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Sprechtraining mit einem Profi

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Anja Jazeschann ist Schauspielerin und arbeitet als professionelle Sprecherin. In ihrem Workshop konnten wir aus erster Hand von einem Profi lernen, was es bedeutet, die eigene Stimme richtig einzusetzen.

Für uns Radiomenschen ist die Stimme unser tägliches Werkzeug. Wir versuchen dialekt- und akzentfrei zu sprechen und konzentrieren uns auf eine fehlerfreie Aussprache. Freilich funktioniert nicht immer alles nach Plan. Aber es gibt Momente, da kann man eben nicht mehr seine Fehler auf die Technik schieben. Nämlich dann, wenn die eigene Stimme versagt.

Unser Stimmband ist ein Muskel

Und wie alle Muskeln muss auch unser Stimmband vor einem Einsatz „warm“ gemacht werden. Das bedeutet: Dehnen. Aber wie dehnen wir unser Stimmband? Antwort: mit Sprechübungen. Beim Singen ist das übrigens genauso. Vor einem Auftritt singen sich die Sängerinnen und Sänger ein. Die Stimmbänder werden „erwärmt“ und der Stimmmuskel wird auf seine Beanspruchung vorbereitet.


Ffffopp! Ffffupp! Ffffapp! Ffffepp! Ffffipp!


Stellt euch vor ihr seid professionelle Dartspieler. Aber die Dartscheibe ist 20 Meter von euch entfernt. Trotzdem wollt ihr das Bullseye treffen. Ihr stellt euch hin, visiert an und schießt euren imaginären Dartpfeil Richtung Scheibe. In dem Moment, in dem ihr den Pfeil mit eurem Arm gedanklich abfeuert, beginnt eure erste Sprechübung. Ihr formt mit dem Mund ein „F“ und während ihr den Pfeil loslasst, sprecht ihr mit Überzeugung das Wort „Ffffopp“ aus. Dann „Ffffupp“, „Ffffapp“ usw.

Varianten: „Kkkopp“, „Zzzopp“, „Ssschopp“, „Ttttopp“, „Bbbbopp“..


Bbbbbbbbbbbbbbbbbb


Wisst ihr noch, als wir Kinder waren und mit Baggern und Kränen gespielt haben? Wie ging nochmal dieses Geräusch, dass wir gemacht haben, um den Motor zu imitieren? Auch die Lippen gehören zum Sprechen dazu und wollen gelockert werden. Und das ist eine passende Übung dafür: gerade hinstellen, Brust raus, einatmen und Lippen locker auf stimmlosem „B“ vibrieren lassen.


Mmmhhhhhhhhh


Mhhhh – sieht Mamas Essen aber lecker aus! So lecker, dass wir in übertrieben hoher Tonlage mit dem „Mhhhh“ beginnen und Ton für Ton runtergehen, bis nur noch ein Brummen übrig bleibt. Das funktioniert auch von unten nach oben und dehnt ebenfalls unseren Stimmmuskel.


Gäääähn!


Montag, erste Stunde. Die Vorlesung ist dermaßen langweilig und ihr seid hoffnungslos übermüdet. Was machen? Gähnen. Und das ist richtig richtig richtig gut für unsere komplette Stimmmuskulatur. Das lockert auf, dehnt und versorgt unser Gehirn sogar mit neuem Sauerstoff.


Der Korken macht den Ton


Wenn ihr aufgewärmt seid, könnt ihr beginnen an eurer Artikulation zu feilen. Nehmt dazu einen Korken oder einen dickeren Kulli, legt ihn zwischen eure Lippen und fangt an, Wörter oder ganze Sätze zu sprechen. Das macht ihr ein paar Mal und dann probiert das ohne Korken. Ihr werdet sehen: eure Artikulation verbessert sich.


Es ist das Herz, das beredt macht

Wie vieles im Leben zählt auch hier: Übung und vor allem Regelmäßigkeit macht den Meister. Und ganz speziell natürlich vor eurem nächsten Stimmeinsatz. Sei es vor dem Mikrophon oder in der UNI vor dem nächsten Referat.

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