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Frühstückslektüre | Ist die kölsche Liebe in Gefahr?

Verfasst von Marie Bagh am

Warum die Kölner um die Liebe bangen und was genau die Deutsche Bahn damit zu tun hat..

Ein kleines Schloss mit den Buchstaben der Vornamen, dem Datum des Jahrestags und vielleicht noch einem kleinen Spruch. Liebesschlösser sind immer noch ein beliebter Brauch… Aber woher kommt diese Tradition eigentlich?

Ihren Ursprung haben die Schlösser in Italien. Hier wollten italienische Studierende das Ende ihres Studiums an der Universität San Georgio in Florenz damit besiegeln, dass sie die Schlösser ihrer Spinde an eine Brücke hängen.

Diese Idee wurde kurze Zeit später von verliebten Pärchen übernommen. Die besiegelten dann aber nicht ihren Abschluss, sondern ein Versprechen für die Ewigkeit an der „Milvischen Brücke“ in Rom. Besonders ist dieser Liebesbeweis dann dadurch, dass der Schlüssel traditionell in das fließende Gewässer unter der Brücke geworfen wird. Das Öffnen des Schlosses würde nämlich das Ende der Liebe bedeuten. Daraufhin wurde die Tradition schnell sehr beliebt und hat sich schließlich in der ganzen Welt verbreitet.

Doch die kleinen Schlösser können auch Probleme verursachen: In Paris mussten Anfang 2010 insgesamt circa 1600 Liebesschlösser von der Pont des Arts entfernt werden. Grund dafür war das gesammelte Zusatzgewicht von 93 Tonnen, dem das Geländer der Brücke zum Opfer fiel. Um sich vor ähnlichen Katastrophen zu retten, wird das Aufhängen solcher Schlösser z.B. in Berlin mit einer Summe von 35€ und in Venedig sogar mit 3000€ bestraft. Bis heute ist die Hohenzollernbrücke in Köln einer der berühmtesten Spots der Schlösschen in Deutschland. Dieser scheint jetzt allerdings auch in Gefahr zu sein. Die Deutsche Bahn, Eigentümer der Brücke, hat angekündigt den Zaun der Brücke erneuern zu wollen.

Die ursprüngliche Aussage der Deutschen Bahn, dass die Liebesschlösser dann beseitigt werden müssten, hat diese mittlerweile zurückgezogen. Allerdings ist die Sache immer noch nicht vom Tisch. Innerhalb der nächsten drei Jahre ist die Erneuerung des Zauns fällig.



Damit die DB die Liebesschlösser nicht knacken muss, will sie diese mitsamt dem Zaun an einem anderen Ort in Köln aufstellen. Wo dieser Ort sein soll, ist noch nicht klar. Als möglicher Interessent hat sich mittlerweile das „Haus der Geschichte“ in Bonn gemeldet. Ob die Liebesschlösser jedoch wirklich zum Ausstellungsstück werden, ist noch fraglich.

Also nutzt noch schnell die Chance und verewigt euch auf der Brücke! Denn vielleicht heißt es bald nicht mehr: „Ich schenke dir heut’ ein Schloss am Rhein, mein Reich ist eine Brücke, die führt ins Glück hinein..“..

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