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Anekdoten aus einer Kölncampus-Ausbildung

Verfasst von am

Über Halbnacktfotos, Japanische Fake-Beinhaar-Anti-Belästigungsstrumpfhosen und nette Leute.

René Müller (Kölncampus)

Kirschkuchen und lange Beinhaare oder Die Bewerbung.


„Kölncampus ist viel Arbeit und sehr zeitaufwendig, das macht man nicht wegen der Creditpoints, sondern weil man Spaß daran hat...“

Das hat der Typ (bin mir fast sicher, dass das einer von den „Levis Shirt“ Typen war..) in der Infoveranstaltung gesagt und Recht sollte er behalten. „Egal, schreibst du deinen Namen halt mal auf die Liste“ habe ich mir gedacht. Zum Bewerbungsgespräch sollte man dann unbedingt einen Steckbrief mit ein paar Infos über sich und besonders aussagekräftige Fotos mitbringen. Mir war sofort klar, welches Foto ich nehme: ich, mit Bier, Kippe und verträumt-versoffenem Schlaganfallgrinsen, neben zwei halbnackten Bodybuildern. Skrrra! Das hat mehr Aussagekraft als deine Mutter.

Beim Bewerbungsgespräch sitzen in diesem kleinen Studio, auf einer noch kleineren Couch, fünf Leute. Natürlich interessiert sich hier niemand für meine aussagekräftigen Fotos oder die Musik die ich höre, sondern dafür was mein Lieblingskuchen ist...Zack, völlig aus dem Konzept gebracht. Während ich mir irgendwas zusammen stottere, fällt mir mehr und mehr die Strumpfhose von dem Mädchen ganz links auf. Sind das einfach komische Muster, oder sind das sehr lange Beinhaare?  Egal, nicht hingucken... ist das eine von diesen Japanischen Strumpfhosen an denen Fake-Beinhaare hängen (soll angeblich vor sexueller Belästigung  schützen)? Ich kann nicht aufhören auf diese Beine zu starren. Nach fünf Minuten bin ich mir fast sicher, dass es so eine Fake-Beinhaar-Anti-Belästigungsstrumpfhose ist, die ich mal bei Galileo gesehen habe, und überlege was zu sagen wie „Haha dachtet ihr, ich falle auf eure pseudo CIA-Psychotricks rein? Habe ich sofort gesehen, dass das so eine Fake-Beinhaar-Anti-Belästigungsstrumpfhose ist!“. Gott, oder wem auch immer, sei Dank, habe ich es nicht gesagt. War nämlich keine. Glück gehabt.

Hätte ich in diesem Bewerbungsgespräch „Fake-Beinhaar-Anti-Belästigungsstrumpfhose“ gesagt, würde ich jetzt hier wohl keinen Erfahrungsbericht schreiben.


Über Nutella und Dildos oder Mein erster Frührausch.


Nachdem ich sehr nervös drei Tage auf eine Antwort von meinem CvD (ChefIn vom Dienst) bezüglich meiner Mensatipps gewartet habe, war es nun endlich soweit: mein erster Frührausch. Ein paar meiner Co-Assistenten kannte ich schon von der Wochenkonferenz, die anderen hatte ich spätestens dann auf meiner Seite, als ich das Gespräch am Frühstückstisch gekonnt auf Fäkalwitze und riesige Dildos (beides eignet sich super um das Eis und unangenehme Stille zu brechen) gelenkt habe. Jackpot, es läuft.

(Ich möchte mich an dieser Stelle recht herzlich bei David Palm bedanken, der den Mittwochs-FR immer mit reichlich Nutella versorgt hat.)

Woche für Woche war der Frührausch immer ein Riesenspaß, alle drei Wochen sind Leute gegangen und andere neu dazugekommen, so dass es immer Gründe gab um 07:00 Uhr schon mal ein Glas Sekt oder ein Bier zu trinken.

Neben dem ganzen Spaß, darf man die Arbeit natürlich nicht vergessen.  Jede Woche muss man recherchieren, schreiben, einsprechen, aber aus irgendeinem Grund fängt man an das alles geil zu finden. Das frühe Aufstehen wird leichter, Teller im Herrenklo spülen wird ein wöchentliches Ritual, Kölner Stadtanzeiger lesen macht auf einmal Spaß und darauf zu achten, wie oft jemand „Ehm“ sagt, ist mindestens so spannend wie darauf zu warten, dass das „DVD“-Logo endlich mal genau in die Ecke vom Bildschirm fliegt.

Wieviel Arbeit man in Kölncampus steckt, das kann jeder für sich entscheiden. Aber was bleibt ist immer der Spaß und dieser Haufen völlig verschiedener, verrückter Ottos (shout outs an alle die wirklich Otto heißen, ist nicht böse gemeint) die es schaffen diesen Laden am Laufen zu halten und so schönes, buntes Radio zu machen. Ich war schon in echt vielen Schul-AGs, Sportvereinen („Kinderbodenturnen für Erwachsene“, PornHub-Membership, Suchtprävention: Pornografie e.V., „How to: Figuren aus Kastanien basteln für Fortgeschrittene“) und sogar bei einem anderen Hochschulradio und noch nie habe ich es erlebt, dass man irgendwo fast täglich neue, tolle Leute kennenlernt, die zu guten Freunden werden.

Ein weiser Mann namens Bertan Sivrikaya, hat mal gesagt „Kölncampus ist Liebe“, ich, Jonasz Gula sage: "Das kann man so sagen."

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