gibt’s dann so komische Sachen wie veganen Brotaufstrich, Frischkäse, Avocado und so. Also ich halte mich lieber an Wurst und Käse. Mein Freund, der Kühlschrank, der könnte euch was erzählen… aber davon schweige ich jetzt. Das würde euch den Appetit verderben.

Besser erzähle ich euch noch von der außerordentlich entspannten Atmosphäre erzählen – trotz einem Liter Kölncampus-Kaffee-Konzentrat und der vielen Arbeit. Alle Achtung! Die schaffen es tatsächlich, ihre Texte und Beiträge meistens in kurzer Zeit pünktlich fertig zu kriegen. So ne Umfrage innerhalb von zweieinhalb Stunden zu führen und zu schneiden, ist schon heavy – erst recht, wenn die Frage lautet: „Wie sieht für dich der ideale Eishockeyspieler aus?“ Na, wie soll er schon aussehen? Groß, stark, männlich. Ihr habt Ideen! Und auch wenn mal was nicht zeitig fertig sein sollte – der Chef vom Dienst hat alles im Griff. Zur Not wird halt improvisiert.

 

Satzlänge oder Sacklänge – so genau kommt das nicht


Während ich also gestresst die zweite Kanne Kaffee heute produziere, läuft im Sender alles gechillt. Nur manchmal – wenn der Drucker und ich über W-LAN ein kleines Pläuschchen halten – dann wird’s plötzlich ein wenig hektisch. Tja, sorry Leute, da vergessen wir manchmal die Zeit. Aber wozu den Text üben, bevor es ins Studio geht? Spontan vortragen ist viel authentischer. Ist doch witzig, wenn aus „Satzlänge“ plötzlich „Sacklänge“ wird. Also der Drucker und ich – wir haben uns nicht mehr eingekriegt vor Lachen. Genau wie der eine, ich glaube Tim, heißt er. Der hat so ne traurig-witzige News über den toten Damhirsch Gandalf gehabt. Da wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Tim hat sich jedenfalls fürs Lachen entschieden. Was für ein Glück, dass der Moderator zur Stelle war und ihn heldenhaft von seinem Lachflash erlöst hat.

Natürlich gibt es auch mal Uneinigkeiten. Das klingt ja fast wie in einer echten Familie. Die Leute lachen zusammen, sie diskutieren miteinander, die Erfahrenen helfen den Neulingen. Aber genug der Sülze. Ich fasse es lieber zusammen als: Ziemlich cooler Haufen aus unterschiedlichsten Persönlichkeiten. Auch für mich eine große Bereicherung. Da lernt man, wie vielfältig die Fähigkeiten, Interessen und Temperamente sind.


Im Frührausch wird jeder ein Morgenmensch – auch eine Kaffeemaschine


Vielfältig und kreativ sind auch die unzähligen Beiträge, die hier in die Küche dringen. Vom nervigen Fußwippen in der Bahn über Kerosin schnüffelnde Bären bis hin zum Alzheimer bekämpfenden Super-Mario sind da viele coole Themen mit dabei. Übrigens: Selten war ich so gut über das Essen in der Mensa informiert. Wusstet ihr, dass alle zwei Tage Pichelsteiner Eintopf und die veganen Samosa-Ecken auf dem Speiseplan stehen? Jaha, so was erfährt man nur, wenn man täglich den Frührausch auf Kölncampus hört. Was das für Ecken sind, weiß ich allerdings immer noch nicht. Mir bringt ja nie einer was mit. Wenn ihr wüsstet, wie ich nach sechs Stunden Frührausch schmachte. Für mich bleiben dann nur noch die halb vertrockneten Brötchen übrig. Wenn ich Glück habe, hat wenigstens jemand Teilchen oder Kuchen mitgebracht.

Aber trotzdem muss ich sagen: Seit ich hier in Diensten bin, komme ich als Kaffeemaschine viel besser auf Touren. Da stört es mich auch nicht, wenn hier ein Kaffee nach dem anderen aufgesetzt wird. Morgenmenschen wie dieser Michael, den ich hier kennengelernt habe, die haben mit dem frühen Aufstehen sowieso keine Probleme. Die könnten jeden Tag nen Frührausch machen. Aber auch mich hat das Frührausch-Fieber schon erfasst.

Mittlerweile stelle ich aus Gewohnheit und Vorfreude auch samstags und sonntags den Wecker auf 5:30 Uhr. Dann wundere ich mich, dass um 7:00 Uhr noch keiner zur Tür rein kommt und den Kaffee aufsetzt. Dann langweile ich mich den ganzen Tag und freue mich auf Montag, wenn es wieder heißt: "Hallo und guten Morgen! Es ist 8:00 Uhr und ihr hört den Führausch auf der 100,0."

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