Kölncampus präsentiert

Burnt Friedman & Jaki Liebezeit / Hayden Chisholm [09.12.08.]

Di. 9.12., 20.30 Uhr, Stadtgarten, Konzertsaal

Reconstructing Song XV – No Place Like Home

Burnt Friedman / Jaki Liebezeit
&
“belle du vent” / “moon mirror” (M: Hayden Chisholm/T: Rebecca Horn)
Hayden Chisholm – altosax, melodica
Denizhan Kocer – vocals
Gareth Lubbe – viola, vocals
Franz Hautzinger – trompete
Nadio Marenzo – accordeon


“Inner World Music”, der zugegeben etwas gesuchte Begriff, den das kanadische Musikmagazin Exclaim für die Expeditionen ins musikalische Niemandsland gefunden hat, die der Kölner Elektroniker und Produzent Burrnt Friedman und der ehemalige CAN-Schlagzeuger Jaki Liebezeit seit sechs Jahren gemeinsam unternehmen, passt ebenso gut zur Musik des Saxophonisten Hayden Chisholm. Friedman/Liebezeit und Chisholm arbeiten mit großer Konzentration, Präzision und Eleganz an einer stillen Überschreitung musikalischer Idiome und verzichten dabei auf alle Destruktions- und Dekonstruktionsgesten. Es geht Ihnen darum, für die Tiefe und Komplexität verschiedener Musiksprachen neue Spiel-Räume zu schaffen, die Freiheit, die ihre Verfügbarkeit und die Erkenntnis ihrer Relativität mit sich bringt, zu nutzen, ohne ihre fasziniende Schönheit zu verleugnen.

Hayden Chisholm, unter anderem Saxophonist von Root 70 und Kopf der Embassadors, arbeitet mit dem Song-Zyklus „Belle Du Vent“ seit zwei Jahren intensiv an einer reduzierten imaginären Folklore, die in der Stille zu schweben scheint. Zur konzertanten Erstaufführung dieses Zyklus wird er ihn mit „Moon Mirror“, einem weiteren Song-Zyklus verknüpfen. Ursprünglich als Installationsmusiken für Rebecca Horn zu Texten der Künstlerin konzipiert, bieten beide Werke den Instrumenten und Stimmen viel Platz zur Entfaltung. Die in Köln lebende Türkin Denizhan Kocer wird die auf Spanisch gesungene Hauptstimme übernehmen. Die Bratsche und der Obertongesang Gareth Lubbes bilden zu ihrem weichen, oft fast geflüstertem Part eine starke Gegenstimme, während die einzigartigen Trompetenklänge Franz Hautzingers und Nadio Narenzos Akkordeon Chisholm´s klares, mikrotonales Saxophon-Spiel reizvoll kontrastieren.

Während Melodiem und Klangfarben die zentralen Momente von Chisholms Song-Zyklen bilden, dreht sich bei Jaki Liebezeit und Burnt Friedman alles um den Rhythmus.
Jaki Liebezeit trommelt seine in langen Zyklen angelegten ungeraden Rhythmen mit atemberaubender Präzision und liefert damit eine flexible Struktur für die bestens eingespielte Interaktion mit den elektronisch fein modifizierten Einspielungen aus Friedmans Soundarchiv. So entsteht eine seltsam abstrakte Ritual-Musik zwischen Trance, Differenziertheit und Reflektion.

„At the moment there is more innovation in singer-songwriter scenes than in improv because their forms are clearer and their message succinct. Truly revolutionary music like Parker or Coltrane took place within the forms, they stretched and twisted them to breaking point. We don´t have any left to break through, so it is left for us to slowly and carefully put together some of these broken pieces and develop a new language for our own troubled times... I don´t see why we should fight a battle on stage already lost by our fathers when we have enough to worry about in preserving our frail culture of sound.“ (Hayden Chisholm)

Pressestimmen zu Friedman/Liebezeit:
...endlessly inventive and smooth as silk. (The Wire)
...sounds like the modern jazz quartet of the 24th century...(Uncut)
...Friedman und Liebezeit ist eine grandiose synergetische Melange der Musikstile gelungen, die sich um das zentrale Element einer jeden Musik dreht, ... den Rhythmus.(arte.com)


Burnt Friedman/Jaki Liebezeit:
http://www.nonplace.de/
http://www.myspace.com/burntfriedmanjakiliebezeit

Hayden Chisholm:
http://www.softspeakers.com/

AK: 13.- EUR / VVK & AK erm. (z.B. für Studierende): 9.- EUR