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Thundercat - Drunk Review

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Mit "Drunk" brachte Thundercat, am 24.02.2017, schon sein drittes Album heraus. Erschienen ist die Platte bei Brainfeeder Records und unter anderem sind Songs mit Flying Lotus, Wiz Khalifa, Kendrick Lamar, Pharrel und Kamasi Washington dabei. Im Mittelpunkt steht aber natürlich Thundercats fantastisches Bassspiel. 

Brainfeeder Records

Thundercat heißt eigentlich Stephen Bruner und kommt aus Los Angeles. Er ist vor allem für sein genreübergreifendes Bassspiel und seine Arbeit mit Flying Lotus bekannt. Sein drittes Soloalbum hat mit 23 Tracks und einigen Features viel zu bieten.

Das ist natürlich auch kein Wunder, wenn man weiß in welchem Umfeld er groß geworden ist. Sein Vater hat schon als Schlagzeuger bei Diana Ross, Gladys Knight und den Temptations gespielt. Stephen hat auch noch zwei weitere Brüder die schon alle für einen Grammy nominiert waren. Sein Bruder Jameel war mit The Internet in der Kategorie Best Urban Contemporary nominiert, der andere Bruder Ronald Jr. gewann sogar den Award für das Best Contemporary Jazz Album als Drummer der Stanley Clarke Band. Aber auch Thundercat hat schon so einige Preise abgeräumt, zum Beispiel mit seiner Kollaboration mit Kendrick Lamar bei "These Walls". Kendrick Lamar ist auch auf Drunk wiederzufinden, bei "Walk On By" ist er als Feature dabei. Aber auch andere Künstler sind mit Features auf dem Album vertreten, so zum Beispiel die Songwriter Michael McDonald und Kenny Loggins ("Show You The Way"), aber auch Whiz Khalifa ("Drink Dat") und Pharrel Williams ("The Turn Down").

Mit "Drunk" liefert er nun sein drittes Soloalbum ab und es ist eine Mischung aus Jazz, Soul, Funk aber auch Electronica. Einflüsse aus HipHop bekommt das Album vor allem durch die Features mit Whiz Khalifa und Kendrick Lamar. Trotz der vielen Einflüsse ist das Soundbild des Albums sehr homogen geraten. Der erste und letzte Song sind musikalisch gleich und geben dem Album einen Rahmen, ein Rahmen der vielen Songs sonst fehlt. Viele der Stücke wirken dadurch etwas unvollkommen und auf Anhieb nicht greifbar. 

Dennoch gibt es viele schöne und witzige Momente zu entdecken. Fürze, Rülpser und ein Telefonklingeln, bei dem Feature mit Pharrel Williams "The Turn Down" hört man sogar im Hintergrund den Regen prasseln. Dadurch wird es ehrlich und lebendig. Es entsteht eine warme Atmosphäre die Raum für die gefühlvollen Texte gibt. Die Texte handeln, wenn nicht gerade von seiner Katze ("A Fan's Mail (Tron Song Suite II)"), vor allem von Herzschmerz ("Lava Lamp", "Them Changes", "Friend Zone"), aber auch seiner Identität als Afroamerikaner ("Blackkk"). Das Ganze kann dann aber auch mal in seltsamen und fast kryptischen Texten enden, die aber auch einen sehr intimen Einblick in seine Gedankenwelt zulassen.

 

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Dadurch dass die Songs alle einen sehr ähnlichen Sound haben, passiert es leider auch sehr schnell, dass es sich etwas zieht. Die Songs selber sind zwar fast nie länger als 2 1/2 Minuten, aber vielleicht entsteht gerade auch deshalb der Eindruck, dass die Tracks eigentlich nur Skizzen sind. Nichtsdestotrotz hat mich das Album und vor allem die genialen Bassriffs dazu gebracht meinen eigenen Bass mal wieder in die Hand zu nehmen und ein bisschen drauf loszuslappen. Vielleicht schaffe ich es ja auch ohne Knoten in den Finger ein paar der Riffs von diesem Album zu lernen. Es lebe der Bassismus.

 

 

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