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Glühbirne | Kein Geld für "Jane Doe"

Verfasst von Mandy Jehne am

Einer Lotto-Gewinnerin aus den USA wird der Gewinn verweigert, und das nur, weil sie anonym bleiben möchte. Warum das Gesetzt auch nicht auf ihrer Seite ist, erfahrt ihr hier.

(CC-0) Hermann / pixabay.com

Es ist wahrscheinlicher in einem Jahr vom Blitz getroffen zu werden, als im Lotto zu gewinnen. Die Wahrscheinlichkeit bei der amerikanischen Lotterie “Powerball” zu gewinnen, liegt bei 1 zu 292 Millionen. “Aber man kann ja nie wissen!”, mit diesem Spruch werben amerikanische Lottogesellschaften und tatsächlich: in der Kleinstadt Merrimack in New Hampshire knackte eine Frau im letzten Monat den Jackpot. Sie tippte 5 Zahlen und den Powerball richtig und gewann somit 559,7 Millionen Dollar. Das klingt natürlich erstmal so, als sollte man sich darüber freuen, aber die Lottogesellschaft möchte “Jane Doe” den Gewinn nicht auszahlen. Der Grund dafür, sie möchte lieber anonym bleiben.


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Warum die Anonymität?

Die eigentliche Multimillionärin, wird in den Prozessakten nur als "Jane Doe" bezeichnet. Dieser Name wird für Frauen in Amerika verwendet, wenn die Privatsphäre vor Gericht geschützt werden soll. Als also “Jane Doe” von ihrem Gewinn erfuhr, war sie natürlich völlig aus dem Häuschen. Ihr Anwalt erzählt, dass sie erst vollkommen ungläubig und dann voller Panik gewesen sei. Sie überlegte sich schon wie sie denn den Lottoschein am Besten vor Dieben schützen könnte. Zu den Gründen warum "Jane Doe" anonym bleiben möchte sagt ihr Anwalt:

“Sie möchte gerne ihre Arbeit fortführen und auch künftig die Freiheit haben, zum Einkaufen zu gehen, ohne dabei als Gewinnerin einer halben Milliarde Dollar erkannt zu werden.“
Doch die Lottogesellschaft und auch das Gesetzt machen ihr da jetzt einen Strich durch die Rechnung.

(CC BY 2.0) marcoverch / flickr.com

Aber warum wird die Auszahlung verweigert?

Ein Lottogewinn ist sehr unwahrscheinlich. Aber hin und wieder kommt es vor, dass jemand den Jackpot knackt. Diese Person ist dann in allen Zeitungen zu finden und wird Teil der Öffentlichkeit. Somit wird die Person zum Werbegesicht der Lottogesellschaft und Paradebeispiel um zu zeigen: Hey, es ist durchaus möglich im Lotto zu gewinnen. Damit hoffen Lottogesellschaften wie “Powerball” ihren Kundenkreis erweitern zu können. Wenn aber nun der Lottogewinner anonym bleiben möchte, ist das alles nicht möglich und die Werbetrommel bleibt unberührt. Aber nicht nur das, auch die Gesetze in New Hampshire respektieren den Wunsch nach Privatsphäre nicht. Laut dem Open-Records-Gesetz muss der Name des Gewinners, die Stadt und der gewonnene Betrag bekanntgegeben werden. So wollen sich die Behörden vor möglichem Betrug und “anderen kriminellen Vorkommnissen" schützen.

Der Vorsitzende der Lotto-Zentrale in New Hampshire erklärt:

“Wir können den Wunsch nach Anonymität nachvollziehen, unsere Regeln und die Gesetze unterstützen das allerdings nicht.“

Gibt es einen Ausweg?

Eine möglicher Ausweg wäre es, eine anonyme Stiftung zu gründen und den Gewinn im Namen dieser Stiftung entgegen zu nehmen. Im Fall von "Jane Doe" war das aber leider nicht mehr möglich, da sie den Lottoschein schon mit ihrem Namen unterschrieben hatte und eine Änderung zum Verfall des Gewinnloses geführt hätte. Zum jetzigen Zeitpunkt bleibt der Amerikanerin nichts anderes übrig als zu verzichten. Entweder auf den Schutz ihrer Privatsphäre oder auf den Gewinn.

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Also schlussendlich ist ein Lottogewinn immer etwas lebensveränderndes. Das man sich zwischen seiner Privatsphäre und 559,7 Millionen Dollar entscheiden muss, ist denke ich eher kritisch zu betrachten. Denn wie die Geschichte gezeigt hat, ist in der Öffentlichkeit zu stehen - und dann noch als Multimillionär - nicht immer ein Zucker schlecken.




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