Leitung: Laura Ozdoba

magazin@koelncampus.com

Nach der Pandemie: Wir müssen wieder lernen, was normal ist.

Verfasst von am

Unsplash/Parastoo Maleki
Unsplash/Parastoo Maleki

Die Corona-Pandemie begleitet uns schon seit Anfang 2020. Aktuell scheint es so langsam in Richtung Normalität zu gehen. Keine Ausgangssperre, Öffnung der Gastro, keine drastischen Kontaktbeschränkungen – nur die Maske ist seit Beginn unser ständiger Begleiter und mittlerweile genauso relevant wie unser Handy und unser Schlüssel, wenn wir die Wohnung verlassen.

Ein Leben ohne Maske?

Für viele ist ein Leben ohne Maske wohl überhaupt nicht mehr denkbar. Schließlich hat uns die Maske nicht nur im Kampf gegen das Coronavirus geholfen, sondern es haben sich auch andere Infektionserkrankungen minimiert.

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der „Augsburger Allgemeinen“ wollen 44,7 Prozent der Deutschen die Maske auch weiterhin tragen. 41,9 Prozent sind dagegen, der Rest ist unentschieden.

„Ich bin froh, wenn ich die Maske nicht mehr so oft tragen muss, weil meine Haut dadurch schlechter geworden ist, aber in der Grippesaison würde ich sie zumindest in den Öffis weiterhin tragen“, sagt Sarah (23, Studentin).

Müssen wir wieder lernen, was normal ist?

„Ich glaube schon, dass da was dran ist. Jetzt wo alles gelockert wurde, fühlen sich eigentlich normale Dinge trotzdem irgendwie kriminell an. Ich glaube ich muss mich auch erstmal wieder an so Sachen wie Partys gewöhnen. Man hat ewig keine neuen Leute kennengelernt. Über was redet man mit denen?“, fügt Sarah noch hinzu.

Abstand, keine Umarmungen, Masken – das sind mittlerweile die Dinge, die für uns normal sind. Im Bereich der Inneren Medizin erklärt uns ein Arzt*: „Für viele Menschen, die während der Pandemie wichtige Lebensschritte getätigt haben, sei es die Einschulung, das erste Semester an der Universität oder ein neuer Job, wird eine Zeit ohne Masken sicher eine Zeit neuer Erfahrungen. Jene Menschen, die man bereits seit Wochen und Monaten kennt, sieht man erstmals in das Gesicht. Aber wir alle werden uns auch daran wieder schnell gewöhnen. Am Ende bleibt der Mensch ein Gewohnheitstier.“ Des Weiteren erklärt er, dass es nach der Pandemie, an speziellen Orten, effektiv wäre die Maske weiterhin zu tragen - beispielsweise in Arztpraxen oder Apotheken sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln während der Grippesaison.

Neue Normalität

Aus soziologischer Sicht kann man nicht direkt behaupten, dass wir wieder lernen müssen, was normal ist. Das, was für uns normal ist, ändert sich stetig und gerade durch die Pandemie haben sich unsere Gewohnheiten und Verhaltensweisen verändert.

Somit werden wir mit den Auswirkungen auch nach der Pandemie weiterleben – zwar nicht in diesem Ausmaß, aber wir haben schon längst eine neue Normalität aufgebaut und uns außerdem ein neues Bewusstsein angeeignet.


Quellen:

Augsburger Allgemeine

* Es handelt sich um einen Arzt in der Facharztausbildung. Aus beruflichen Gründen darf der Name hierbei nicht angegeben werden.

Zurück zur Übersicht

Sag's weiter: