"Meine Ausbildung bei Kölncampus..."

Erfahrungsbericht von Sabine Kortland:

Da hab ich mir doch schon ewig vorgenommen, doch endlich mal diesem tollen Sender, den man fast ununterbrochen hören möchte, auch mal beizutreten, wenn man schon mal die Gelegenheit dazu bekommt!!!
Immer wieder bin ich auf die Seite gegangen, um zu schauen, wann die Info-Treffen sind. Fand aber nie einen Termin, der in meinen Plan passte. Doch dann: Es war der Tag, an dem Deutschland gegen Ecuador 3:0 nachmittags gewonnen hatte. Ich rechnete mir aus, wenn das Spiel um 16 Uhr beginnt, schaff ich es locker bis 19 Uhr zum Infotreffen.
Gesagt getan.
Aber, nicht wie erwartet, eine Horde Williger in dem Raum, wo das Treffen stattfand, sondern nur ein halbes Dutzend Leute, teilweise sogar mit breitem Grinsen und Deutschland-Flaggen auf die Wangen gemalt. Prima, dacht ich, diesmal klappt es!
Es war toll: Basti hat alles erklärt, was wichtig war.
Der Donnerstag wurde mein Frührauschtag.
Bevor ich das ersten Mal auf Sendung gehen musste, war mir ganz schön schlecht.
?Es sind doch ?nur? die Mensa-Tipps?, habe ich mir immer gesagt!
Außerdem hat es geholfen, mir selbst die Nervosität zu nehmen, in dem ich mir immer einredete, dass es ja zum Glück niemand sieht, wie unglaublich nervös ich bin, hauptsache ich habe meine Stimme unter Kontrolle.
Ich muss sagen, dass es mir schon fast auch vor dem Moderator unangenehm war, dass er sehen musste, wie mein Kopf total rot ist und ich mega am Schwitzen bin, aber mit jedem Mal wurde es einfacher und besser...
Ich war überwältigt, wie viel Spaß das macht und alles so toll funktioniert hat und wie nett es einfach bei Kölncampus an sich ist.
Ich kann jedem der mal testen möchte, wie er sich so ?on Air? macht und einen kleinen Hang zum Schreiben hat, dass er sich diese Ausbildung nicht entgehen lassen sollte.
Erfahrungsbericht von Vicky Hoffmann:

Aushang: Kölncampus Infotreffen nächsten Mittwoch um 19.00 Uhr in der
Spoho?

Wir haben ein Hochschulradio? Feine Sache, einfach mal hin da. Zack, beworben, Warteliste, tsiss..., angenommen. Puh, keine Ahnung vom Radio, vorher auch nie welches gehört, gings dann auch schon los.

1. Woche: Erster Schock: 5. Stock! Alles klar, die Hörassistenz schaffte ich auch ohne Puste.
Erwartet hatte ich eigentlich Stress, Tränen, Prügeleien, aber alles lief überraschender Weise sehr relaxed ab und so begann der Morgen erstmal mit einem richtig miesen Kaffee.

2.Woche & 3. Woche: Technik und Mensa. Technik kein Problem nach dem einmaligen Technikworkshop.
Mensatipps on air. Scheiße. Kann ich nicht. Mach ich nicht. Das rote Lämpchen leuchtet. Na, dann mal los....Geschafft. Geil. Ich will nochmal. Highlight: Kaffee auf den Teppich geschüttet; Teppich hat ihn sofort verschluckt; kein nerviges säubern.

4.Woche: Umfrage. Auf diese hatte ich mich schon beim Infotreffen gefreut, mußte dann allerdings feststellen dass wohl Satan höchstpersönlich die Umfrage erfunden haben muß.
Mit dem Mikro stolzierend lief ich über den Campus, die Kopfhörer auf dem Kopf, schönstes Lächeln aufgesetzt. Als ich dann aufgehört habe mich selbst zu bewundern, erkannte ich erstmal dass überhaupt keiner da war:
Semesterferien, Freitag. ?Na, ich warte noch ein wenig; werden schon noch liebe Studierende kommen?. Halb 9: Ja, endlich! Aber was seh ich: gesenkte Häupter, die plötzlich ihre Richtung änderten, so dass ich letzten Endes mit dem Mikro über den Campus sprintete um Handgesten zu sehen, die mir sagen sollten: ?Talk to the hand.?.
Letzten Endes doch noch ein paar schöne O-Töne gesammelt, ging es zurück zum
lustigen Team und ans Schneiden. Dann war alles wieder gut.

5.Woche: In diese Wocher habe ich die Umfrage schonmal einen Tag vorher vorbereitet. Das sollte mir nicht nochmal passieren...

6. Woche: Die Spezialredaktionswoche = Frührauschurlaub. Meine Spezialredaktion konnte ich mir selbst aussuchen.Naja, ich hab´s einfach gemacht. Die Nachtphase soll es sein. Also ging ich einfach mal ohne Voranmeldung zur Redaktionssitzung, die zu meiner Begeisterung im Hellers, dem Himmel des Bananenbiers, stattfand. Freudig stellte ich fest, dass man direkt mit Aufgaben eingespannt wird und so die Möglichkeit hat Kölncampus auch nach der Ausbildung erhalten zu bleiben. Völlig verwirrt war ich am Freitag-Morgen. Da ist nicht wußte was ich ohne den Frührausch anstellen sollte, hab ich mein Team besucht und angefeuert soweit es meine Müdigkeit zuließ.

7.Woche: Endlich wieder um 5 aufstehen! Die Neuigkeiten... Nach dem intensiven Nachrichtenworkshop sollten die kein Problem sein. In Wirklichkeit kamen ungewollte Immitationen von Katja Burkard und dem lieben Herrn Tagesschausprecher zum Vorschein.
Um 8:30 mit Vicky Hoffmann. Guten Morgen... äh...einen Verprecher nach dem
anderen. Campustemperatur: Ohoh...gefühlte 15 Grad?
Um 9:30 schon besser und um 10:30 fluppt die Sache von ganz allein.

8.Woche: Das zweite Mal Neuigkeiten lief alles paletti. Völlige Coolness am Mikrophon. Völlige Selbstverliebtheit. Habe meinen Namen aufs Papier gemalt und mit kleinen Herzchen verziert.

9.Woche (Vorletzter Frührausch): Kollegengespräch! Juchu, schon sehr lange drauf gefreut und dann auch noch über mein Lieblingsthema ?ComputerBugs?????
Nach ausgiebiger Recherche hat mir das Thema wirklich Spaß bereitet. Bugtales wohoo....
Durch meine Nervosität besetzte ich die Toilette fast den ganzen Morgen; merkt aber eh keiner; weil die Leute von Kölncampus anscheinend alle keine Blase besitzen.

10. Woche: Frührausch die Letzte. KG mit O-Ton und noch eins, weil es son
Spaß macht. Hauptsächlich verbrachte ich meinen letzten Frührausch mit dem Schwelgen in Erinnerungen. Super Organisation. Bemerke wie routiniert alles durch die Ausbildung abläuft und dass der Spaßfaktor am Radio-machen weiterhin steigt. Bewundere mein Team. Begleite den Moderator. Esse ein Brötchen (die gibt es jeden Freitag). Rührung, wegen des Abschieds. Komme nächsten Freitag wieder.
Erfahrungsbericht von Timo Pauli:

Hallo, mein Name ist Timo, ich bin 22 Jahre alt und habe im April meine Ausbildung bei Kölncampus begonnen und mittlerweile abgeschlossen. Ich habe vorher noch gar keine Kontakte zum Radio gehabt.
Dies hier sind also meine ersten Kontakte mit der Produktion einer Radiosendung?.

Mein erster Besuch im Studio

Es ist Samstag, ich betrete des Haus, in dem Kölncampus sein Studio hat. Im obersten Stock. Es gibt keinen Fahrstuhl.
Nach dieser Erkenntnis mache ich mich auf den Weg in den weißichwievielten Stock. Hatte ich erwähnt, dass es sich um einen Altbau handelt? Mit einem Abstand Boden-Decke von mindestens 3,5m? Wenn nicht, kann ich nur sagen, man muss dementsprechend mehr Treppenstufen hinter sich bringen.
Ich komme oben an. Keuchend verkünde ich meinen Namen und lasse mich aufs Sofa im Büro fallen und erhole mich schwer atmend die nächsten Minuten bevor der Workshop, zu dem ich hier hingekommen bin, anfängt.


Hörassistent

Montags darauf steige ich wieder die Treppen rauf. Es ist 7 Uhr morgens. Jonathan, der anwesende Chef-vom-Dienst (Kurz CvD), erklärt mir, dass ich erst um acht hätte da sein müssen.
Als die Sendung um 9 Uhr beginnt (seit Mai gibt?s den Frührausch schon um acht!), sitze ich voller Erwartung vor dem Radio. Zwei Stunden lang höre ich Radio. Das erste Mal in meinem Leben höre ich Radio nicht nur nebenbei. Fleißig schreibe ich auf, was schief läuft, was ich seltsam finde, was sich gut oder schlecht anhört...
Nach der Sendung gibt es einen so genannten Aircheck. Hier wird die komplette Sendung analysiert. Als Hörassi leite ich diesen Aircheck mit meinen Notizen als völlig unbefleckter Hörer.


Mein erstes Mal!

Die nächste Woche meiner Ausbildung verbringe ich als Technik Assistent und ich darf zum Ersten Mal On-Air, also live ins Radio mit den Mensa Tipps.
Dummerweise meldet sich die Neuigkeiten-Sprecherin krank. Sie hat ihre Meldungen gestern Abend schon verfasst und schickt sie uns per Mail. Wer liest jetzt die Meldungen? Timo? Ääääääääääääh... Na gut, warum auch nicht.
Mein erstes Mal On-Air verläuft etwas atemlos. Mit fehlender Routine atme ich an den falschen Stellen und mehrere Male muss ich mitten im Satz atmen, da die Luft zu Ende ist. Es wird ein Spießrutenlauf?.
Die Mensa Tipps verlaufen etwas besser, da ich mir den Text selber geschrieben hab.
Achja, zwischendurch muss ich noch die Berichte oder Interviews für die Kollegen vom NachDurst zurechtschneiden.


Second Chance

Wieder Technik! Am Abend vorher bereite ich ganz strebsam meine Mensa Tipps vor. Es ist der erste Frührausch im 3-Stunden-Format. Außerdem feiert Kölncampus den dritten Geburtstag.
Dummerweise ist der Umfrage-Assistent nicht da. Timo kannst du das machen? Ääääääääääääh... Na gut. Also mache ich auch meine erste Umfrage.

Die beiden Wochen in denen ich Montags die Umfragen mache, laufen tatsächlich für mich wie geplant ab. Ich mache meine Umfrage und schneide sie dann. Klappt alles.


Spezialredaktionswoche

In dieser Woche fällt der Frührausch für den Assistenten aus. Er oder natürlich auch sie, muss entweder eine Aufgabe im Off-Air Bereich (also z.B. in der Presseabteilung, Onlineredaktion oder einer sonstigen Verwaltungsaufgabe) oder in einer Spezialredaktion (die Abend-Sendungen!!!) erledigen.
Das heißt auf gut deutsch, ich habe einmal montags frei und muss nicht um 7 Uhr (was für mich 5.30 Aufstehen bedeutet) im Sender sein.
Am Abend der Wochenkonferenz in der Woche vorher bekomme ich eine Email, ob ich nicht doch ein Kollegengespräch machen könnte. Naklar. Ich hab ja eh immer Zeit. Also gibt es doch keinen freien Montag.
In meiner 7ten Woche lese ich die Nachrichten ganz ohne spektakuläre Zwischenfälle.


Hardcore

In der darauf folgenden Woche tausche ich mit einer Kollegin. Wir wollen beide zu einem Fortbildungswochenende in Bad Honnef mitfahren. Ihr Frürausch Assistenten-Tag ist dummerweise Freitag. Sie kann nicht früh aufstehen und dann ein Wochenende lang Workshops besuchen, feiern und nur sehr wenig schlafen. Ich schon. Ganz Gentleman-like biete ich ihr meinen Montag an!
Freitags stehe ich dann ab sieben im Studio, lese die Nachrichten, fahr nach Haus, um meine Klamotten zu holen und bin um halb vier am Bahnhof Süd.
Das Wochenende verläuft wie erwartet. Es ist ein Wechsel zwischen lernen in Workshops und feiern am Abend. Geschlafen wird nicht viel.
Sonntagabend bin ich um halb 9 zu Hause und muss noch ein Kollegengespräch für Montag schreiben. Ohja, ich muss wieder in den Frührausch. Um 23 Uhr ist es fertig und am nächsten Tag bin ich um acht wieder im Sender. Die Uni fällt zu Gunsten des fehlenden Schlafs heute aus.

Meine Ausbildung ist jetzt zu Ende. Zeit ein Resume zu ziehen:
Es hört sich zwar alles etwas chaotisch an, aber es hat saumäßig Spaß gemacht. Das wichtigste ist, dass die Sendungen immer funktioniert haben. Wir haben es immer hin bekommen, fehlende Menschen oder ausgefallene Technik improvisiert zu überbrücken.
Kölncampus verzeiht einem Gottseidank auch Fehler ? wir sind schließlich alle Menschen und wir sind ? das darf man nicht verschweigen ? ein Ausbildungsradio. Hier macht man halt noch Fehler, hier passieren auch manchmal Pannen? aber wir lernen daraus.
Wer Spaß am ?Radio machen? hat, sollte unbedingt mitmachen.
Ich bleibe auf jeden Fall dabei und ihr hört mich bald im Frührausch. Eventuell seht ihr mich auch, wenn ihr als ?neue? anfangt.

