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Die Sockenfrau: Partnervermittlung in Köln

Verfasst von SophiA am

Eines der größten Mysterien: Sockenschwund. Man kauft sich einen ganzen Haufen neuer Paare und trotzdem: Nach ein paar Monaten fehlt vielen das Gegenstück. Doch Rettung naht. Camille Köhler hat sich auf die Spur der verlorenen Socken gemacht und ist die Heldin aller Sockenliebhaber.

(CC-0) Prinz-Peter / pixabay.com

Camille Köhler eine Designstudentin aus Düsseldorf, hat gemeinsam mit ihrem Dozenten, Professor Thomas Klegin, beschlossen dem Socken-Phänomen auf die Spur zu gehen.

Die 20-Jährige selbst hat einen Haufen halber Sockenpaare zuhause und hat sich auch gefragt: Wo sind all meine Socken bloß hin?

Die zündende Idee

Die Idee kam Camille, da sie selbst seit Jahren einen Sack voller halber Pärchen bei sich zuhause rumstehen hatte. Der Anblick hat sie so mitgenommen, dass sie sich mit ihrer Aktion vorgenommen hat dem Ganzen ein Ende zu bereiten.

Kriminalfall: Socke vermisst

Da es dutzende, ja gar hunderte von Fällen gibt, hatte Camille ihre Suche nach den Vermissten wie einen Kriminalfall aufgezogen. Mit „Gesucht“-Plakaten in ganz Köln versuchte die junge Frau, die fehlenden Socken wieder zusammenzuführen. Die rund 800 Vermissten-Plakate überall in der Stadt, hauptsächlich aber in Sülz-Klettenberg, riefen alle Bewohner zur Mithilfe auf.

Aufbewahrt werden die Socken ordnungsgerecht in Plastikbeuteln, wie echte Beweisstücke, bis der passende Partner wieder auftaucht.

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Die (Socken-)Partnervermittlung

Wer auf einem der Plakate eine Socke wiederkannt hatte oder sich auf die Suche nach der zweiten Socke machen wollte, konnte in den Räumlichkeiten von „History Today“ (Berrenratherstraße 162) eine 'Partnervermittlung' aufsuchen. Im Rahmen des Sockenspeeddatings, konnte dort jeder eine passende Socke mitbringen und das wiedervereinte, glückliche Paar mit nach Hause nehmen.

Die vermisste Partner-Socke im echten Leben

Auch wir Menschen sind ja alle irgendwie auf der Suche nach unserer fehlenden Socke. Hat die Speeddating-Sockenvermittlung also vielleicht Potenzial für das gemeine Volk?

Das eigene Gesicht auf ein Plakat drucken mit der Bildunterschrift: „Passende Partner(-Socke) gesucht“ und los geht’s! Eine Alternative zu Tinder und Co. Für Mutige vielleicht?

Denn das unpersönliche schnelle Abfertigen von heute vermittelt eine neue Art von Liebe und Partnerschaft, die keinem wirklich gefällt. Schnell und überall zu haben. Unendlich viele Seiten mit unglaublich viel Auswahl.

Der feste Partner verliert langsam an Bedeutung, weil immer was besseres in Aussicht ist. In einer Gesellschaft voller Fast-Food und Fast-Love, in der jeder ersetzbar zu sein scheint, wäre diese Art von Partnersuche einmalig.

Wer also schon lange verzweifelt auf Partnersuche ist, sollte die Sockenvermittlung mal auf sein eigenes Liebesleben anwenden. Denn vielleicht findet man mit dieser Masche nicht nur die passende Socke, sondern auch den Partner fürs Leben.


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Frühstückslektüre

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