Filmtipp filmspur@koelncampus.com
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05.04.2006 20:00 Uhr, Good Night and Good Luck Die USA in den fünfziger Jahren: Es herrscht der so genannte ?red scare?, die Angst vor der Infiltrierung Amerikas durch kommunistische Bewegungen. Senator Joseph McCarthy nutzt die allgemeine Verunsicherung und brandmarkt Unschuldige als angebliche Kommunisten. Die Polit-Sendung ?See it now? um Moderator Edward R. Murrow (David Straithairn) greift daraufhin konkret den Fall eines Soldaten auf, der aus fadenscheinigen Gründen aus der Air Force entlassen wurde. Schnell mischen sich die Sendeleitung, die Sponsoren und natürlich auch die Air Force ein. Doch die Redaktion bleibt standhaft und berichtet weiterhin kritisch über das Vorgehen des Senators. Dabei rechnet Produzent Fred Friendly (George Clooney) mit weiterer Gegenwehr und mahnt seine Redaktion zur Ehrlichkeit bezüglich etwaiger kommunistischer Tätigkeiten. Und er behält recht: McCarthy dreht den Spieß um, so dass bald sogar Murrow selbst in Erklärungsnot gerät. Doch für den Moderatoren steht eines fest: Es ist an der Zeit, sich an Bürgerrechte und Demokratie zu erinnern ? und die Konsequenzen zu tragen. Und das gilt nach den Aufsehen erregenden Sendungen natürlich auch für die Redaktion von ?See it now?... Regisseur und Co-Drehbuchautor George Clooney setzt mit ?Good night, and good luck? nicht nur dem echten Edward R. Murrow ein Denkmal, sondern auch dem engagierten Journalismus, ja, dem Mitdenken überhaupt. Die McCarthy-Ära gehört zu den prägendsten der amerikanischen Nachkriegsgeschichte. Parallelen zur aktuellen US-Politik inklusive Hexenjagd ohne echte Beweise sind dabei sicher nicht nur dem bekennenden Bush-Kritiker Clooney aufgefallen. Für den medialen Kampf zwischen Politik und Journalismus nutzt er echte Mitschnitte von Senator McCarthy, die den Kommentaren von Edward R. Murrow entgegengesetzt werden. Diese meist eins-zu-eins vom echten Murrow übernommenen Monologe werden äußerst eindringlich dargeboten von David Strathairn. Man nimmt ihm den engagierten und dennoch besonnenen Journalisten sofort ab, der mit stoischem Gesichtsausdruck der Nation seine Gedanken mitteilt. Ihm zur Seite steht ein ebenso fabelhaftes wie namhaftes Redaktionsensemble mit George Clooney selbst, Robert Downey Jr. (?Kiss Kiss Bang Bang?), Patricia Clarkson (?Pieces of April?) oder Jeff Daniels (?Imaginary heroes?). Der Zuschauer erhält einen Einblick hinter die Kulissen des Fernsehgeschäfts, das auch schon in den 50ern von Quoten und Sponsoren mitbestimmt wurde. Zusätzlich wirkt der Redaktionsalltag realistisch: Während normalerweise in den meisten Filmen jede Figur nacheinander spricht, unterbrechen sich die hier Protagonisten ständig, so dass die Hitzigkeit ihrer Debatten umso deutlicher wird. Dementsprechend ist ?Good night, and good luck? auch eher ein Ensemblefilm, der sich mit nur einer Ausnahme ausschließlich der Arbeit und nicht dem Privatleben der Redaktionsmitglieder widmet. Dabei wird ununterbrochen gequalmt, viel geschrieen und telefoniert. Dem setzt Clooney einige Jazz-Stücke entgegen, die zwischendurch von einer Band im Fernsehstudio angestimmt werden. Dieser Kniff und auch das ziemlich kühl wirkende Schwarz-Weiß-Bild sollen eindeutig die Dramaturgie etwas auflockern. Andernfalls wäre das Hin und Her zwischen den Ausschnitten von McCarthy und den Redaktionsszenen möglicherweise auch etwas zu anstrengend gewesen. Die Songs sind allerdings ziemlich lang für reine Zwischenstücke, man will nach ein paar Sekunden dann doch wieder zurück an den eigentlichen Ort des Geschehens. Mit ?Good night, and good luck? ist George Clooney nach ?Confessions of a dangerous mind? ein weiterer großer Regiewurf gelungen. So bleiben Edward Murrows Abschiedsworte an die Nation nicht nur in den USA in Erinnerung: ?Gute Nacht ? und viel Glück.? Drama USA 2005 Regie: George Clooney Darsteller: David Strathairn, George Clooney, Robert Downey Jr., Patricia Clarkson, Ray Wise, Frank Langella Länge: 93 min. von Jörn Behr |
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