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A Star Is Born - und ein anderer erlischt

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"A Star Is Born" startet heute in den deutschen Kinos. Die Geschichte wird somit schon zum vierten Mal verfilmt. Dieses Mal mit sehr prominenter Besetzung: Lady Gaga, Bradley Cooper, Sam Elliott und David Chappelle. 

A Star Is Born/ Warnerbros


Der erfolgreiche Country-Musiker Jackson Maine (Bradley Cooper) trifft zufällig auf die begnadete Sängerin Ally (Lady Gaga), die aber bisher keinen Erfolg hatte und ihre eigenen Songs eigentlich gar nicht gerne selbst singt. Jackson verliebt sich in die schöne Ally und holt sie bei seinen Konzerten mit auf die Bühne. Durch ihn wird sie selbst zum Star, während sein eigenes Licht aber immer mehr erlischt - Jack ist nämlich Alkoholiker. 

Prominente Besetzung, aber kann die auch was?

Lady Gaga kennt man als verrückte Sängerin, die sich gerne in den schrägsten Outfits präsentiert (never forget: Das komische Fleischkleid). In "A Star is Born" hat Lady Gaga nun ihre erste Hauptrolle und was soll man sagen? Die Frau kann auch noch schauspielern! Gaga überzeugt aber vielleicht auch, weil sie in ihrem Element ist: sie singt ihre eigenen Songs. 
Aber auch für Bradley Cooper ist es ein erstes Mal. Er spielt nicht nur eine Hauptrolle sondern führte auch das erste Mal Regie. Und die Chemie zwischen Gaga und Cooper stimmt einfach. Eine Lovestory die man den beiden definitiv abkauft. Das Gaga selbst singt, ist wohl offensichtlich aber auch Cooper singt selbst und das kann sich hören lassen. Auch gesanglich ein gutes Paar. Insgesamt ist der Soundtrack eigens für die Neuverfilmung produziert worden und beide Hauptrollen waren auch daran beteiligt. Über die Musik kann man sich wirklich nicht beklagen und den ein oder anderen Song hört man sich Zuhause wohl noch 1-1000 Mal an. 

Und was ist mit der Lovestory?

Aber abgesehen von der namenhaften Besetzung und musikalischen Talenten - eine gute Lovestory? Die Handlung ist vielleicht ein bisschen zu oberflächig, denn während Ally zum neuen Star wird, erlischt das Licht ihres Partners Jack. Sie verändert sich immer mehr, hin zum Popsternchen und er zerbricht an seiner Sucht. Es ist offensichtlich, dass Jack Hilfe braucht aber bekommt er sie (bevor es dann natürlich mal eskaliert)? Nein. Cooper rückt absolut in Gagas Schatten und der tragische Charakter des Jack findet kaum noch einen Platz in der Story. Seine große Liebe ist zwar immer für ihn da, äußert sich im Streit auch mal negativ zu seinem Trinken aber sonst passiert nicht viel. Und dafür, dass im Grunde eigentlich nicht viel in der Liebesgeschichte passiert, ist der Film mit 136 Minuten dann schon ein bisschen lang und das Ende dann zu rasant bzw. schnell abgehandelt. Und auch die Thematik der Alkoholsucht wird nur ganz oberflächlich behandelt, was sich bei der tragenden Bedeutung aber schön als intensiverer Bestandteil angeboten hätte.

Einen Kinobesuch wert?

Zusammenfassend kann man sagen, dass Lady Gaga Fans (like me) auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen und von Mama Monster (little monsters = gaga fans) nicht enttäuscht werden. Der Soundtrack kann sich hören lassen, die anderen Schauspieler machen ihren Job auch gut aber Lovestories hat man definitiv schon emtionalere gesehen. 

Also alle Little Monsters und auch alle anderen,  die sich "A Star is Born" ansehen möchten, können das ab heute im Cinedom, Cinenova, Filmpalast, Metropolis, Rex am Ring und den Lichtspielen Kalk.

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