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100 (un-)nötige Dinge?

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Was braucht man, um glücklich zu sein? Dieser Frage geht der neue Film von Florian David Fitz "100 Dinge" nach.

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Paul (Florian David Fitz) und Anton (Matthias Schweighöfer) haben offenbar alles, was man braucht. Sie sind jung und erfolgreich - in ihrem Start-Up-Büro gibt es ein Bällebad, was will man mehr? Ihre Wohnungen sind chic eingerichtet. Sie haben mehr trendige Klamotten als sie tragen können. Und auch sonst fehlt es ihnen an Nichts!

 In Feierlaune und unter beachtlichem Alkoholeinfluss schließen die zwei besten Freunde eine Wette ab. 100 Tage, 100 Dinge. Alles, was sie besitzen wird in Lagerhallen verfrachtet: Möbel, Klamotten… alles! Sie starten also nackt mit nichts. Jeden Tag um Mitternacht dürfen sie jeweils eine Sache zurückholen. Plötzlich sehen sie sich damit konfrontiert, was wirklich wichtig ist. Braucht man dringend ein Smartphone oder eher eine Matratze? Kann man auf Haarpflegeprodukte verzichten oder ist man sich sogar zu eitel, um eine Brille zu tragen?

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 100 Tage ohne Konsum. Gar nicht so leicht. Oder doch?

Nach dem Film bekommt man direkt Lust, alles auszumisten und auf den Minimalismus zu setzen. Man sieht sich mit einem Haufen Fragen konfrontiert:

 Was braucht man im Leben eigentlich wirklich?

Macht mich das, was ich habe, glücklich?

Was bedeutet Glück überhaupt für mich?

Können Dinge glücklich machen?

Was brauche ich, um glücklich zu sein?

 Die Wette gegen den Konsum regt zum Nachdenken an. Sind wir schon so dem Materialismus verfallen, dass wir gar nicht mehr in der Lage sind, ohne Konsum glücklich zu sein? Pauls Oma (Katharina Thalbach) kann ihrem Enkel in seiner verzweifelten Suche nach dem Glück nur eine gute Weisheit mit auf den Weg geben: 

„Glück ist wie Wasser, wenn du versuchst es festzuhalten, läufst du mit geballten Fäusten durchs Leben.“

 Die komplexe Thematik wird anhand der sehr realistischen Beziehung zwischen Anton und Paul sehr schön dargestellt. Die auftretenden Konflikte entsprechen dem wahren Leben und regen den Zuschauer dazu an, das eigene Verhalten zu hinterfragen. Aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern charmant.

 Die Auseinandersetzung mit Konsum und Freundschaft wird durch Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer ideal verkörpert. Man merkt, dass die beiden sich auch privat nahestehen und somit ist das Schauspiel sehr authentisch. Ein kleiner Störfaktor ist die etwas erzwungene Lovestory zwischen Anton und einer kaufsüchtigen, mysteriösen Frau – die hätte es nicht unbedingt auch noch gebraucht.

Fans der beiden Hauptdarsteller kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten. Aber auch Skeptiker der „typischen Schweighöfer Streifen“ könnten hier positiv überrascht werden. Es ist ja auch ein Film von Florian David Fitz. Ab dem 6.12.2018 könnt ihr euch die ganze Geschichte um die Herausforderung im Cinedom und Filmpalast ansehen.

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