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Frühstückslektüre | Spiele die Freundschaften zerstören

Verfasst von Ronja Wirts am

Es geht doch nichts über einen netten Spieleabend mit Freunden. Vor allem jetzt im Winter, wo es draußen eh kalt und ungemütlich ist, klingen ein paar nette Stunden mit Snacks, einem Bierchen und guten Brettspielen echt verlockend. Aber Vorsicht! Es gibt da nämlich ein paar gefährliche Kandidaten unter den bewährten Klassikern der spielerischen Unterhaltung. Diese haben schon wahre Fehden ausgelöst und gute Freundschaften zerstört... Hier sind ein paar Spiele, vor denen ihr euch also echt in Acht nehmen solltet.

Monopoly

Der Klassiker unter den Brettspielen. Mit einer silbernen Spielfigur und etwas Papiergeld ausgerüstet, versucht man sich ein Immobilienimperium aufzubauen und tritt dabei im Konkurrenzkampf gegen die eigenen Freunde an. Nach dem Grundsatz „Eurer Verlust ist mein Gewinn“ nähert man sich dabei vielleicht ein bisschen zu sehr dem skrupellosen Finanzmarkt der Realität. Schließlich ist Monopoly vor allem eines: Es ist nicht fair! Kein Wunder also, dass die Gefühle schonmal ein bisschen eskalieren, wenn man selbst gerade einmal zwei braune Straßen kaufen konnte und euer Freund gegenüber bereits stolzer Besitzer von vier Bahnhöfen, dem Elektrizitätswerk und der Schloßallee ist.

Richtig angespannt wird die Stimmung allerdings erst in der Endphase des Spiels, wenn sich langsam abzeichnet, wer am gewinnen und wer am verlieren ist. Dann haben manche Leute plötzlich „ gar keine Lust mehr zu spielen“ und nehmen ihre bevorstehende Niederlage als Anlass über den Kapitalismus im Allgemeinen und Monopoly ganz im Speziellen zu schimpfen. Eine Freundin von mir trieb es an dieser Stelle einmal so weit, dass sie „ein Erdbeben simulierte“, welches allerdings seltsamerweise bloß meine Straßen traf. In Anbetracht der Umstände vergab ich ihr allerdings. Schließlich war sie zu dem Zeitpunkt gerade hochverschuldet auf meiner Schloßallee mit drei Häusern gelandet. Ich denke also den Sieg kann ich mir auch mit Naturkatastrophe anrechnen lassen…


Acitivity

Worte umschreiben, zeichnen oder pantomimisch darstellen ist schon eine Herausforderung. Und genau deswegen gehört dieses Spiel auch ganz klar auf meine Liste. Schließlich verführt eine so schwierige Aufgabe wie „Zeichne eine Raufasertapete“ oder „stelle eine Pralinenschachtel dar“ geradezu zum Schummeln. Es ist ja auch nicht meine Schuld, wenn mein inkompetenter Spielpartner meine grandiose schauspielerische Darstellung einfach nicht erkennen will. Da ist es dann ja auch nur ganz natürlich mit ein paar weit ausholenden Gestiken nachhelfen zu wollen. Und ein paar wohlplatzierten „Mmmmh mmh mmhs“ und „Fast. Du hast es fast“ gelten doch auch nicht als schummeln, oder? Leider sehen zumindest meine Gegner das nie so – und die Diskussion um meine hart erkämpften Punkte entflammt dann immer wieder aufs Neue…

  Stadt, Land, Fluss

Vorsicht. Dieses Spiel klingt erst einmal harmlos, beinahe idyllisch. In Wahrheit ist es aber ein weiterer Auslöser vieler, lange währender Feindschaften auf dieser Welt. Klar, es ist in gutes Mittel gegen Langeweile. Man braucht bloß Papier und Stift, weswegen es sich hervorragend unterwegs oder in einer langweiligen Uni-Vorlesung spielen lässt. Um ein bisschen Variation mit reinzubringen, kann man sich zu den bewährten Klassikern auch immer ein paar neue Kategorien wie „Beruf“, „Scheidungsgrund“ oder „Mordwaffe“ ausdenken. Das ist allerdings auch der Punkt an dem es kritisch wird. Bei Städten oder Flüssen lässt es sich dank Google schließlich relativ leicht herausfinden, ob sie existieren oder nicht. Wer entscheidet aber, ob „Quallenfänger“ ein richtiger Beruf ist? Oder ob „Igel ins Bett legen“ und „Wackelpudding werfen“, wirklich als legitimer Scheidungsgrund funktioniert? Noch schlimmer wird es dann, wenn die betroffenen Mitspieler als einziger ein Wort in dieser Kategorie gefunden haben und sich für seine Dreistigkeit jetzt auch noch zwanzig Punkte geben will. Bei den hitzigen Diskussionen, die darauffolgen, kann es schonmal passieren, dass „ausversehen“ ein Spielpapier zerrissen wird. Vielleicht sollte man also anfangen „Stadt, Land, Fluss“ auf einem anderen Material zu spielen. Betonplatten zum Beispiel. Die lassen sich wenigstens nicht so schnell zerstören.

Mario Kart

Es geht doch nichts über ein kleines, spaßhaftes Rennen unter Freunden an der Spielkonsole. Die Landschaften sind kunterbunt gestaltet und die niedlichen Spielfiguren müssen einem einfach gute Laune machen. Blöd nur, dass hinter dieser fröhlich-frischen Illusion ein todernster Wettkampf steckt. Denn kaum hat das Rennen begonnen, werden aus den glücklichen Avataren deiner Freunde, wahre Feinde. Ja, Feinde. Es gilt sich gegenseitig von der Rennstrecke zu schupsen, einander Items zu klauen und sich mit Bananenschalen und Pilzen gegenseitig zu vermöbeln. Kein Wunder also, dass einem da schon mal die ein oder andere Beleidigung endrutschten kann. Am Ende des Rennens ist das natürlich alles wieder vergessen – bis der nächste Wettkampf startet und das Ganze wieder von vorne anfängt…


Natürlich machen all diese Spiele gleichzeitig auch unglaublich viel Spaß. Trotzdem solltet ihr euch zweimal überlegen, mit wem ihr sie spielt. Ist eure Freundschaft wirklich stark genug um das zu überstehen? Oder wollt ihr euch vielleicht eh ein paar Personen in eurem Leben entledigen und seht nun die perfekte Gelegenheit dies so zu tun? Tipp: Auf jeden Fall solltet ihr diese Spiele nie mit Jemandem spielen, den ihr irgendwie versucht zu beeindrucken. Eurer Schwiegermutter, zum Beispiel. Es könnte nämlich ansonsten sein, dass diese eure hässlichen Seiten viel früher zu sehen bekommen, als es euch lieb ist….

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