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Frühstücklektüre | Yoga Klischees auf dem Prüfstand

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Studierende klagen ständig über zu viel Stress und Rückenschmerzen. Yoga hilft gegen beides. Dennoch halten einige hartnäckige Vorurteile den ein oder anderen davon ab, sich daran zu versuchen. Jetzt wird mit den Klischees aufgeräumt!


(CC-0) Alexas_Fotos / pixabay.com

Ein paar gängige Vorbehalte:

1. Yoga ist eine Esoteriker-Sekte

Man ist eigentlich für ein paar Dehnungsübungen gekommen und die Kursleiterin im Schneidersitz und mit Turban auf dem Kopf fordert einen dazu auf, das Licht seines Geistes in das drittes Auge zu schicken. In solchen Situationen kann man schon diesen Eindruck bekommen. Sobald der erste Kulturschock überwunden ist, wird es besser und der ein oder andere kann mit solchen Übungen etwas anfangen, dann sogar dabei entspannen. Meditation und Achtsamkeitsübungen gehören zum Yoga dazu. Und dennoch sollten auch diejenigen unter uns, die mit Esoterik einfach nichts anfangen können, sich davon nicht abschrecken lassen. Yoga hat viele Gesichter und es hängt häufig auch von dem/der Yogalehrer/in ab, wie stark das Ganze in die esoterische Richtung geht. Selbst wenn die entspannten Yoga-Klänge nichts für Euch sind: Es gibt sogar Heavy-Metal-Yoga. Dort werden Dehnungsübungen zu Iron Maiden praktiziert anstatt bei sanften Klängen nach innerer Ruhe zu suchen. Der Yoga-Phantasie sind somit keine Grenzen gesetzt. Einfach mal Verschiedenes ausprobieren – für jeden ist etwas dabei.

2. Yoga ist nur was für Weicheier

Spätestens wenn man schonmal beim Kundalini Yoga eine Viertelstunde lang ununterbrochen mit beiden Armen in einer waagerechten Position verharrt oder beim Yoga „Boot“ das Gefühl hatte, die Bauchmuskeln brennen einem weg, geht man das Ganze mit dem nötigen Respekt an. Yoga kann definitiv auch Folter genug für die härtesten Knochen sein  – alles eine Frage der Übungswahl.

3. Nur super Gelenkige können Yoga

Zugegeben, so manche Posen sehen ganz schön einschüchternd aus. Allerdings machen diese vermeintlichen muskulösen Schlangenmenschen-Yogis das in der Regel auch nicht erst seit gestern. Sie haben oft ebenfalls so schüchtern und ungelenkig angefangen wie die meisten von uns. Natürlich braucht es Übung, bis man mal eben einen Kopfstand vollführt, aber davon darf man sich nicht entmutigen lassen. Man sollte auf jeden Fall sanft einsteigen und bei jeder Übung auf den eigenen Körper und seine eigenen Grenzen hören. Ihr werdet schneller Fortschritte machen, als gedacht, und feststellen, dass Ihr immer beweglicher werdet, wenn Ihr dranbleibt. Nach nur einigen Wochen Übung das erste Mal seine eigenen Zehen zu berühren, ist extrem zufriedenstellend!

Die einzige Person, mit der Du dich vergleichen solltest, ist die, die Du gestern warst.

4. Nur Frauen praktizieren Yoga

Tatsächlich legen auch immer mehr Männer ihre Scheu ab und schwören auf Yoga. Promi-Beispiele sind Maaron 5-Sänger Adam Levine, Schauspieler Russell Brand oder Sänger Sting. „Iron Man“-Darsteller Robert Downey Jr. soll Yoga sogar dabei geholfen haben seine Drogensucht zu bekämpfen. Und sollte die Hemmschwelle, sich bei einem Kurs anzumelden, für den ein oder anderen Herren dennoch zu hoch sein, gibt es Abhilfe: Die Uni Köln bietet inzwischen sogar speziell „Men’s Yoga“ an  – frei nach dem Motto „Mann kann’s auch.“ Warum auch nicht, Männer profitieren genauso vom Gelassenheits-, Flexibilitäts- und Krafttraining wie Frauen und sollten sich auf keinen Fall von Klischees abhalten lassen. Traut euch, Männer! 

Ab auf die Yogamatten!

Yoga ist unglaublich vielfältig. Und auch Skeptiker können Yoga vielleicht etwas abgewinnen, wenn sie sich darauf einlassen. Die Yogapraxis hat auf die, die sie regelmäßig praktizieren viele positive Effekte. Neben offensichtlichen Auswirkungen, wie der Muskelstärkung und Erhöhung der Flexibilität, schärft es auch unsere Konzentrationsfähigkeit und Geduld. Es schenkt Selbstvertrauen und ein besseres Körpergefühl. Und manchmal gibt es nichts Schöneres, als beim „Shavasana“, der Abschlussentspannung, 10 Minuten lang flach auf dem Boden zu liegen, an die Decke zu schauen und nichts weiter tun zu müssen. So kann man lernen abzuschalten und den Prüfungsstress oder den vollen Wäschekorb mal für ein paar Augenblicke gedanklich hinter sich zu lassen. Ob in einem der unzähligen Yogakurse oder zu Hause unter Anleitung eines Youtube-Videos: Probiert es einfach einmal aus. In dem Sinne: Namasté!

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