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Erfahrungsbericht | Insider packt aus: „Meine Abrechnung mit Kölncampus“

Verfasst von Alexander Neuhalfen am

Vor meiner Zeit bei Kölncampus war ich jung, schön und lebenslustig - jetzt bin ich nur noch schön. Zwölf Wochen Frührausch haben mich schwer gezeichnet. Dies ist die Geschichte, wie aus einem tugendhaften 22-Jährigen ein verbitterter 23-Jähriger wurde.

Tagesschau, Knoppers, Mensatipps


Im Alltag der Deutschen gibt es drei feste Rituale: Tagesschau um acht, Knoppers um halb zehn und Mensatipps kurz vor zehn oder elf Uhr. Die Mensatipps waren schon immer eine Institution. Kurz, informativ und stets dem Ernst der Thematik angemessen. Doch was ich hinter den Kulissen hören musste, schockierte mich nachhaltig. Da wurden Dinge gesagt wie „Lass deiner Fantasie freien Lauf“ oder „Du könntest die Mensa-Tipps sogar singen, wenn du wolltest“. Meine Meinung: Speisekarten haben mehr Respekt verdient. Danke Merkel.


Kölncampus - Von der Straße für die Straße


Nach drei Wochen Mensatipps hatte mich der Sender so weit gebrochen, dass man mich auf die Öffentlichkeit loslassen konnte. Erste Mission: Straßenumfrage zum Thema Ramadan.

Können sie mir sagen, was der Ramadan ist?“ - „Sorry, ich bin nicht von hier.“

Wow … Comedy-Gold.

Als Getränk oder als Thema - Bier geht immer


Spätestens ab Woche sieben war ich dann nur noch ein willenloses Zahnrad in der übermächtigen Frührausch-Maschinerie. Anlässlich des Tages der Architektur hatte die Architektur-Fachschaft der TH Köln einen Kölner Dom aus Bierkästen auf der Domplatte errichtet. Mega Story! Ich konnte den Grimme-Preis schon riechen.

Auf Facebook schrieb ich daher die Fachschaft an und stellte die Fragen, die sich sonst niemand zu stellen traute: „Wie viele Teilnehmer waren bei eurer Aktion heute dabei? Wie viele Bierkästen und Kabelbinder wurden verbaut (Kölner Stadt-Anzeiger sagt 390 Kästen und über 1000 Kabelbinder)? Wie hoch war der Mini-Dom?“

Die spätere Kritik der CvD (Chefin vom Dienst), dass das Thema vielleicht etwas unseriös war, kann ich bis heute nicht nachvollziehen. Und die Einladung zum Grimme-Preis ist leider irgendwie in der Post verschwunden und nie bei mir angekommen.


Ich war am Ende


Nach meinem zwölften und letzten Frührausch begab ich mich umgehend in psychologische Betreuung. Nur durch meinen guten Freund Jürgen Domian habe ich heute die Kraft, diesen Erfahrungsbericht zu schreiben. Danke Jürgen!

Aber: Nicht alles war schlecht. Ich bin seit meiner Frührausch-Zeit nie mehr so regelmäßig früh aufgestanden, ich habe meine Angst vor abgelaufener Milch verloren und ich habe gelernt, dass beim Bau des Mini-Doms 390 Bierkästen und weit über 1500 Kabelbinder verbaut wurden.


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