Filmtipp filmspur@koelncampus.com
|
|
07.06.2006 20:00 Uhr, Das Schloss im Himmel (Tenkû no shiro Rapyuta) Kann das große Abenteuer schöner an die Türe klopfen als in Form eines wunderhübschen Mädchens, das einem ? leicht wie eine Feder ? vom Himmel herab, direkt in die eigenen Arme gleitet? Genau so beginnt diese Geschichte jedenfalls für den jungen Tagträumer Pazu, der sich in einem abgelegenen Bergarbeiterdorf durchs Leben schlägt. Am nächsten Morgen erzählt ihm das junge Mädchen, Sheeta heißt sie, dass sie aus einem Luftschiff gefallen sei. Wie sie das überlebt hat, ist ihr zunächst aber ein Rätsel. Doch schnell finden Sheeta und Pazu heraus, dass sie ihre wundersame Rettung einem kleinen Amulett aus Familienbesitz verdankt, dass sie seit jeher um ihren Hals trägt. Das Amulett scheint die Fähigkeit zu haben, die Gesetzte der Schwerkraft um seinen Träger herum aufzuheben. Ein wertvoller Besitz ? einer, der von vielen begehrt wird. Und so dauert es nicht lange, da sehen sich die beiden plötzlich gleich von mehreren Parteien gejagt. Die gefährliche Flucht der beiden findet schließlich ihren Höhepunkt, als sie mithilfe neuer Freunde die sagenumwobene Stadt Laputa entdecken, eine uralte fliegende Festung, hinter Wolken verborgen, von der niemand geglaubt hätte, dass sie tatsächlich existiert. Doch einmal dort, soll das wahre Abenteuer für sie gerade erst beginnen! Es ist wohl dem internationalen Erfolg von Filmemacher Hayao Myazakis jüngeren Animationsfilmen PRINZESSIN MONONOKE und vor allem CHIHIROS REISE INS ZAUBERLAND zu verdanken, dass das europäische Publikum jetzt endlich die Chance bekommt, mit DAS SCHLOSS IM IMMEL einen seiner frühen Filme im Kino zu erleben. Der Film ist ziemlich genau zwanzig Jahre alt, erweist sich aber als kaum gealtert. Sicher, die schlicht gezeichneten Figuren erinnern noch stark an alte Serienklassiker wie HEIDI, bei dessen Produktion Myazaki ebenfalls involviert war. Und selbstverständlich gibt es hier noch keine Computereffekte um die Zeichner bei aufwändigen Actionsequenzen zu unterstützen. Aber all das irritiert höchstens zu Beginn und ist schnell vergessen. Denn der Film ist von so erfrischender und reiner Natur, dass sich wohl niemand diesen liebenswerten Figuren und ihrem wunderbaren Abenteuer entziehen kann. Dabei ist DAS SCHLOSS IM HIMMEL mit über zwei Stunden Laufzeit außergewöhnlich lange für einen Animationsfilm. Doch Langweilig ist nicht eine einzige Sekunde davon. Hayao Myazakis Film ist ein kleines Stücken bessere Welt; selten passt die Bezeichnung besser: Kino für die ganze Familie. Animationsfilm Japan 1986 Regie: Hayao Myazaki Darsteller (deutsche Sprecher): Nathalie Loewenberg, Nico Mamone, Ilona Grande, Claus Brockmeyer, u.v.a. Länge: 124 Min. von Philip Gritzka |
Laputa - die schwebende Stadt
|

LiveStream