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29.03.2004 08:50 Uhr, Starsky & Hutch ("Starsky & Hutch") Sein Name ist David Starsky (Ben Stiller) und er ist ein Cop. Gerade hat er mal wieder ein Chaos auf den Strassen von Bay City angerichtet ? wegen sieben geklauten Dollar. Seine aufbrausende Art bringt ihn immer wieder in Schwierigkeiten. Seine Partner verschleißt er wie Stefan Raab schlechte Pointen. Sein Name ist Ken Hutchinson (Owen Wilson) und er ist ein Cop. Gerade hat er mal wieder als Undercoveragent mit einer Räuberbande bei einem Überfall mitgemischt ? und weder die Beute sichergestellt, noch die Gangster verhaftet. Sein lockerer Charme und seine unkonventionelle Art öffnen ihm viele Türen. Unter anderem auch die des gemeinsamen Vorgesetzten, dem ob dieser Unzulänglichkeiten inzwischen leicht echauffierten Captain Dobey (Blaxploitation-Ikone Fred Williamson). Der erkennt genauso wie das gemeine Kinopublikum das Potenzial dieser beiden Charaktere zum Buddy-Komödien-Team und schickt sie fortan gemeinsam auf die Straße, wo sie der Informant Huggy Bear (Snoop D-O-Double-Gizzle) auf die Spur eines Mega-Drogendeals führt. Reese Feldman (Vince Vaughn) hat ganz neuen Stoff an Land gezogen, der selbst von Polizeihunden nicht zu erschnüffeln und demnach bei den einschlägigen Drogendealern heiß begehrt ist. Bevor jedoch dem Golf spielenden Moustacheträger Feldman das Handwerk gelegt wird, beeindrucken beide Cops zwei attraktive Cheerleader (u.a. Carmen Electra) mit Koch- und Sangeskünsten, muss Hutch einem inhaftierten Zeugen einen ungewöhnlichen Wunsch erfüllen, nimmt Starsky unfreiwillig zugedröhnt an einem Tanzwettbewerb teil, stümpern beide als Pantomimen auf einer Bar-Mizwa ? und machen beide mit ihren Clownerien den ohnehin eher dünnen Krimi-Plot vollends zur Komödie. Regisseur Shawn Levy (?Road Trip?) hat mit Vince Vaughn (?Für das Leben eines Freundes?), Will Ferrell und Juliette Lewis (?Natural born killers?) gleich drei Darsteller aus seinem Überraschungserfolg ?Old School? in diese Leinwandadaption der 70er-Jahre-Serie mitgebracht. Dabei glänzt besonders Ferrell in seinem Cameo-Auftritt als schmieriger Biker mit Bauchnabelfetisch. Rapper Snoop Dogg hingegen spielt mit funky Klamotten und Plateauschuhen lediglich eine Rolle aus seiner eigenen MTV-Serie ?Doggy Fizzle Televizzle? weiter, bleibt also rein darstellerisch eher blass. Ben Stiller (?Reality bites?, ?Verrückt nach Mary?) besetzt wieder mal die inzwischen anscheinend typische Ben-Stiller-Rolle: Leicht verklemmt, leicht spießig, leicht cholerisch. Dennoch bleibt er einfach ein Sympath, hat eine verdammt witzige Mimik mit oft gleichzeitig leicht spitz herausgestreckter Zunge und hochgezogenen Augenbrauen und ist als Komödiant schlichtweg brillant, wenn er undercover mit übertrieben breitem Brooklyn-Akzent Anweisungen (?Do it, do it!?) gibt oder ? ähnlich wie in ?...und dann kam Polly?, nur zu anderer Musik ? die heißeste Sohle aller Sohlen aufs Tanzparkett legt. Owen Wilsons verschmitzter Charme blitzt in jeder Szene in den Augen, und man kann sich gut vorstellen, wie die Frauenherzen dahinschmelzen, wenn sich Cop Hutch so durch verschiedene Situationen schummelt oder mit Fistelstimme ein Liebeslied intoniert. Was in den gemeinsamen Produktionen ?Meine Braut, ihr Vater und ich?, ?Zoolander? oder ?The Royal Tenenbaums? geklappt hat, funktioniert also auch hier. Lobend erwähnt werden muss zudem das Produktionsdesign und die Wahl der Kostüme und Accessoires. Wo deutsche Produzenten wahrscheinlich hektisch und akribisch das Lebensgefühl so wieder aufleben lassen würden, dass man besonders von der ach so authentischen Musik oder der Outfits (siehe z.B. die Repräsentation der achtziger Jahre in ?Verschwende deine Jugend?) schnell genervt wäre, schwelgt ?Starsky und Hutch? sehr angenehm unangestrengt in der Nostalgie der siebziger Jahre. So finden sich auf dem Soundtrack dann auch kein ?I will survive?- oder ?Saturday Night Fever?-Dudel-Disco-Schlager, sondern The Carpenters, The Average White Band oder Bill Withers. Während andere Buddy-Komödien wie ?Rush Hour? die Unterschiedlichkeit der beiden Protagonisten hauptsächlich durch verschiedene Hautfarben und Kulturkreise akzentuiert, setzt ?Starsky und Hutch? fast ausschließlich auf das bewährte Teamwork von Stiller und seinem kongenialen Partner Wilson ? die dann allerdings auch schon von vorneherein sooo unterschiedlich doch gar nicht sind wie in diesem speziellen Genre eigentlich üblich. Die Figuren haben bis auf die Namen und Konstellationen nicht mehr viel mit der Originalserie zu tun ? die man ergo nicht gesehen haben muss. Die beiden Cops ? bei denen Owen Wilson sympathischer rüberkommt - ergänzen sich allerdings so wunderbar, dass der Film zum temporeichen und saukomischen Selbstläufer mit unzähligen Lachern wird. Action-Komödie, USA 2004 Regie: Shawn Levy Darsteller: Ben Stiller, Owen Wilson, Vince Vaughn, Snoop Dogg Länge: 101 Min. von Jörn Behr |
"Starsky & Hutch", alias Ben Stiller und Owen Wilson
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