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Erfahrungsbericht | Von Adorno zur Musikredaktion

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Vor langer Zeit belegte ich mal ein Seminar zur Lektüre Erziehung zur Mündigkeit von Theodor W. Adorno. Diese Texte gelten als einer der verständlicheren Schriften von Adorno, weil bei den anderen Texten gerade sein Schreibstil sehr kompliziert ist.

Auch nach dem Seminar kam ich an Adorno und weitere Vertreter aus der kritischen Theorie nicht vorbei. Immer wieder referierten viele ihre Texte und verwiesen auf die exakten Analysen der kritischen Theorie. Als ich Anfang des Jahres mit einem Freund Dialektik der Aufklärung von Adorno und Horkheimer zu lesen begann, sprachen wir auch wieder über das Buch „Erziehung zur Mündigkeit“. Dabei sagte mein Freund: „

Kannst du dir vorstellen, dass das alles Radiobeiträge waren?
Also du schaltest um 7 Uhr morgens beim Frühstück oder auf dem Weg zur Arbeit das Radio an und hörst Adornos Stimme, wie er dir in einer gestochenen Sprache Dinge erklärt?“

Tatsächlich waren die Texte aus dem Buch eine Sammlung von Radiobeiträgen. Aber vorstellen, dass das im Radio läuft konnte ich mir nicht. Was natürlich sehr schade ist.

Ein weiterer Freund, der ebenfalls die Texte kennt, verwies mich dann aber auf Radio Corax. Ein freies Radio in Halle. Dort laufen ähnliche Beiträge. Also war die Hoffnung nicht ganz verloren. Deswegen erkundigte ich mich, ob es auch sowas hier in der Nähe gibt.

Gibt es zwar nicht, aber ich wurde auf Kölncampus aufmerksam gemacht. Da es ein Hochschulradio ist, ist es natürlich unkommerziell. Somit bietet es eine Reihe an Möglichkeiten Beiträge zu gestalten.

Leider gibt es noch kein Philosophie-Format. Jedoch wurde mir erklärt, dass wenn man genug Leute findet eine eigene Sendung gründen kann.

Immer wieder fragte ich die Moderatoren in welchen Sendungen sie denn aktiv seien, um eventuell selbst mal vorbei zu schauen. Dann landete ich mehr oder weniger durch Zufall bei mehreren Musiksendungen. Eigentlich eine Sache die ich mir nicht vorstellen konnte.

Während einer Sendung moderierten häufiger zwei von Hellfire, die Punk Sendung bei Kölncampus. Wir unterhielten uns über Musik und ich berichtete von einer Band, die ich gerne sehen würde, aber kein Geld hatte, um mir das Ticket zu kaufen.

Dann wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass man sich akkreditieren lassen könnte. Sprich: Kostenlos aufs Konzert gehen kann. Im Gegenzug muss man nur ein Beitrag in einer Sendung dazu machen.
Dies führte dazu, dass ich nun in 3 verschiedenen Musiksendungen war.

„Musikjournalismus“ konnte ich mir eigentlich nicht vorstellen. Aber damit verdiente Adorno auch mal sein Geld. Als Musikwissenschaftler schrieb er sogar ganze Bücher.

Während meiner Ausbildungszeit war ich nun auf 5 Konzerte und bald darf ich mein Lieblingsband interviewen. Danke Kölncampus.

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