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Frühstückslektüre | Warum immer mehr Menschen jagen gehen?

Verfasst von Dimitar Dimitrov am

“You did not kill the fish only to keep alive and to sell for food, he thought. You killed for pride and because you are a fisherman. You loved him when he was alive and you loved him after. If you love him, it is not a sin to kill him. Or is it more?” - Ernest Hemingway 

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Immer mehr Leute jeden Alters bringen Wildtiere zum Spaß um. Machen die es aber wirklich nur zum Spaß oder haben sie akzeptable Gründe dafür? Aus Sicht der Jäger macht die Jagd nicht nur Spaß, sondern sei für den Naturschutz notwendig. Eine riesige Gefahr für die Natur sei die große Anzahl von Wildschweinen, Hirschen und Rehen, die die jungen Pflanzen und die Ernte zerstören. Die Jagd diene zur Reduzierung der Population dieser Tierarten und folglich zu weniger Schaden der Natur und  Agrarwirtschaft.

Ist das aber wirklich so?

Eine französische Studie, die 22 Jahre lang durchgeführt wurde, zeigt die folgenden Ergebnisse: je stärker gejagt wird, desto intensiver ist die Vermehrung der Wildschweine. Der Grund dafür? Die steigende Fortpflanzung und die empfindliche Sozialstruktur der Wildschweine. Die Wildschweine haben eine streng aufgebaute Sozialstruktur. Die Rotte wird von einer Leitbache geführt, die einmal im Jahr fruchtbar ist. Falls die Leitbache aber erschossen wird, wird die ganze Herde zerstreut. Die Tiere werden wegen der fehlenden Leitung unkoordiniert und zerstören durch unkontrolliertes Betreten der Felder die Ernte. Außerdem vermehren sie sich mehrmals im Jahr. Alle diese Beobachtungen kommen zu folgender Schlussfolgerung: Jagd ist nicht die Lösung ökologischer  Probleme, sondern ein weiterer  Grund.

Die Natur reguliert sich selbst.

Während der Zeit hat die Natur selbst ein eigenes Modell von Prozessen entwickelt. Die Pflanzen brauchen Photosynthese, damit sie am Leben bleiben. Die Hirsche und Rehe ernähren sich von Pflanzen. Die Raubtiere jagen, damit sie essen können. Die Jagd kann aber diese Struktur leicht zerstören. Die starken Geräusche von Schüssen, das nachfolgende Chaos und die unvermeidbare Angst ausgesetzt zu sein, führen zu  großem Stress der Tiere, der die Alltagsroutine und Essgewohnheiten schlecht beeinflusst. Wenn die Ernährung gestört ist, werden das Fett und die Energie, die die Organismen fürs Leben brauchen, immer weniger. Die Jagd kann wichtige und nötige Prozesse wie Migration und Winterschlaf unterbrechen. Außerdem entsteht die Gefahr, dass die Tiere, die Eltern sind, ihre Nester und Verstecke  verlassen und ihre Kinder verwundbar den Raubtieren überlassen.
Die Population wird durch verschiedene externe Faktoren wie Essen, Wetter, Krankheiten reguliert, deshalb ist die menschliche Einmischung nicht notwendig.

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Wo entsteht noch die Gefahr beim Jagen?

 Pferde, Kühe, Hunde und sogar Menschen können unfreiwillige Opfer der Jäger werden. Laut der International Hunter Education Association gibt es jedes Jahr Hunderte von Toten und Tausende von Verletzten – diese Statistiken beinhalten nur Zwischenfälle von Menschen. 

Unschuldige Opfer der Jäger können zum Beispiel ihre Kollegen, Nachbarn, Bergwanderer oder spielende Kinder sein. Die können aus Versehen von nicht so guten Schützen erschossen werden, was zu fatalen Folgen führen kann.
Auch viele Haustiere werden Opfer der Jäger – jedes Jahr werden rund 400.000 geliebte Familienmitglieder umgebracht.

 Warum gehen immer mehr Leute jagen?

Aus der reinen Lust ein unschuldiges Leben zu nehmen? Wegen der alten barbarischen Traditionen?

Das Toro-de-la-Vega-Turnier in Spanien, der Tag des Hahnes in Bulgarien oder das Grindadráp auf den Färöer-Inseln, wo jedes Jahr mehr als tausend Wale und Delfine umgebracht werden, sind nur Beispiele für das unnötige Töten von unschuldigen Tieren in unserer Zeit wegen veralteter Traditionen.
Ein ganz neuer Trend sind die Fotos von Jägern mit ihren tierischen Trophäen, die in den sozialen Netzwerken hochgeladen werden. Diese Fotografien verursachen wütende Reaktionen der anderen User und verbale Angriffe gegen die Jäger.

Oft schützen Jäger ihre Gewalttaten damit, dass das Erschießen von Wildtieren notwendig für das Wohl der Natur sei. Die Jagd ist jedoch die Ursache für negative Veränderungen in natürlichen Prozessen, die Schaffung von Chaos in der Natur und trägt zum Verschwinden von Tierarten auf der ganzen Welt bei.


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