Leitung: Jonas Bischof

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Review: Insideinfo

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Endlich ist es da - das Debütalbum von dem Soundtüftler schlechthin. Insideinfo hat am 07.04.17 sein selbstbetiteltes Album rausgebracht, welches zwei Jahre in der Produktion war und wohl sein intimstes Werk geworden ist.

Makovcova, Hana

Insideinfo braucht man nicht mehr groß vorstellen. 11 Jahre schon released Paul Bondy auf den größten Labeln der Szene - darunter Virus und Viper Recordings. Durch seinen flächige, experimentellen, deepen und zugleich harten Sound, schafft er es seinem Stil immer treu zu bleiben und sich selbst immer wieder neu zu erfinden.

Die Spannung auf die LP war groß und wurde mit jedem Teaser der veröffentlicht wurde noch größer. Nun ist es endlich soweit und hier ist meine Review - exemplarischen an ausgewählten Tunes.

Starten wir mit Navigator – dem Opener des Albums. Uns begrüßen luftige Atmosphären, in Hall getränkte Vocal- und Bass-Snippets, die uns noch mehr in die Welt des Insideinfo ziehen möchten. Die Atmosphäre spitzt sich zu und fällt dann - fast nicht vorherzusehen - in einem ziemlich trockenen und treibenden Drop zusammen. Typische Insideinfo Bass Sounds leiten durch den Track. Es klingt so vertraut und frisch zur selben Zeit - ein gelungener Opener.

Ohne ausuferndes Outro landen wir bei Revenants. Wieder einmal setzt Insideinfo auf einen atmosphärischen Einstieg. Dieser verdichtet sich jedoch mit einem Gitarrenriff und schnell wird einem klar, dass der Track sich zu einem „heavy-hitter“ wandeln wird. Laute Rock-Gitarren und der „Gesang“ von Scott Kennedy führen zu einem Drop der Extraklasse. Abgehackte Beats gepaart mit einer rotzigen Bassline kreieren einen hoch energetisch geladenen Tune.


Time Will Tell feat. Tasha Baxter

Wieder einmal bauen lufitge Synthies und Effekte, gepaart mit der wunderbaren Stimme von der nicht unbekannten Tasha Baxter eine wohlige Atmosphäre auf. Nach nicht mal einer Minute kommt ein leichter Drop mitten aus dem Nichts, die Atmosphäre wird mit leichten Drums und halligen Effekten gestützt. Der gesamte Tune fällt etwas aus Insideinfos gewohnten Stil heraus, aber gut gesetzte Bass-Sounds erinnern uns daran, dass wir hier einem Tune von ihm lauschen dürfen. Der zweite Drop kommt ebenso unvorhersehbar, ist rhythmischer, synkopierter in den Drums. Alles fügt sich zusammen in einer großen, luftigen und dennoch düsteren Atmosphäre und hinterlässt uns sprachlos.

Creepy - der Curveball des Albums. Ein Track, der in der 100bpm Sektion angesiedelt werden kann. Bouncende Arpeggiator Sounds, gepaart mit Foley-Effekten öffnen den Song. Ein Tom-Fill leitet uns in den ebenso abgehackten und stiltypischen Beat. Auch wenn Insideinfo einen Ausflug in die niedrigen BpM wagt, zeigt er, dass er versteht, wie elektronische Musik zu funktionieren hat. Er verliert nicht seinen Stil und lässt durch gezielt gesetzte Sound-Effekte Bilder im Kopf entstehen. Der Track erinnert an eine Tour durch ein verlassenes Geister-Haus das mitten in einem düsteren Wald steht.

Zu guter Letzt möchte ich auf meinen aktuellen Lieblingssong auf dem Album zu sprechen kommen - 2Minds. Wasserartige, futuristisch anmutende Sounds entführen den Hörer in ein sphärisches Intro. Der Track baut sich auf und die ganze Spannung entläd sich in einem sehr simplen Drop - anders als erwartet und vermutlich deswegen umso genialer. Tighte Drums gepaart mit einer dumpfen und doch so „leeren“ Bassline verleihen dem Track einen ganz besonderen Vibe. Der zweite Drop mündet in einem Triolischen Half-Time Beat und verleiht dem Track eine weitere Ebene. Insideinfo zeigt in diesem Track alle seine Fassetten. Stilechte Atmosphäre mit einem genialen und doch so einfach anmutenden Drop. Dieser Track kann jeden Dancefloor zum Brennen bringen - auf seine eigene Art und Weise.

Fazit

Insgesamt zeigt Insideinfo auf seinem Album, was er alles kann. Viele seiner Facetten kommen zum Vorschein und die LP wird zu keinem Zeitpunkt redundant. Im Gegenteil - sie fügt sich zu einem guten Gesamtwerk zusammen. Man hat nicht das Gefühl, dass es nur eine wilde Track-Kollektion ist - nein. Er schafft es, dass sich durchs gesamte Album ein roter Faden zieht.

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