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Frühstückslektüre | DuckDuckGo – eine Alternative zu Google?!

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Das Wörtchen „googeln“ hat sich als Begriff für die Suche im Internet fest etabliert und bei der Präsenz des Marktführers Google werden alternative Suchmaschinen gerne übersehen. Diese können aber vor allem in puncto Datenschutz und Nachhaltigkeit häufig deutlich besser abschneiden.

(CC-0) geralt / pixabay.com

DuckDuckGo beispielsweise ist eine der bekanntesten alternativen Suchmaschinen. Vor allem seit dem NSA-Skandel erfreut sie sich, sowie auch andere alternative Suchmaschinen, größerer Beliebtheit. Das Motto der Suchmaschine lautet dabei: „Die Suchmaschine, die Sie nicht verfolgt“. Ihre Stärken sind dabei, laut Selbstaussage auf der Website: 

1 Persönliche Daten werden nicht gespeichert.

2 Wir nerven Sie nicht mit Werbung.

3 Wir verfolgen Sie nicht. Niemals.

Da DuckDuckGo keine persönlichen Informationen und auch keine Nutzerdaten sammelt, erlaubt die Suchmaschine anonymes Surfen und hat den Vorteil, dass sie Filterblasen verhindert. Die Suchmaschine speichert keine IP-Adressen, erstellt keine Nutzerprofile und zeigt deshalb jedem Suchenden exakt dieselben Ergebnisse an. Dabei werden, im Gegensatz zu Google, nicht die meistgesuchten, sondern die besten Suchergebnisse angezeigt. Die Suchergebnisse stammen dabei von Wikipedia, Bing, Yahoo, Yandex oder Yummly.

DuckDuckGo überzeugt aber nicht nur durch bessere und relevantere Ergebnisse, sondern auch durch weniger Werbung. Cookies halten sich in überschaubaren Maßen und Suchanfragen werden nicht an die angeklickten Seiten weitergegeben. Die Verschlüsselung der Datenübertragung findet via SSL statt. Zudem lässt sich bei DuckDuckGo über eine sogenannte "!Bang"-Syntax, gezielt in bestimmten Websites suchen. So wird man zum Beispiel über die Suchanfrage "!a Kaffeebohnen" direkt auf die Ergebnisseite für Kaffeebohnen auf Amazon.com weitergeleitet.

Klingt alles erstmal ganz gut. Aber...


Minuspunkte sammelt DuckDuckGo vor allem im Bereich der beschränkten Optionen. So kann standardmäßig lediglich in den Feldern Web, Bilder und Videos gesucht werden. Eine interaktive Karte gibt es zwar auch noch, diese ist aber sehr einfach gehalten und die Funktion der Routenplanung, wie man sie von Google Maps kennt, fehlt komplett.

DuckDuckGo steht als amerikanisches Unternehmen auch unter amerikanischem Recht. Das Unternehmen ist durch den Patriot Act dazu verpflichtet, der NSA, dem FBI und der CIA Zugriff auf seine Server zu gewähren, sowie jedes  andere amerikanische Unternehmen auch. So entsteht die Befürchtung, US-Gerichte könnten die Suchmaschine dazu zwingen, seine SSL-Schlüssel herauszugeben oder Nutzerdaten zukünftig zu sammeln und dann preiszugeben, ohne dass der Nutzer davon erfährt. Allerdings setzt DuckDuckGo auf die sogenannte Perfect Forward Secrecy, womit sich trotz SSL-Schlüsseln keine Rückschlüsse auf die Daten ziehen lassen. Problematisch ist jedoch zudem, dass DuckDuckGo seinen Dienst auf Amazon-Servern betreibt. Amazon wiederum  kooperiert bereits seit einigen Jahren mit US-Geheimdiensten und entwickelte 2014 eine Cloud für die CIA. Somit stellt sich die Frage, wie sicher die Daten bei DuckDuckGo letztendlich wirklich sind.

Insgesamt kann DuckDuckGo jedoch definitv als Alternative neben Google standhalten. Aber auch bei Google lassen sich Datensammlungen durch die richtigen Einstellungen verhindern. Zum Beispiel kann man darauf achten, beim Googeln nicht im Google-Konto angemeldet zu sein. Außerdem lässt sich im Browser einstellen, dass alle Cookies blockiert werden, auch die von Google.

Frühstückslektüre

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