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Glühbirne | Online- Shopping- Süchtig?

Verfasst von Jule Schremmer am


"Boah, ich glaub' ich bin süchtig nach Online- Shopping!" - vielleicht habt ihr schonmal mitbekommen, wie jemand um euch herum leichtfertig diesen Satz benutzt hat. Dabei ist ein Kaufzwang sehr ernst zu nehmen, da er unter Anderem zu hohen Schulden führen kann.

(CC-0) HutchRock / pixabay.com


Eine Bevölkerungsbefragung ergab, dass ungefähr fünf Prozent der Deutschen shopping- süchtig sind. Männer und Frauen sind davon gleichermaßen betroffen.

Die psychische Störung nennt sich Onomanie (onios von altgriechisch „käuflich“ und mania Wahn). Sie wird jedoch nicht als eigenständige Krankheit gesehen, sondern zählt eher zu den Zwangsstörungen oder eben zu einer nicht stoffgebundenen Sucht.


Doch weshalb sind viele besonders nach dem Online Einkaufen süchtig?


Online- Shopping ist für viele um Einiges bequemer, als dafür extra in die überfüllte Innenstadt zu fahren. Zumal man in vielen Online Stores keinen Versand bezahlen muss und die nicht passenden Sachen anschließend ganz einfach wieder zurückschicken kann. Es ist so herrlich einfach!

Doch das kann leider ganz schnell zu einer ernsthaften psychischen Störung führen. Wirkliche Sucht entsteht nämlich dann, wenn man anfängt sich mit dem Online- Shopping selbst für etwas zu belohnen oder, wenn man negative Gefühle verdrängen will.

Jetzt könnte man denken "Na gut, so ein bisschen Frust-shoppen macht doch jeder ab und zu mal", aber hier gilt es klar zu unterscheiden.


Woran erkenne Ich nun, ob Ich betroffen bin?


  1. Menschen, die unter der psychischen Erkrankung leiden, haben ein exzessives Kaufverhalten. Sie verlieren oft den Überblick über ihre monatlichen Ausgaben. Ein Faktor, woran ihr dies besonders merken könnt, ist wenn ihr für das online shoppen mehr Geld ausgebt als für andere Hobbys. Das kann sogar soweit gehen, dass euer Konto am Ende des Monats im Minus ist. Sollte dies bei euch der Fall sein, ist es dringend an der Zeit, sich Hilfe zu holen!

  2. Wenn sich das online shoppen wie ein Rausch anfühlt, könnte dies ein weiterer Indikator dafür sein, dass man süchtig ist. Springt dein Herz in die Luft, wenn der Paketbote klingelt und du endlich dein langersehntes Päckchen bekommst? Betroffenen geht es meist nämlich gar nicht um den Besitz der Kleidung, sondern eher um das Hochgefühl während dem Shoppen.

  3. Daraus leitet sich auch schon der dritte Punkt ab. Shoppingsüchtige packen die Lieferung oft gar nicht direkt aus, sondern stellen sie erstmal zu den anderen. Umtauschen kommt generell selten in Frage, sodass sich eine riesige Menge Anziehsachen ansammelt.

  4. Viele Betroffene lügen sich selbst und vor allem ihre Mitmenschen an. Sie verstecken Rechnungen vor der Familie oder vor Mitbewohnern, damit ihr Verhalten nicht auffällt. Das kann sogar so weit gehen, dass Pakete beispielsweise ins Büro geliefert werden, so dass niemand es mitbekommt.

  5. Entzugserscheinungen. Diese machen sich in Schlafstörungen und innerer Unruhe bemerkbar.

Solltet ihr euch in mehreren dieser Punkte wiederfinden, dann findet ihr hier eine Liste mit Ansprechpartner*innen in Köln. Zusätzlich dazu, könnt ihr aber folgende Tipps befolgen:


Es kann sehr hilfreich sein, sich ein neues Hobby zu suchen. Wolltet ihr schon immer unbedingt Tennis spielen? Träumt ihr davon, einen Tanzkurs zu machen? Dann los! Das wird euch sicher auf neue Gedanken bringen und hilft außerdem auf eine gesunde Art und Weise gegen Frustration.


Manche Betroffene versuchen nach ihrem exzessiven Konsum eine komplett andere Richtung einzuschlagen und orientieren sich am Minimalismus. Dabei versuchen Menschen mit möglichst wenig materiellem Zeug auszukommen und sich stattdessen lieber auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu konzentrieren. Ihr könnt das als eine Art Gegenbewegung zur Konsumwelt verstehen.


Am Wichtigsten ist aber, dass ihr bei dem Ganzen ehrlich zu euch selbst seid. Gesteht euch eure Fehler ein und sprecht mit anderen darüber. Das kann manchmal schon viel helfen.






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