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Bonobo - Migration Review

Verfasst von Henrik Schütz am

Der in England geborene Simon Green, besser bekannt unter dem Namen Bonobo,hat am 13. Januar 2017 sein sechstes Album veröffentlicht. Das Album trägt den Namen Migration und ist bei Ninja Tune erschienen. Das Album ist wie gewohnt eine Mischung aus atmosphärischer Downbeat Electronica und progressivem House. Mal beschwingt mal melancholisch, erzeugt Migration ein Gefühl tiefster Entspannung. 

Neil Krug

So zum Beispiel bei dem Track Break Apart, eingängige Gitarrenklänge treffen auf warme Synthieflächen und melancholische Vocals und bauen sich dabei immer mehr zu einem treibenden Song auf, der trotz gedrückter Stimmung zum Kopfnicken animiert.

Gleich der nächste Track Outlier holt dich da ab, wo dich Break Apart hingebracht hat. Der eingängige House-Beat paart sich mit entspannten Ambientanleihen und entlädt sich in dramatischen Synthiechords bis es dann wieder in ruhigen Tönen ausklingt. Eine Achterbahnfahrt der Emotionen in 8 Minuten. Ähnlich gefühlsgeladen klingt das Feature mit Innov Gnawa Bambro Koyo Ganda, der mit seinen arabischem Vocals dem sonst eher klassischem House-Song eine neue Note gibt.

Bei Kerala kommen dann endlich wieder Bonobos unverkennbaren Arrangements und Harmonien zum Einsatz. Flirrende Gitarrenklänge, ein dezent treibendes Midtempo Beat und ein souliges, gechopptes Vocalsample. Hier wird direkt von Beginn an dieser wohlige Schauer erzeugt, eine hoffnungsvolle Melancholie, die Bonobos Musik innewohnt und hier in ihrer ganzen Substanz zum Tragen kommt.

Ein weiteres Feature kommt von Nick Murphy aka Chet Faker. Bei No Reason zeigen die beiden Musiker wie gut sie sich ergänzen. Mit leichten, wabbrigen Klängen und leisem Piano im Hintergrund wird auf die Stimme von Chet Faker vorbereitet. Als der Bass einsetzt hat das Lied eigentlich schon alles erreicht, auch der sich repititve Text nimmt dem Song nichts von seiner Wirkung. Kurz vor dem Ende wird alles doch wieder ruhiger, aber nur um Spannung für das große Finale aufzubauen, dass sich episch aufbaut und entlädt. 

Migration zeigt vielleicht besser als je zuvor, wie Bonobo als Produzent und Musiker gereift ist. Nicht nur darin, seinen Siganturesound weiter zu etablieren, sondern eben auch Spannungsbögen zwischen ambivalenten Stimmungen zu erzeugen und auf Albumlänge auszuweiten. Das Album läuft bei mir zur Zeit in Dauerschleife, und deswegen fange ich jetzt gleich wieder von vorne an und kann das auch nur jedem und jeder interessierten Hörer*in wärmstens empfehlen. 



Was meine Borderclash-Kollegen Sarah, Daniel  und Jonas über das neue Album Migration von Bonobo denken könnt ihr hier hören:

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