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Frühstückslektüre | Der Streit ums Trinkwasser: Flasche, Filter, Wasserhahn?

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Plastikflaschengegner und Umweltschützer predigen es unentwegt: Trinkt Leitungswasser! Doch beim Blick auf die Kalkablagerungen in meinem Wasserfilter frage ich mich: Tu ich mir damit wirklich einen Gefallen?

(CC-0) PhotoMIX-Company / pixabay.com

Der Kauf von PET-Flaschen ist längst zur Gewissensfrage geworden. Denn diese tragen maßgeblich mit dazu bei, dass unser Planet immer weiter im Plastikmüll versinkt. Heike Vesper vom WWF-Zentrum für Meeresschutz meint sogar:

„Es ist wirklich ganz kurz vor 12, was den Plastikmüll in den Meeren angeht“.


Unser Leitungswasser wird streng kontrolliert

Und mal ganz abgesehen davon: Wasserschleppen hat noch niemandem richtig Spaß gemacht. Zudem wird immer wieder betont, dass das deutsche Leitungswasser uneingeschränkt trinkbar ist, da strenge Richtlinien eingehalten werden müssen.
 
„Die Richtwerte für Mineral- und Tafelwasser werden in Deutschland von der Mineral- und Tafelwasserverordnung festgelegt (Anlage 4 zu § 6a Abs. 1). Vergleicht man die Verordnungen, lässt sich feststellen, dass Trinkwasser auf mehr Schadstoffe geprüft wird als Mineral- und Quellwasser. Trinkwasser wird z.B. auf Pestizide geprüft, Mineral- und Quellwasser nicht.“
(www.reset.org) 

Dass diese auch eingehalten werden, bestätigt der Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit und des Umweltministeriums. Was viele nicht wissen: Auch was die täglich erforderliche Dosis an Mineralstoffzufuhr betrifft, hat das Leitungswasser im Vergleich zum gekauften Mineralwasser die Nase vorn.

Mögliche Risiken beim Trinken von Leitungswasser
Wie kommt es dann, dass sich so viele von uns immer noch nicht überzeugen lassen wollen, auf das heimische Leitungswasser umzusteigen und weiterhin lieber Geld für Plastikflaschenwasser ausgeben? Dabei können unterschiedliche, durchaus berechtigte Sorgen eine Rolle spielen. Eine davon ist die Angst vor Schwermetallen wie Kupfer, Nickel und Blei im Wasser. Die Wasserversorger garantieren nämlich lediglich für unbelastetes Wasser bis zur Übergabe an den Haushalt. Durch veraltete Wasserrohre im Haus können dennoch Schadstoffe ins Wasser gelangen.
 

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Die Verantwortung liegt dann bei Vermietern und Eigentümern. Um herauszufinden, ob der eigene Haushalt betroffen ist, kann man eine Wasserprobe beim örtlichen Wasserversorger einschicken. 

Wasserfilter als heiliger Gral?
Wasserfilter sind bis zur Sanierung der Rohre in der Hinsicht eine Zwischenlösung, denn sie filtern die Metalle, die im Trinkwasser nichts verloren haben, raus. Viele schaffen einen Wasserfilter auch deshalb an, um den Kalk aus dem Leitungswasser zu filtern. Tatsächlich ist dieser entgegen der landläufigen Meinung für den Menschen aber gar nicht schädlich. Das Ganze ist nur eine Geschmacksfrage und wer Kalk aus seinem Wasser filtert, verlängert damit eventuell die Lebenserwartung von Haushaltsgeräten wie Wasserkochern. Der Mensch kann kalkhaltiges Wasser jedoch bedenkenlos zu sich nehmen.

Wasserfilter sollten ohnehin mit Vorsicht genossen werden, wie Stiftung Warentest 2015 herausfand, denn die Filterpatronen einiger Kartuschen bilden ein Hygieneproblem, da sich bereits vorhandene Bakterien dort leicht verbreiten können. Wird das durch Silberionen in den Kartuschen verhindert, gelangt Silber ins abgefilterte Wasser, was wiederum ebenfalls ein gesundheitliches Risiko ist. Somit sind Wasserfilter in den meisten Fällen unnötig, wenn nicht sogar schädlich und produzieren nur neue, fortlaufende Kosten.

Fazit
Das Thema Trinkwasser ist und bleibt umstritten. Wenn wir aber in Zukunft auf gekauftes Wasser aus Plastikflaschen verzichten, tun wir nicht nur der Umwelt etwas Gutes, sondern auch uns selbst. Keine Rückenschmerzen mehr vom Wasserschleppen, kein lästiges Pfandflaschenzurückbringen, das Portemonnaie wird geschont und wir werden sogar besser mit Mineralstoffen versorgt. Auf Wasserfilter kann in den meisten Fällen getrost verzichtet werden. Dennoch ist es wichtig, dass ihr euch über die Wasserqualität eurer Leitungen erkundet. Am Morgen und nach längerer Abwesenheit wird außerdem empfohlen, das Wasser eine Minute ablaufen zu lassen, bevor man es nutzt, um mögliche Keime in abgestandenem Wasser loszuwerden.

Also worauf wartet ihr noch? Wasserhahn auf, Flasche füllen, trinken, weitersagen!

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