Sonntag, 18.10.2009 16:00 Uhr, Fernfieber
Fernfieber...
...auf den Spuren der lateinamerikanischen Revolution.

Linksruck oder rosarote Welle?

Hugo Chávez in Venezuela. Evo Morales in Bolivien. Rafael Correa in Ecuador. Wahlen in Lateinamerika haben in den vergangenen Jahren einen deutlichen Trend nach links erkennen lassen. Sie scheinen Ausdruck zu sein eines Aufstand des Volks gegen die neoliberale Politik der vergangenen Jahre. Aber was bedeutet links vor dem regionalen Hintergrund? Wer sind die Bewegungen hinter der scheinbaren Revolution? Und kann man tasächlich von einem Linksruck in Lateinamerika sprechen?

Auf der Suche nach einer Antwort auf diese Frage betrachten wir die länderübergreifenden Initiativen wie die ALBA (Alianza Bolivariana para los Pueblos de Nuestra América), und wir gehen in die einzelnen Länder: Wie sieht die aktuelle gesellschaftliche, kulturelle und politische Situation in Bolivien, Ecuador und Venezuela aus, und was sind mögliche Zukunftsperspektiven.

Außerdem: Was verbirgt sich hinter dem Mythos Che Guevara in den beiden Filmen von Steven Soderbergh?

Schaltet ein, am Sonntag, 18.10. von 16 bis 18 Uhr auf 100,0 oder im Internet www.koelncampus.com.

Moderation: Simone Schlosser


Mehr zum Thema:

Buchtipps:

Jürgen Mittag/Georg Ismar (Hg.)
¿"El pueblo unido"? Soziale Bewegungen und politischer Protest in der Geschichte Lateinamerikas
Münster: Westfälisches Dampfboot 2009
576 Seiten

Lateinamerika gilt als einer der schlagzeilenträchtigsten Schauplätze sozialer Konflikte und politischen Protestes. Die Vielfalt und der Wandel sozialer Bewegungen – ob nun Kokabauern, Stadt-Guerilleros oder die Madres de Plaza de Mayo – sind kaum noch überschaubar. In insgesamt 25 Beiträgen analysieren die AutorInnen historische und aktuelle Entwicklungen sowohl einzelner Staaten – z.B. Bolivien, Chile, Mexiko und Venezuela – als auch länderübergreifender Bewegungen wie die Menschenrechts-, Frauen- und Indigena-Bewegungen. Fragen zu den Kontinuitätslinien sozialer Bewegungen, Ursachen ihrer „Renaissance“ oder neuen Formen des Protests werden ebenso gestellt wie nach ihrem Einfluss auf politische, wirtschaftliche und soziale Prozesse bis hin zu einer Demokratisierung Lateinamerikas insgesamt. Hierdurch zeigt diese systematische Bestandsaufnahme Chancen, aber auch Grenzen sozialer Bewegungen.

Thomas Jäger (Hg.)
Bolivien - Staatszerfall als Kollateralschaden
239 Seiten

Das Interesse an der politischen, sozialen und ökonomischen Entwicklung Boliviens hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen; denn Bolivien ist von dem Weg der US-amerikanisch inspirierten Wirtschaftsreformen abgewichen, nachdem sich dieser als Sackgasse erwiesen hatte. Neben Venezuela gilt Bolivien heute als zweite Stütze eines Sozialismus des 21. Jahrhunderts. In diesem Buch geht es darum, die Entwicklungen Boliviens nachzuzeichnen, die das Land in den letzten Jahren und Jahrzehnten an den Rand des politischen Scheiterns geführt haben. Aus dem Inhalt: Politische Repräsentation: territoriale Integrität, nationale Identität - Bolivien: Zwischen Modellfall und Unregierbarkeit - US-amerikanische Interessen in Bolivien - Zielkonflikte zwischen Demokratie und ökonomischer Stabilität in Bolivien - Der Drogenkrieg der USA in Bolivien - Die indigene Bewegung.


Filmtipp:

South of the Border (Regisseur: Oliver Stone)
Dokumentation über Hugo Chávez, den Regierungschef von Venezuela

mehr zum Film: http://www.film-zeit.de/Film/20926/SOUTH-OF-THE-BORDER/Presse/