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Oh Fil, was machst du nur mit uns?

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Freitag, der 13te. Ein Tag, an dem bekanntlich so einiges schief geht. Nicht beim Konzert von Fil Bo Riva im Gebäude 9 in Köln. Beim Auftritt der Berliner Band letzten Freitag gehen alle mit zufriedenen Gesichtern nach Hause.

Yonca Yildirim

Den Abend beginnen allerdings vier alte Schulfreunde aus Stuttgart: Rikas nennen sie sich und verbreiten ganz schön Stimmung beim Publikum. Die Musik ist anders als die des Haupt-Acts, aber überraschend gut. Vor allem, weil wohl niemand mit einem kompletten Kontrast-Programm direkt zu Anfang rechnet. Rikas – das ist Strand, Sonne, gute Laune. Surf-Rock, 60’s Oldschool Indie. Und nicht nur die Musik der Stuttgarter lässt sich so beschreiben. 

Auch die Klamotten drücken genau das aus, was sie durch ihre Musik vermitteln wollen: Ein kurzes, aber sehr schönes Eintauchen in eine andere Welt. Die Stuttgarter holen das Publikum in der ehemaligen Industriefabrik auf der falschen Rheinseite ab und bringen es direkt an den Sunset Boulevard. Die Band spieletneue Songs von ihrer Platte "Swabian Samba", ein paar Cover (darunter: "Das Model" von Kraftwerk), aber auch viele ältere Songs. Vielleicht kennt der ein oder andere den Song „Tortellini Tuesday“, dieser landet nämlich immer wieder in Spotify-Playlists.

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Die Stuttgarter fühlen das, was sie tun, auf jeden Fall auch!
Yonca Yildirim
Die Stuttgarter fühlen das, was sie tun, auf jeden Fall auch!
"Liebe Kölner, lernt euch im echten Leben kennen. Zum Beispiel auf diesem Konzert!" Dazu fordert der Frontmann Sascha (links) die Anwesenden irgendwann auf. Spätestens an dem Punkt muss man einfach hin und weg sein. Gerade in Zeiten von Tinder und Co. ein Statement, das nicht häufig genug gemacht werden kann. Nachdem die Vorband gebührend verabschiedet wird (leider ohne noch eine Zugabe zu spielen), folgt eine etwas längere Umbaupause. Dann aber ist es endlich soweit. Die ersten Töne von Fil Bo Riva erklingen und alle sind gespannt darauf, was die nächsten 70 Minuten passieren soll. 

Durch den fast konstanten Gebrauch von Nebelmaschinen erzeugt der Wahlberliner mit italienischen Wurzeln eine recht mysteriöse Stimmung. Bei den bekannteren Songs der Band wie „Killer Queen“, „Franzis“ oder „Like Eye Did“ von ihrer EP „If you’re Right, It’s Alright“ spürt man die Euphorie des Publikums ganz deutlich. Alle singen mit und verlieren sich im Moment. Zu hören bekommt das Publikum aber auch sehr viele neue Lieder der Band, die noch nicht veröffentlicht sind. Demnach ist es häufig still im Publikum, aber umso gebannter hören alle hin, was sie demnächst wieder in Dauerschleife hören können. Und auch sonst kommunizieren die Bandmitglieder recht wenig mit dem Publikum und lassen eher die Musik für sich sprechen.

Als gegen Ende des Konzerts alles ein wenig ruhiger und dunkler wird, immer mehr Töne am Klavier zu hören sind, Fil irgendwann alleine auf der Bühne steht und die ersten Töne von „The Falling“ am Klavier ertönen, schmelzen wohl endgültig so einige Herzen. 

Bei "The Falling" sind alle hin und weg von Fils Stimme
Yonca Yildirim
Bei "The Falling" sind alle hin und weg von Fils Stimme
Dass sowohl das eigentliche Konzert als auch der Zusatztermin der „Tour No. 3“ in Köln schon Wochen vorher komplett ausverkauft sind, ist auf jeden Fall ein Indiz dafür, dass die Band gerade sehr im Kommen ist. Zu recht! Live kommt Fils Stimme, die (das muss jetzt doch nochmal gesagt werden) uns immer ein wenig an Henning May erinnern wird, noch schöner zur Geltung als auf der Platte.

„Oh you shot me down. Baby I keep falling, I’m falling, I’m falling…”

Ach Fil, we're falling for you too.

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