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"Zwischen zwei Leben" dramatischer Überlebenskampf? Nicht so ganz.

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Kate Winslet kurz vor dem Erfrieren ist uns aus Titanic bereits bekannt. Welches dramatisches Schicksal sie wohl hier erwartet?

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Alex (Kate Winslet)und Neurochirurg Ben (Idris Elba) hängen wegen einem Unwetter an einem Flughafen fest. Alex will aber unbedingt rechtzeitig zu ihrer eigenen Hochzeit da sein und auf Ben wartet ein Patient. Die beiden lassen sich natürlich nicht aufhalten und finden gemeinsam einen lebensmüden Hobbypiloten, der sie trotz Unwetter angeblich sicher ans Ziel bringen kann.
Tja, weit gefehlt - Der Pilot erleidet während des Fluges einen Herzinfarkt und die Maschine stürzt irgendwo auf einem Berg in der Wildnis ab. Alex, Ben und der Hund des Piloten überleben natürlich aber leeeider war der riskante Flug nicht angemeldet und somit wird auch niemand nach ihnen suchen. Hier beginnt der Kampf ums Überleben: im Flugzeugwrack bleiben oder sich doch durch den Schnee und die Kälte kämpfen, in der Hoffnung irgendwo Hilfe zu finden?

So weit, so gut. Bis hier hin klingt das Ganze ja noch recht interessant und erinnert ganz stark an "The Revenant" nur halt dieses Mal mit zwei Leuten.. und Hund. Und da die gute Kate Winslet sich doch eh schon den Allerwertesten abfriert, ja was könnte man da nur noch einbauen? Dingdingding richtig! Eine Romanze! Obwohl sie doch heiraten will.. tztztz. Auch der gute Ben hat natürlich sein Päkchen zu tragen: Er hat seine Frau tragischerweise verloren und hat da noch ganz schön dran zu knabbern. Aber da den Beiden ja nichts anderes übrigbleibt, wenn man Ewigkeiten zusammen durch die Wildnis streift, fangen sie natürlich was miteinander an! Kommt auch überhaupt nicht erzwungen rüber, neeeeein *husthust*. 

Man könnte sich nur natürlich die Frage stellen, ob es nicht irgendwo verständlich ist, dass es zu einer Romanze kommt,  wenn man gemeinsam versucht dem Erfrieren oder Verhungern zu entrinnen... aber ganz ehrlich: nö.  Als glücklich verlobte Frau muss da meiner Meinung nach schon ganz anderes passieren, damit ich was mit einem eigentlich Wildfremden anfange. Zumal zwischen Alex und Ben nichts besonderes zu spüren war und dann dachten die sich wohl:

"Ach komm, bevor wir hier abkratzen..."

Und ganz ehrlich, da sind die Beiden schon Ewigkeiten zusammen unterwegs und bringen es nicht mal fertig, dem armen Hund einen Namen zu geben. Das hat mich nun wirklich aufgeregt. 

Viel mehr gibt es auch eigentlich nicht zu sagen. Schauspielerisch jetzt auch nicht so überragend, besonders die gute Kate hätte da deutlich mehr Gewissensbisse zum Ausdruck bringen können.. aber naja.
Nicht zu verachten sind jedoch die sehr schönen Aufnahmen aus der kanadischen Wildnis - herrlich anzusehen! 

Lange Rede, kurzer Sinn: "Zwischen zwei Leben" ist nicht sonderlich sehenswert. Hier stand wohl eher jemand zwischen den Stühlen und konnte sich nicht entscheiden, ob es eher Survival oder doch lieber Lovestory werden soll. Das Endprodukt ist dann Kitsch geworden.

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