Leitung: Bentje Staack

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Erfahrungsbericht I Ein Geständnis

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Liebes Kölncampus,

Du hast mir so viel gegeben. Ich habe so viel gelernt. Du hast mir gezeigt, was es heißt früh aufzustehen und nicht den Morgen komplett zu hassen. Du hast mir Vinni gegeben. Du hast mir enthüllt was ich kann, was in mir steckt. Und ich? Was habe ich dir gegeben? Tss. Ich habe dich von Anfang an wie Dreck behandelt. Dich belogen. War unehrlich. Ich habe meine eigenen Bedürfnisse über deine gestellt. So war es schon beim aller ersten Frührausch, dass ich dich verraten habe.

Ich habe die On-Air Ausbildung gemacht. Eine perfekte Möglichkeit sich in das redaktionelle Arbeiten im Radio einzuarbeiten und Grundlagen des Journalismus zu erlernen - Tja, auf die ich schon bei meiner ersten Aktion im Radio geschissen habe. Für einen Gag!!
Meine erste Aufgabe war es die Mensatipps für meinen Frührauschtag den Donnerstag zu schreiben. Es war CSD-Themenwoche und am Mittwoch gab es „bunte Nudelpfanne“ in der Mensa. Ach, dachte ich mir. Das passt ja gut.

Wir feiern beim CSD die Vielfalt und es gibt bunte Nudelpfanne zu Essen. Vielfalt im Magen und im Herzen.
Also habe ich kurzerhand so getan, als ob es die Nudelpfanne am Donnerstag gegeben hätte. Für ein schlechtes Wortspiel. Tausende Studierende sind voller Vorfreude auf bunte Nudelpfanne am Donnerstag in die Mensa spaziert und wurden enttäuscht - wegen mir. Ich bin deiner nicht würdig, Kölncampus!

Doch es blieb nicht bei diesem einem Betrug. Oh nein! Schon bei meinen dritten Mensatipps, zwei Wochen später, habe ich so weiter gemacht. Ich Ekelhafter. Ich habe einen Mensa-Rap gemacht (was man halt so macht) und hatte schon den perfekten Reim auf Grillbratwurst geschrieben (stillt dein Durst #Swag) als mir auffiel, dass es die Grillbratwurst doch schon am Mittwoch gab. Statt also die Line zu ändern, habe ich sie einfach drin gelassen. Für einen Gag! Ich bin deiner nicht würdig, Kölncampus!

Ich produziere Fake-News. Für schlechte Wortspiele.


Ich hatte Blut geleckt. Ich machte mir die Welt wiedewie sie mir gefällt. In der zweiten Ausbildungsphase, meiner absoluten Lieblingsphase, musste man „...und die Welt“-Glossen produzieren (wenn ihr nicht wisst, was das ist, gebt das jetzt sofort oben rechts bei "Nachhören" ein und seid mir ewig dankbar. Kaum je ein schlechtes gehört!).
Und oh wie ich log! In jedem einzelnen UdW habe ich gelogen. Ich behauptete, ich sei mit 23 immer noch nach Sims 3 süchtig. Pah! Ich bin es schon seit 21 nicht mehr! Ich behauptete ich besäße die Sims Erweiterung „Katy Perrys süße Welt". Pah! Ich hatte die nur geliehen! Ich behauptete ich sei bescheiden und fände meine Gedichte scheiße. Pah! Die sind großartig! Und so weiter und so fort! Ich hatte keinen moralischen Kompass mehr. Der Gag heiligte die Mittel. Aber ich hatte Spaß. Unglaublich Spaß. Quatsch zu erzählen ist wohl meine Leidenschaft.  Ich bin deiner nicht würdig, Kölncampus!


Und dann kamen die News. In der dritten Ausbildungsphase konnte ich nicht mehr so weiter machen. Im Workshop habe ich von journalistischer Ethik gelernt und musste mir eingestehen, dass ich jetzt wohl das erste Mal gewissenhaft, ernst arbeiten muss. Und das fiel mir unglaublich schwer. Ach, wie es mir in den Finger juckte auch hier einfach im seriösen Ton die AfD fertig zu machen oder so etwas.

Doch ich tat es nicht. Ich wollte wenigstes ein Mal deiner würdig sein, Kölncampus!
Und ich war es wohl. Dank der exzellenten Hilfe von all den super lieben Kölncampus Lichtgestalten (aka die Chefs vom Dienst und ModeratorInnen) habe ich auch die letzten beiden, journalistischen Ausbildungsphasen (News und Kollegengespräch) gemeistert. Na ja, mit ein paar Extrarunden, aber immerhin.

Und nun viele, viele Wochen nach der bunten Nudelpfanne schreibe ich gerade voller Ernsthaftigkeit an meinem Abschluss-Beitrag und habe Spaß daran. Dank dir, Kölncampus. Ich bin deiner nicht würdig. Denn du hast mir so viel gegeben. Und ich lüge dich an. Für schlechte Wortspiele. Ich werde das auch wieder tun.

Aber du gibst mir die Möglichkeit dafür einen Rahmen zu finden.
Du gibst mir die Möglichkeit mich in meiner Quatschigkeit auszuleben, aber auch die ernste, fleißige Seite von mir zu entdecken. Danke dafür! Mach so weiter!

Dein Max

P.S.: Im Foto seht ihr das erste offizielle Woko-Bingo! Nehmt es mit in die Wochenkonferenz und immer wenn einer von den Sätzen oder Begriffen gesagt wurde oder passiert ist, streicht ihn durch. Wer zuerst eine Reihe voll hat ruft: "Bingo!" und hat gewonnen. Spaß! Spaß! Spaß!

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