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Der Mandela Effekt – Was ist wirklich passiert?

Verfasst von SophiA am

Manchmal erinnern wir uns an Dinge die so gar nicht passiert sind. Eine Kleinigkeit war anders oder wir haben die Daten völlig falsch im Kopf. Zufall? Vielleicht...

Doch wenn mehrere, ja sogar hunderte von Menschen sich kollektiv falsch an etwas erinnern, kann das dann noch ein Zufall sein?

(CC BY 2.0) iamkory / flickr.com

Was ist der Mandela-Effekt überhaupt?

Der Mandela-Effekt ist eine Verschwörungstheorie, die sich mit Phänomenen von kollektivem falsch erinnern befasst. Menschen die sich an vermeintlich geschichtliche Fakten erinnern, die so überhaupt nicht passiert sind. Eines der wohl bekannteste Beispiele dafür ist Darth Vaders berühmter Satz aus Star Wars. Denn wie wir alle wissen sagt er zu seinem Sohn:

„ Luke, I am your father“, richtig? Falsch! In Wirklichkeit erwähnt Vader Lukes Namen mit keiner Silbe. Das tatsächliche Gespräch läuft wie folgt ab:


Darth Vader: „ Obi Wan never told you what happened to your father.“

Luke: „ He told me enough. He told me you killed him.“

Darth Vader: „No, i am your father!“


Ein weiterer bekannter Irrtum ist: Sex and the... oder war es Sex in the City?

Ihr seht, es gibt eine Menge weit verbreiteter Irrtümer in der Welt, die nicht nur von einem Menschen, sondern manchmal von einem Großteil der Menschheit für richtig gehalten werden.

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Namensgeber: Freiheitskämpfer Nelson Mandela

Die Theorie wurde nach dem ehemaligen Präsidenten von Südafrika benannt. Nelson Mandela geboren 1918, gestorben im Jahre 2013. Das Kuriose an seinem Tod und der Grund für die Theorie ist, dass viele Menschen dachten, Mandela wäre schon dreißig Jahre zuvor im Gefängnis verstorben. Sogar einige Geschichtsbücher hatten seinen Tod in diesem Zeitraum festgehalten.

Aufgeflogen ist der Irrtum mitunter durch Fiona Broom. Sie und ein paar andere unterhielten sich über den tot geglaubten Mann und mussten schockiert feststellen, dass dieser erst Jahre später gestorben war. Doch nicht nur Fiona und ihre Gesprächspartner waren dieser Annahme, sondern dutzende von Menschen. Der Irrtum war so groß, dass News und Zeitungen darüber berichteten. Ein tot gelaubter Mann, der in Wirklichkeit gar nicht tot war. Wie konnte das nur sein?

Erklärungsversuche

Die Theorie versucht, all diese Vorfälle durch Paralleluniversen zu erklären. Sogenannte "alternative Erinnerungen" an Dinge, die in einer anderen Welt den Tatsachen entsprechen, in unserer aber als falsch gelten. In einer anderen Welt, mit anderer Zeitlinien ist Nelson Mandela also vielleicht wahrhaftig dreißig Jahre zuvor gestorben.

Das ganze klingt wie aus einem abgedrehten Science Fiction Film und so als ob es niemals der Realität entsprechen könnte. Doch die Vertreter der Theorie, wie Fiona Broom, versuchen tatsächlich wissenschaftliche Erklärungen und Beweise für ihre Behauptung zu liefern.

Unter anderem beziehen sie sich auf die These der Vielen-Welten-Interpretation. Diese stammt aus der Quantenphysik. In der Interpretation, erfunden von Hugh Everett, ist die Rede davon dass bei jedem Quantenerereignis das stattfindet, ein weiteres Universum und ein weiterer Zeitstrahl entsteht. Die Welt wird also in immer mehr Welten geteilt. Durch dutzende Welten gibt es dann dann dutzende unterschiedliche, geschichtliche Ausgänge und die vermischen sich dann hin und wieder mit unserer. Natürlich ist diese Interpretation höchst umstritten und beruht nicht auf wissenschaftliche Tatsachen und Fakten.

Fazit

Der Mandela-Effekt ist und bleibt eine unwissenschaftliche Verschwörungstheorie, die sich nicht beweisen lässt. Stattdessen werden die weit verbreiteten Missverständnisse von Wissenschaftlern auf eine Fehlfunktion des Gehirns geschoben. Denn schließlich ist unser Gehirn keine Bücherei in der wir das passende Buch aus dem Regal greifen können und uns klar und deutlich erinnern. Nein, unser Gehirn funktioniert durch Assoziationen. Es ähnelt eher einem Spinnennetz mit verworrenen Verzweigungen, als einer klar geordneten Bibliothek.

Beim Speichern und abrufen in diesem verzweigten Netz kann also eine Menge schief gehen.


Bis der Mandela-Effekt bewiesen ist heißt es somit: Irrtum eingestehen und die Tatsachen in unserer Welt akzeptieren so wie sie sind, auch wenn man sich sicher ist das es eigentlich ganz anders war.




Frühstückslektüre

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