[24.05. - 17h55] Noch zwei Konzerte, dann... [24.05.10]

...ist das musikalische Programm vom Moers-Festival vorbei.. .. ..klingt wehmütig, ist es auch, denn die Stimmung unter den Leuten könnte gerade nicht besser sein. Die Leute schwatzen in sämtlichen Sprachen, trinken Kaffee und Bier, der Wind rauscht durch die Bäume, die Sonne scheint nach wie vor und aus dem Musikzelt hört man die Proben der Arto Lindsay Band, die gleich -als vorletzte also- spielen wird. Es gab unzählig viele Highlights, neue Welten haben sich mir, uns, erschlossen. Und das soll keine Floskel sein. Ich rede wirklich (!) von neuen Welten, von musikalischen Welten, die ich vorher so noch nie erlebt habe. Freitag: Bergen Big Band – eine Big Band mit Krimi-Szenen. Donkey Monkey – starke Frauen mit viel unbeschwerter Energie. Roberts, Stetson & Ismaily – eine Annäherung die was verspricht. Miss Platnum – endlich jemand, der den R’n’B so richtig aufmischt, yes! Samstag: Super Seaweed Sex Scandal – so jung und schon so talentiert. Sanne van Hek – da gingen die Meinungen auseinander. Mombelli & The Prisoners of Strange – Gesang als vollwertiges, geniales Musikinstrument! Steve Lehman Octet – auf 180 und das mit so einer Präzision. Bill Frisell, Eyvind Kang und Rudy Royston – Virtuosität, viele musikalische Genres und Frisells Lächeln. Dobet Gnahoré – wie kann man gleichzeitig so derbe tanzen und singen? Sonntag: Grubenklang „reloaded“ – hab ich verpasst, I’m sorry. Schneeweiss & Rosenrot – Songwriter-Jazz revolutioniert. Brötzmann und Chicago Tentett – genialer, organisierter Lärm! Sponde di Passione – spirituell und mit Trapez-Künstlerin. Bill Frisell & Arve Henriksen – ein beinahe schon religiöses, freudiges Erlebnis, eine Premiere übrigens. Toshi Reagon – was für eine Stimme. Montag: Matthias Schriefl mit Big Band – endlich mal ein Jazz bei dem man staunen und zugleich lachen kann! Und an dieser Stelle hört es bei mir auf. Denn mein Kopf ist voll. Euer Kopf ist sicher auch voll. Von dieser langen Liste. Aber das musste einfach sein – denn jede einzelne Band ist ein Novum, etwas Besonderes, hat den Applaus verdient. (Sage ich. Und ich bin eigentlich was Musik angeht oftmals skeptisch.)

Und auch auf die Gefahr hin, dass es total klischeehaft klingt: Moers-Festival, thank you so much, you changed my life.

Julia Grabsch