Timo
Erfahrungsbericht von Marcel Joppa:

Ich bin Marcel Joppa, 23 Jahre alt, ich habe vor meiner Ausbildung bei Kölncampus bereits drei Jahre als freier Mitarbeiter beim Lokalradio in Duisburg gearbeitet. Als ich dann hier in Köln beim Hochschulradio anfing, waren meine Erwartungen erst nicht so hoch. Ich dachte mir: Was kann mir Kölncampus schon geben, was ich in Duisburg nicht schon gehabt habe?

Die Antwort bekam ich prompt beim Einführungstreffen. Hier wurde uns gezeigt, welche Aufgaben wir während unserer Ausbildung zu erledigen haben. Direkt in der zweiten Woche sollten wir bereits live on Air mit den Mensa-Tipps! Ich habe es in den ganzen drei Jahren beim Lokalsender nie live ins Radio geschafft! Dafür waren dort nur die Festangestellten vorgesehen!
Hui, ein wenig Herzrasen hatte ich in der zweiten Woche dann doch, als ich das erste Mal am Mikrophon stand und Hilfe suchend zum Moderator schaute. Aber Fehler sind hier nicht schlimm! Schließlich klappte alles prima und niemand lässt einem aus dem Team allein. Wo ich auch direkt zum zweiten, sehr positiven Punkt der Ausbildung kommen kann: Das Team! Ich kann natürlich nur von mir ausgehen, aber ich habe mich immer gefreut, mittwochs zur Wochenkonferenz zu gehen, einfach weil ich da mein Team wieder sehen konnte! Jeder Wochentag hat ja ein spezielles Team für die Morgensendung "Frührausch" und dies ist oft so eine geile Gemeinschaft, dass selbst das frühe Aufstehen (um sieben Uhr im Sender) mir nichts ausgemacht hat.

Als ich dann in der fünften Ausbildungswoche die Neuigkeiten recherchieren konnte und diese natürlich auch selbst live gelesen habe, fühlte ich mich schon als festen Bestandteil von Kölncampus!

Ein dicker Pluspunkt von Kölncampus ist auch das Workshop- und Fortbildungsprogramm! Drei Workshops sind während der Ausbildung Pflicht: ein Technik-, ein Nachrichten- und ein Beitragsworkshop. Erstens macht das tierisch Spaß, zweitens lernt man echt Dinge, die man nicht nur fürs Hochschulradio braucht und drittens bekommt man am Ende über jeden Workshop ein Zertifikat. Und solche Bescheinigungen machen sich immer ganz hervorragend in Bewerbungsmappen!
Ich war auch auf einer freiwilligen Fortbildungsfahrt nach Bad Honnef. Unter anderem hab ich dort ein Sprechtraining absolviert. So ein Kurs kostet sonst wahrscheinlich über 400 Euro und ich bekam den umsonst.

Heute ist mein letzter Ausbildungstag und das ist wirklich schade! Ich habe mich so an das Team gewöhnt und ich könnte hier noch eine Menge mehr an Vorteilen der Kölncampus-Ausbildung nennen - aber das sollte man einfach mal selbst ausprobieren.

Nach der Ausbildung stehen einem alle Türen im Sender offen. Ob man danach in einer der zahlreichen Spezialredaktionen weiter arbeiten möchte (Filmspur, KulturImpuls, Hellfire Radio, etc), sich um die PR des Sender kümmern will, zur Online-Redaktion wechselt, sich als Musikredakteur versuchen möchte, und und und. Auch schon während der Ausbildung hat man reichlich Gelegenheiten, in diese Bereich herein zu schnuppern.
Ich habe mich dazu entschlossen, erst einmal selbst den "Frührausch" zu moderieren. Außerdem arbeite ich jetzt bei der Filmspur-Redaktion mit.

Ich werde Kölncampus ganz bestimmt so schnell nicht verlassen! Und ich kann jedem, der sich für den Bereich Medien interessiert, diese Ausbildung nur ans Herz legen! Es ist geil und rockt!!
Vielleicht sehen wir uns ja, macht?s gut,

Marcel