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Homosexualität in Film und Fernsehen

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Die Darstellung von homosexuellen Charakteren in Film und Fernsehen war vor einigen Jahren noch ein sehr heikles Thema. Auch heutzutage fühlen sich viele Homosexuelle in der Popkultur immer noch unterrepräsentiert. Dabei ist die Darstellung verschiedener sexueller Orientierungen sehr wichtig, um der Heteronormativität entgegen zu wirken.

Mittlerweile gibt es eine Reihe von Filmen und Serien, in denen homosexuelle Charaktere verkörpert werden. Wie schwer jedoch die Anfänge waren, zeigt sich am Beispiel der TV-Show Ellen, die von 1994 bis 1998 auf dem US-amerikanischen Sender ABC ausgestrahlt wurde. Die Serie greift an vielen Stellen die Sexualität der Hauptfigur Ellen auf, die von Ellen DeGeneres verkörpert wird. Die Schauspielerin outete sich in den 90ern sowohl im wahren Leben als auch in der Serie als homosexuell. Daraufhin verlor die Sendung an Zuschauern und wurde letztendlich eingestellt. Glücklicherweise hat sich die Situation mittlerweile verändert – Ellen ist heute eine der bekanntesten und beliebtesten Comedians und ModeratorInnen Amerikas.


Die Repräsentation Homosexueller in der US-Serie Modern Family

Auch die Repräsentation von Homosexuellen ist in Filmen und Serien heute nicht mehr ungewöhnlich. Zum Beispiel in der US-Serie Modern Family: Mitchell Pritchett (Jesse Tyler Ferguson) und Cameron Tucker (Eric Stonestreet) verkörpern hier ein homosexuelles Paar. Die beiden gehören in der Serie zu den zentralen Figuren. Bei diesem Beispiel kann bemängelt werden, dass die beiden überspitzt und klischeebehaftet dargestellt werden. Das zeigt sich schon bei grundlegenden Charaktermerkmalen: das Pärchen besteht aus einem sehr femininen, quirligen Partner sowie einem eher ruhigen und maskulineren Partner.

Dennoch stellt die Serie beispielsweise das Prinzip der Regenbogenfamilie durchaus positiv dar und man muss generell anmerken, dass in der Comedyserie auch weitere Figuren in Extremen dargestellt werden. Bei Mitchell und Cam handelt es sich um sympathische Charaktere, die die Kindererziehung ernst nehmen und es zeigt sich, dass das Kind über die mittlerweile neun Staffeln zu einem schlagfertigen und selbstbestimmten Mädchen heranwächst. Die Darstellung dieses Paares schafft somit trotz der vielen Klischees ein Bewusstsein und Sichtbarkeit für Homosexualität. Das allein ist schon ein Schritt in die richtige Richtung.

Connor Walsh in der Serie How to Get Away With Murder

Ein interessantes Beispiel ist außerdem Connor Walsh (Jack Falahee) in der Serie How to Get Away With Murder. Er ist ein cooler und cleverer Kerl, der gerne andere verführt und bekommt, was er will. Positiv fällt auf, dass weder Connor noch sein späterer Freund Oliver (Conrad Ricamora) klischeehaft porträtiert werden. Das verhindert, dass die Zuschauer ihnen die Rollen als „Mann“ bzw. „Frau“ in der Beziehung zuweisen - hier wird keine Partei in eine Schublade gesteckt. Abgesehen von Connor gibt es in der Serie aber noch andere Charaktere, die nicht eindeutig heterosexuell sind: zum Beispiel die Anwältin Annalise Keating (Viola Davis), die sowohl Beziehungen mit Männern als auch mit Frauen eingeht. Die Serie zeigt Vielfalt und das auf realistische Weise.

Die Sichtbarkeit gleichgeschlechtlicher Beziehungen in Film und Fernsehen

Generell lässt sich sagen, dass die Repräsentation von Homosexuellen in Film und Fernsehen sehr wichtig ist. Das sehe ich auch in meinem privaten Umfeld: Die beiden Kinder meiner amerikanischen Gastfamilie empfinden durch eben solche Serien eine Beziehung zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern als selbstverständlich. Dadurch, dass sie täglich im Fernsehen damit konfrontiert werden, ist es für sie nichts „Besonderes“ eine andere bzw. nicht klar definierte Sexualität zu haben – und das sollte es ja auch nicht sein. Die Sichtbarkeit von unterschiedlichen Sexualitäten in der Popkultur kann dazu beitragen, dass es in Zukunft für immer mehr Menschen selbstverständlich wird, dass Heterosexualität kein Muss ist.

Von Henrike Hesseler

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