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Frühstückslektüre | Laut keiner Studie sind Fake News gut für die Demokratie

Verfasst von Tobias Tarnow am

Über 80% aller Menschen in Deutschland mit krimineller Vorgeschichte sind männlich - Männer Raus!  So das grobe Prinzip von Fake News. Falsche Informationen werden als Mittel zu meist rechter Meinungsbeeinflussung überspitzt dargestellt und sollen die Leser beeinflussen. Aber sind diese falschen Informationen überhaupt relevant für unsere Gesellschaft?

Soziale Netzwerke wie Facebook oder YouTube sind schon längst nicht mehr zur reinen Kommunikation oder Belustigung seiner Nutzer da. Gerade politische Themen bestimmen einen immer größer werdenden Anteil der Diskussionen in den Community Tabs des Internets. Leider gehört manipulierende Meinungsbildung der Nutzer mittlerweile genau so zu Social Media dazu, wie Emojis in Whatsappchats.

Das ist jetzt zwar erstmal nicht unbedingt etwas Neues, allerdings hat sich eine Studie der Technischen Universität Darmstadt mit den Meinungen und Anliegen der Deutschen in Bezug auf Fake News beschäftigt. Die erst vor Kurzem veröffentlichen Ergebnisse der Forscher sind es auf jeden Fall wert, sich mindestens einmal mehr mit diesem heiklem Thema zu beschäftigen.


Laut der repräsentativen Studie sehen 84% der über 1000 Befragten Fake News als eine Gefahr an. Über drei Viertel der treuen Verfechter von True News sind sogar besorgt, Fake News im Internet könnten in Zukunft der Demokratie schaden.

Das beste Bespiel für diese Sorge ist wohl der US-Wahlkampf zwischen Donald Trump und Hillary Clinton, den der Republikaner vor Allem online gewinnen konnte. Damals twittere der jetzige Präsident häufig sehr bewusst besagte Fake News. Gewonnen hat er bekanntlich trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen. 


Zwar vermutet Studienleiter Professor Dr. Christian Reuter, dass "Fake News in Deutschland weniger mit klassischen Medienanbietern assoziiert werden als beispielsweise in den USA", jedoch nimmt nur knapp die Hälfte der Befragten Falschinformationen im Netz überhaupt wahr. Noch erschreckender ist der Anteil derjenigen, die Fake News tatsächlich melden oder zumindest entsprechend kommentieren. Er liegt bei bloß 13%. Wenn man nun bedenkt, dass jeder Fünfzigste der Studienteilnehmer*innen angab, aktiv Fake News zu erstellen und/ oder zu verbreiten, wird auf einmal der riesige Einfluss der häufig rechts geprägten Fake News glasklar. Besonders anfällig sind laut der Studie interessanterweise vor Allem die älteren Generationen, welche online häufig nicht so aufgeklärt sind, wie ihre Kinder und Enkel.


Eine große Mehrheit der Befragten sieht große Risiken für die Demokratie, gerade in Bezug auf den vielzitierten, aufstrebenden Rechtsschub in der Welt. Wahlen und Ähnliches sollen durch und ein schnelleres, konsequenteres Vorgehen der zuständigen Behörden online besser geschützt werden. Tatsächlich würden sogar vier von fünf der Befragten eine staatliche Zensur von Fake News befürworten. Naja, ob das der richtige Ansatz ist, sei mal dahin gestellt.

Klar ist aber, der Staat sowie die Social Media Plattformen müssen noch viel tun, um die demokratischen Werte auch im Netz schützen zu können. Die Studie der TU Darmstadt zeigt, dass das nach den unzähligen Experten sich nun auch die Bürger*innen Deutschlands besorgt zeigen.


Frühstückslektüre

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