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Frühstückslektüre | Ohrwürmer - Die musikalischen Bildschirmschoner des Gehirns

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Früher, immer wenn jemand über seinen Ohrwurm sprach, musste ich mir einen schleimigen, grauen Regenwurm vorstellen, der in seinem Kopf wohnt.  Die Vorstellung, dass so ein Wurm auch in meinen Ohren leben könnte, hat mich dazu gebracht mir die Ohren zuzuhalten. 

Für alle die sich immer noch fragen, ob sie Biologie zu oft geschwänzt haben: Ein Ohrwurm ist natürlich kein wirbelloses Tier, sondern eine Redewendung für ein eingängiges Lied, das lange im Kopf “stecken bleibt”. Bisher ist allerdings unklar wie Ohrwürmer genau entstehen. Musikforscher der Uni Kassel gehen davon aus, dass du genau dann einen Ohrwurm hast, wenn dein Gehirn unterfordert ist und du dich langweilst. Es wird aber auch vermutet, dass Lieder mit direkt aufeinander ansteigenden und wieder abfallenden Tonhöhen in der Melodie eher einen Ohrwurm auslösen. Dies würde das Ohrwurmpotential von Kinderliedern und Popmusik erklären, da diese leicht aufnehmbar sind.

Wer außerdem viel Musik hört, hat ein höheres Risiko infiziert zu werden. 

Funfact; die meisten Ohrwürmer entstehen laut dem Leiter des Hannover Instituts für Musikphysiologie Eckhard Altenmüller nach dem siebten oder achten Anhören.

Aber was lindert die Qual beim Ohrwurm - Was hilft?


  • Kaugummi kauen, da dies dieselbe Muskulatur beschäftigt welche zum Singen benötigt wird und somit euer Gehirn abgelenkt wird.

  • Musik ohne Text hören, diese besitzt ein geringeres Ohrwurm-Potential.

  • Musik hören die euch nicht emotional berührt, da Musik mit denen ihr starke Emotionen verbindet, tiefer in eurem Gedächtnis eingespeichert wird.

  • Sudokus lösen, denn Beschäftigungen, die euch angenehm fordern, führen dazu , dass euer Gehirn sich nicht mehr auf den Ohrwurm konzentrieren kann.

  • Hört Lieder zu Ende an! Denn euer Gehirn hat den Drang unvollständige Dinge zu vervollständigen und erinnert sich deshalb stärker an unerledigte Aufgaben als an erledigte, wie eben halb gehörte Lieder.

Zumindestens mir haben die Tipps geholfen. Aber meine Angst vor den Würmern ist geblieben. Die Panik ist noch da, wenn ich feststelle, dass da etwas in meinem Gehörgang sitzt, etwas das mich terrorisiert, etwas schleimiges, zuckendes. Der selbe Song. Immer. Wieder. Ich wünschte, dass ich mich wenigstens an den Text erinnern könnte. Aber nein, ich bin dazu verdammt dieselben drei Zeilen in Dauerschleife falsch vor mir her zu singen. Bis er mich in den Wahnsinn treibt.



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