Leitung: Esther Ritscher

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Erfahrungsbericht | Multitasking

Verfasst von Manou Nanon Fuchs am

Kölncampus war am Ende eines Weges und soll der Anfang einer neuen Reise sein.

Ich habe lange studiert. Seeehr lange. Dazu führten Gründe, die viele als „absolut verständlich“ empfinden, wenn ich mal wieder den Drang habe zu rechtfertigen, warum ich solange studiert habe obwohl mich niemand danach gefragt hat. Meine Ausbildung bei Kölncampus fiel exakt mit dem Anfertigen meiner Bachelorarbeit zusammen. Alles stand am Anfang, das Jahr, die KC-Ausbildung, meine Abschlussarbeit. Mein erster Frührausch war an einem Januartag und ein Schneesturm wütete in Köln, riss mich fast von meinem Rad, als ich noch im Dunkeln auf dem Weg in die Redaktion war. Als mein letzter Frührausch endete waren es draußen 31 Grad und ich hatte ein paar Tage zuvor meine Abschlussarbeit abgegeben. Man könnte meinen, dass sich dass sich Abschlussarbeit und KC-Ausbildung gegenseitig beeinflusst haben.

Einleitung

Mein Studium war wie mein Leben an sich; bis hierhin eine lange Reise, mal sehr holprig, mal stand ich kurz davor es abzubrechen, mal verlor ich es für einige Zeit vollkommen aus dem Blick. Mal lief es so gut, dass ich mich anfing zu fragen, warum es vorher so beschwerlich war. Oft war ich gezwungen mich um andere Dinge zu kümmern. Und sehr oft habe ich mich gefragt, wohin ich damit eigentlich soll.

Die Gründe, die dazu führten, dass ich so lange studierte, führten mich auch zum WDR. Zwar auf Umwegen, aber dann war ich dort und kam immer wieder zurück. Hauptsächlich aus finanziellen Gründen, irgendwann wurden es auch emotionale Gründe. Der Kontakt zum Journalismus war zunächst nicht gegeben, ich hielt mich eher in der Verwaltungsebene auf, erst einige Zeit später saß ich das erste Mal in einer Hörfunkredaktion. Das war für mich ein Wendepunkt.

Das Studium der Geographie befasst sich mit allumfassenden Fragen und der Student der Geographie muss sich zuweilen mit der Frage befassen, was der Geograph eigentlich macht und wo der Geograph nach seinem Studium landet. Das ist leider nicht ganz klar zu umfassen, womit er sich jetzt genau befasst und vor allem nicht womit der Student am Ende seine Brötchen verdient. Vor allem in der Humangeographie ist das so. Ein Großteil der Menschen, denen ich im Laufe meines Studiums begegnet bin, arbeitet heute nicht in klassischen Geographenberufen. Die gibt es auch irgendwie nicht. Die Geographie ist eine wunderbare Wissenschaft, wenn ich durch Dokus zappe freue ich mich, weil ich so viel von dem, was da läuft schon einmal im Studium gestreift habe. Oft merke ich gar nicht, dass ich auf viele Dinge eine geographische Sichtweise habe. Aber das „was kommt danach“, darauf hatte ich lange keine Antwort.

Theoretischer Hintergrund

Kölncampus gab mir die Möglichkeit diese Frage das erste Mal richtig zu beleuchten. Bei meiner Arbeit sah ich, was man im Radio so macht, was der Autor und der Redakteur so macht und mit was für Fragen sich die Beiträge, die dort liefen, so befassen. Ich sah wie sich in die Themen eingearbeitet wurde und ich sah das Spektrum der Themen. Und wie bei den Dokus dachte ich oft, ja genau, das hatte ich mal im Studium, da haben wir letztens drüber geredet. Und da ging es mir auf: Was macht die Geographie? Sich mit allem befassen, es erforschen und aufbereiten. Was macht der Radiojournalist? Das Gleiche. Also war klar, der nächste Schritt ist Kölncampus. Und irgendwie sollte das so sein. Ich hätte vorher niemals die Flexibilität gehabt, die man für Kölncampus braucht. Aber als ich entschied mich bei Kölncampus zu bewerben, hatte ich gerade entschieden mich das erste Mal seit Jahren wirklich um mein Studium zu kümmern und meine Abschlussarbeit zu schreiben. Also war der Plan Abschlussarbeit und Kölncampus-Ausbildung.

 Methodik / Praktische Umsetzung

Die Mischung war eine Herausforderung, aber es war genau das Richtige. Von einer Vollzeitstelle zu „ich schreib dann mal meine Arbeit und seh‘ zu, wie ich den Tag so strukturiere“ bedarf es einer starken Umgewöhnung und Kölncampus war lange mein einziger fester wöchentlicher Termin. Oft war ich vor meinem Frührauschtag unruhig, weil ich gerade an einem Punkt bei meiner Arbeit war, der sehr zeitaufwendig war oder eigentlich meine volle Aufmerksamkeit erforderte. Ich bekam Panik, weil ich mich nicht in meinem Zeitplan befand aber musste noch überlegen, wie ich die Mensatipps aufbereite. Problematisch war auch der Sekt. Den musste ich dankend ablehnen, nachmittags musste ich mich ja noch an meine Arbeit setzen. Da wollte ich konsequent sein (überhaupt war die Ausbildung sehr kulinarisch geprägt: Frührausch, Frühstück, Sekt, Love-Sandwich, Nachdurst. So üppig und vor allem so früh habe ich lange Zeit nicht mehr gefrühstückt). Achja von wegen konsequent… naja der Mittwoch war dann immer so geplant: Frührausch, Aircheck, Bibliothek, WoKo. Er sah aber eigentlich dann immer so aus: Frührausch, Aircheck, schlafen und gammeln, WoKo. Den vorherigen Verzicht auf Sekt habe ich übrigens bei meinem letzten Frührausch wieder kompensiert.

Diskussion

Wie Kapitel zwei und drei erkennen lassen war die Überschneidung der Anfertigung meiner Abschlussarbeit und der KC-Ausbildung eine Mischung aus Herausforderung und willkommenem Ausgleich. Die Mischung führte allerdings dazu, dass sich die Fokussierung auf das wissenschaftliche Arbeiten auf die Vorbereitungen für meine KC-Beiträge auswirkten. Vice versa hat die Abwechslung bei KC meine Arbeit etwas vitalisiert und weniger trocken gemacht. So oder so ist KC und sind die Menschen bei KC inspirierend, wenn auch manchmal beängstigend. Ich dachte immer, ich bekomme viel unter einen Hut aber im Vergleich zu dem, wie sich viele bei KC für den Sender einsetzen, wie viel Zeit sie investieren – Chapeau! Ich möchte das auch gerne, es gibt so viele Möglichkeiten, so viele Ideen, so viel Input! Mich hat nicht die Muse geküsst, mich hat Kölncampus geküsst. Ich hätte mich gerne noch intensiver auf die Ausbildung konzentriert. Das Schöne ist, dass der Weg mit KC hier noch nicht zu Ende ist. Die On-Air-Ausbildung ist die Eintrittskarte in eine Welt voller KC-Möglichkeiten.

Fazit

Ich bin froh, dass ich Kölncampus überhaupt entdeckt habe, ich bin sehr traurig, dass sich die Wege von Kölncampus und mir erst so spät gekreuzt haben. Ich habe aber das Gefühl, dass das irgendwie genauso seinen Sinn hat.

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