Leitung: Vivian Bahlmann & Amelie Liebst

magazin@koelncampus.com

Frühstückslektüre | Hipster-Leben über den Wolken

Verfasst von am

Craft Beer, Smoothies und Bio-Wein. Einen USB-Anschluss an jedem Sitz und ein Entertainment-System mit den neusten und aktuellsten Serien. Das alles wird demnächst auch über den Wolken Wirklichkeit, dank der neuen Airline JOON.

(CC-0) Fuzz / pixabay.com

JOON - Die neue Tochtergesellschaft der Air France fliegt ab dem 1. Dezember 2017 zunächst einmal zwischen den Städten Paris, Berlin, Barcelona, Lissabon und Porto. Ab relativ günstigen 39 Euro geht’s dann bald z. Bsp. von Berlin nach Paris. Doch JOON will nicht nur durch Tiefstpreise bestechen, sondern vor allem durch ein interessantes Konzept.

In den Flugkabinen der Airline gibt es Craft Beer, Smoothies und Bio-Wein. Außerdem ist jeder Sitz mit einem USB-Port ausgestattet, an dem die liebsten Geräte aufgeladen werden können. Über Smartphone, Laptop oder Tablet kann man sich zudem in den Inflight-Streaming-Dienst einloggen, um dann die neusten Folgen seiner Lieblingsserien anzuschauen (u. a. Game of Thrones und Family Guy) oder auf Web-Videos zuzugreifen (u. a. Red Bull TV oder Viceland).

Auch die Outfits der Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen rufen Aufmerksamkeit hervor. Ein “lässig-eleganter” Style und weiße Sneaker sind das Erkennungszeichen der Stewards und Stewardessen.

Für wen dieser hippe Schnick-Schnack?

Air France zielt vor allem auf die Millennials und Generation Y ab, also die 18-35 Jährigen. JOON will einen neuen Flugtrend etablieren, der besonders die junge, hippe Generation an sich binden soll. Das spiegelt sich auch im Namen der Airline wieder: JOON steht für das französische Wort “jeune” (dt. jung). Die Frage ist nur, kommt das wirklich an oder ist der ganze hippe Schnick-Schnack doch überflüssig?

JOON – Eine richtige Alternative zu Billig-Airlines?

Das Konzept ist spannend und erfrischend. Der zusätzliche Service, den JOON anbietet, klingt auf jeden Fall verlockend. Ob dieser gerade auf Kurzstreckenflügen wirklich notwendig ist, ist eine andere Frage. Meist bestellt man sich im Flugzeug ohnehin weder Getränk noch Snack, da diese in der hohen Luft ein bisschen überteuert sind. Aber vielleicht ruft ja schon allein das Angebot ein bestimmtes Gefühl hervor? Das ist ja auch das Hauptziel der Airline: Lifestyle vermitteln. Auch der Dresscode der Stewards und Stewardessen wirkt hier mit. Und das Entertainment-System ist zudem ein nettes Gimmick. Netflix und co sind jedoch mittlerweile auch im Offline-Modus verfügbar, auf den besonders die angesprochene Zielgruppe zurückgreift.

Zwar bietet JOON günstigere Flüge an als das Mutterunternehmen Air France, aber im Unterschied zu anderen Billig-Airlines profiliert sich der neue Fluganbieter nicht als Billig-Airline. JOON ist eher ein

“Hybrid zwischen klassischer Airline und Low-Cost” (Franck Terner)
Zumindest im Kopf erzeugt JOON ein gemütlicheres und komfortableres Bild als die Konkurrenz.
Jedoch muss man sich auch fragen, wie JOON seine Preise gerade im Hinblick auf Nachhaltigkeit rechtfertigt. Nachhaltigkeit nur bei den Uniformen zu propagieren (diese sind zu 60% aus Polyester recycelter Plastikflaschen) und z. Bsp. nicht das Problem des Verpackungsmülls anzugehen wirkt eher nachlässig. Umweltfreundlicher als alle anderen Airlines ist JOON nämlich nicht und auch die Mitarbeiter der neuen Airline werden nicht besser bezahlt, sondern tendenziell eher schlechter, da die Flugpreise deutlich unter denen der Air France liegen.

Ob das neue Konzept ankommt oder JOON lediglich als eine witzige Idee in die Geschichte eingeht, bleibt abzuwarten. Wir warten auf jeden Fall mit Spannung auf die ersten Berichte JOON-Reisender im Dezember.



Frühstückslektüre

Zurück zur Übersicht