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Moderations-Workshop bei der LfM

Verfasst am

Was ist eine gute Moderation? Worauf muss ich beim Schreiben achten? Worauf kommt es an, wenn ich On-Air bin? 

(CC-0) coffee4real0 / pixabay.com

Christoph Flach ist Trainer an der ARD&ZDF-Medienakademie und hat uns Workshop-Teilnehmern an einem Frühlingswochenende an der LfM in Düsseldorf all diese Fragen beantwortet.

Persönlichkeit

Wer bin ich On-Air und wer möchte ich sein? Eine Radiomoderation wird getragen von der Person, die sie vorträgt. Dabei ist es wichtig, dass auch etwas von dieser Persönlichkeit zu hören ist, damit sich der Hörer mit der Moderatorin oder dem Moderator identifizieren und Sympathie für ihn entwickeln kann. Wer möchte schon von einer distanzierten und aalglatten Person geweckt werden? Eben!

Zielgruppe

Jede Moderatorin und jeder Moderator sollten sich schon bei der Sendungsvorbereitung eine entscheidende Frage stellen: Für wen sende ich? Dementsprechend gilt es eine Moderation auf dieses Publikum zuzuschneiden. Die NRW-Hochschulradios haben sich das Studierendenumfeld als Zielgruppe auserwählt. Und eben danach richtet sich auch der Stil der Moderationen. Auch die Höreransprache gehört dazu, denn wer an der Hörerschaft vorbei moderiert, verliert sie.

Inhalt

Der Inhalt ist einer der wichtigsten Punkte bei der Radiomoderation. Ohne Inhalt wäre eine Moderation sinnlos. Dabei ist die Recherche nur der erste Schritt. Der journalistische Aspekt tritt hier in den Vordergrund: Quellen müssen korrekt wiedergegeben werden und jede Perspektive muss differenziert und fair betrachtet werden. Meine Aufgabe als Moderator ist es nicht, die Dinge zu bewerten. Ich möchte Fakten präsentieren und sie gegebenenfalls einordnen. Eine Bewertung gehört in einen Kommentar.

Struktur

Die Moderation beginnt mit einem Ear-Catcher. Ich möchte meine Hörerschaft ans Radio fesseln, sie soll mir bis zum Schluss zuhören. Aber dafür muss ich ihr Interesse wecken, am besten gleich im ersten Satz. Im weiteren Verlauf der Moderation ist die große Gefahr, dass ich meine Hörerinnen und Hörer verliere, indem ich sie durch zu viele Informationen oder Gedanken verwirre o.ä. Deshalb gilt: Ein Gedanke pro Moderation reicht! AM besten formuliert man sich ein Ziel, an dem man am Ende der Moderation angekommen sein will. Gleichzeitig sollte die Moderation nicht zu lang sein, denn auch dann schalten die Menschen gedanklich ab. Für die richtige Länge gibt es keine exakten Regeln, das kommt ganz aufs Thema drauf an. Hauptsache das Thema trägt die Moderation bis zum Schluss.

Senderdarstellung vs. Selbstdarstellung

Alle Moderatorinnen und Moderatoren sind Rampensäue – sonst würden wir das nicht machen. Deshalb laufen wir auch häufig Gefahr, uns selbst für zu wichtig zu nehmen. Wir als Moderatorinnen und Moderatoren repräsentieren in erster Linie unseren Sender. Im Hochschulradio-Umfeld stellt dieses Prinzip noch kein allzu großes Problem dar, aber im Profi-Bereich hat die Moderationslinie eines Senders enorme Wichtigkeit. Deshalb hören wir bei 1Live keine übertrieben, seriösen Moderatoren und beim Deutschlandfunk keine flippigen.

Mündlichkeit

Eine Moderation ist spontan, sie steht auf keinem Papier – zumindest soll sie nicht danach klingen. Es ist hilfreich, einiges aufgeschrieben zu haben, wie z.B. Daten, Zahlen, Namen oder auch das Ziel der Moderation. Ausformulierte Sätze, die on-air abgelesen werden, klingen meist genau so. Um die Natürlichkeit unserer Moderation zu wahren sollten wir uns merken: Weniger aufschreiben, dafür Genießen und das erzählen, was ja auch ohne Abzulesen weiß. Denn ich habe es ja selbst recherchiert ;)

- Lukas Scheid 

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