Filmtipp filmspur@koelncampus.com
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31.05.2007 12:40 Uhr, Zodiac-Die Spur des Killers August 1969. Drei der großen Tageszeitungen im Raum um San Francisco bekommen einen seltsamen Brief zugestellt ? alle in derselben unbeholfenen Schrift verfasst. Darin werden verschiedene Morde in Details beschrieben, die nur der Täter kennen kann. Zusätzlich enthalten die Briefe noch mysteriöse Chiffre und die Androhung von weiteren Morden, wenn das Schreiben nicht auf der Titelseite veröffentlicht würde. Diese Briefe sind das erste von vielen Lebenszeichen des Zodiac-Killers, wie er sich in späteren Briefen selbst nennen sollte, bis heute einer der berüchtigtsten Serienmörder der USA. Bereits einen Monat später ? also schon im September 69 ? schlägt der Zodiac wieder zu. Am helllichten Tag lauert er einem jungen Paar beim Picknick auf. Wieder gesteht der Mörder seine Tat in Briefen an die Presse ? und versetzt die ganze Region um San Francisco in Ausnahmezustand, als er seine nächste Tat ankündigt: Er hätte es von nun an auf Schulbusse abgesehen. Zuerst wolle er die Reifen zerschießen, um anschließend ein aussteigendes Kind nach dem anderen zu töten. Zum vermeintlichen Ruhm des Zodiac-Killers trägt auch die Tatsache bei, dass seine wahre Identität bis heute nicht endgültig aufgeklärt wurde. David Finchers Film hebt aber vier Akteure hervor, die dem Täter wahrscheinlich so nah wie nur irgendwer gekommen sind: die Polizisten Toschi und Armstrong, der Journalist Paul Avery vom San Francisco Chronicle und Robert Graysmith, irrwitzigerweise Karikaturist bei selbiger Zeitung. Letzterer bildet auch das emotionale Zentrum der Geschichte ? nicht zuletzt weil Finchers Film zum größten Teil auf dessen Monographien zum Zodiac-Fall beruht. Und so bringt ZODIAC ? DIE SPUR DES KILLERS doch nur wenig neue Erkenntnisse zur Aufklärung der Mordserie, dafür bemüht er sich aber um eine umfassende Bebilderung von dem was schon bekannt ist ? und das macht er mit beeindruckender Konsequenz: Eindeutige Fakten gibt es nämlich nur wenige, beschrittene Fährten dafür viele. In der Wirklichkeit wie in diesem Film. Doch was zynische Gemüter leicht als zweieinhalbstündige Aneinanderreihung von Sackgassen umschreiben könnten, ist in Wahrheit ein mutiger wie gelungener Bruch mit grundlegenden Genrekonventionen. Und tatsächlich sieht auch der Regisseur selbst seinen Film weniger als Thriller, denn mehr als Zeitungsfilm ? passenderweise, machte doch der Zodiac-Killer die Medien auf ihre Art zu Mittätern. Statt stilisierten und düsteren Bildern überwiegen bei ZODIAC ? DIE SPUR DES KILLERS die satten Farben der Siebziger Jahre, was zu einer für Fincher überraschend zurückgenommenen Inszenierung führt. Aber es ist vor allem die gelungene Besetzung, die den Film auch über seine lange Laufzeit hinweg trägt: Marc Ruffalo und Anthony Edwards geben Toschi und Armstrong die Vielschichtigkeit, die sie benötigen, Robert Downey Jr., der Paul Avery spielt, ist derzeit sowieso ein sicheres Pferd und Jake Gyllenhaals Graysmith ist zwar quirlig aber gleichzeitig angenehm unverdorben. Wenn man dem Film überhaupt einen Vorwurf machen könnte, dann höchstens den, dass trotz seiner zweienhalb Stunden Länge der ein oder andere Charakter paradoxerweise etwas zu kurz kommt. ZODIAC ? DIE SPUR DES KILLERS ist alles in allem ein meisterlich umgesetzter Film, der sich bewusst allen Erwartungen widersetzt. Fincher bietet hier Fakten, Witz und Spannung und fordert dafür nur eines: Sitzfleisch. Philip Gritzka |
Die ersten Zeichen werden entschlüsselt.
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