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Frühstückslektüre | Künstliche Intelligenz komponiert Musik

Verfasst von Lisa Knobloch am

Die Musik die wir hören, insbesonder die Songs die in den Charts platziert sind, wird immer elektronischer. Künstliche Sounds und Melodien lösen stückchenweise herkömmliche Instrumente ab. Und auch durch den Hype um DJs werden elektronisch angehauchte Lieder immer beliebter. Elektronische Musik ist in unserer Gesellschaft angekommen. Aber welche Melodien sind noch menschgemacht und welche von einer künstlichen Intelligenz produziert?

(CC-0) geralt / pixabay.com

Diese Frage stellt man sich auch bei dem Album Hello World von Skygge. Dem ersten Album was ausschließlich mit Hilfe von einer künstlichen Intelligenz komponiert wurde.

Hinter dem Künstlernamen 'Skygge' steckt unter anderem Benoit Carré, der mit Hilfe von dem Algorithmus “Flow machine “ ein Album produziert hat. Dabei entwickelt der Algorithmus das musikalische Grundgerüst, also Melodie eines Liedes .Der Mensch wählt dann nur noch die besten Melodien aus und setzt sie in einem Vorgang zusammen den man Kuratieren nennt.

Aber wie kann eine künstliche Intelligenz Musik produzieren?

Damit der Algorithmus Lieder komponieren kann braucht er zuerst Input.Dafür werden viele Lieder in eine Datenbank eingespeichert. Diese Lieder bilden die kompositorische Grundlage für die Software. Anhand dieser erfassten Lieddaten setzt der Algorithmus dann neue Melodien zusammen. Dabei orientiert sich die Software an den Stilrichtungen der Lieder und diese zu imitieren.

Kann ein Algorithmus die Arbeit eines Menschen ersetzten?

Bisher noch nicht. Zwar kann die Software neue Melodien komponieren aber nicht beurteilen ob die Melodie dem Hörern gefällt oder nicht. Dafür werden dann Sänger und Songwriter benötigt die Melodien auswählen und das umändern was ihnen nicht gefällt. Somit durchläuft auch ein KI-Song den selben Entstehungsprozess wie ein Song der von einem Menschen produziert wurde. Demnach werden Softwares wie “Flow Machine” bisher nur als Werkzeug zur Entwicklung von Melodien genutzt.

So auch bei dem KI-Album. Weil der Algorithmus nicht dazu in der Lage ist die Qualität von Songstexten zu beurteilen hat sich Carré Hilfe bei Künstlern wie Stromae gesucht die ihn beim Songwriting unterstützt haben. Neben Roboterstimmen übernehmen auch Künstler wie Kiesza den Gesang.

Schlussendlich stellt sich jedoch eine Frage: Können KI-Songs wirklich als Komposition begriffen werden wenn die Melodie nur eine Imitation von bereits vorhandenen Songs ist. Oder ist nicht jeder neu produzierte Song, ob künstlich oder menschgemacht, zwangsläufig den Einflüssen von bereits vorhandener Musik ausgesetzt ?

Ich denke hier verhält es sich wie bei der Frage mit dem Huhn und dem Ei.

Was Komposition und was Imitation ist, und vorallem die Frage was zuerst da war, muss jeder für sich selber entscheiden...

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