Das Berlinale-Tagebuch 2005

Berlinale 2005

Aktuelles rund um das größte Filmfestival Deutschlands aus dem Hauptstadtstudio von Kölncampus.

Unsere Filmspur-Redakteurinnen Diane Arapovic und Jenny Haupt berichteten.

19. Februar 2005, Tag 10 der Berlinale

Hach ja?der letzter Tag in Berlin. Heute wurden die Bären verliehen und für uns ist nun Schluß mit Filme gucken bis zum tot umfallen. Morgen gibt es noch den großen Publikumtag mit einer besonderen Auswahl der Filme die wir in den letzten zehn Tagen gesehen haben. Schon komisch, am Anfang der Berlinale denkt man noch wie irre lange dieses Festival dauert, aber dann vergeht die Zeit so was von schnell. Da wird man schon ein wenig wehmütig und fängt so Seufzer-Spielchen an wie: ?Hach?das letzte Mal, dass wir einen Film im Berlinale Palast sehen? oder ?Och?.das letzte Mal im Cinemaxx auf der Treppe sitzen und das Berlinale-Tagebuch schreiben?. Aber alles hat nun einmal ein Ende und es ist Zeit ein kleines Resumé zu ziehen.
1. Die Filme:
Leider Gottes muß ich direkt mit einer Megakritik anfangen. Der Wettbewerb war bestückt mit fast durchweg mittelmäßigen Filmen, ohne sonderliche Highlights. Das war im letzten Jahr völlig anders, da konnte ich mich gar nicht mehr halten vor Begeisterung. In diesem Jahr hatte ich das Gefühl, die Filme sind nur thematisch ausgesucht worden, ohne die Qualität der Story zu berücksichtigen. Glücklicherweise gab es da aber noch die Sektionen ?Perspektive Deutsches Kino?, ?German Cinema? und ?Panorama?. Da gab es richtige Perlen zu sehen. Ganz weit voran die Filme ?Adam und Paul?, ?Aus der Tiefe des Raumes? (ein genialer Fußballfilm, der selbst Fußballgegnern gefallen wird) und ?Kebab Connection?. Aus dem Panoramabereich kommt auch mein Lieblingsfilm der Berlinale: ?Transamerica?, den wir gestern gesehen haben. Fazit also: Die kleineren Independent-Filme waren großartig, der Wettbewerb enttäuschend.

2. Die Organisation:
Eins muss man der Berlinale lassen. Das Festival ist unglaublich überragend organisiert. Nicht nur, dass alle Journalisten unter einen Hut gebracht werden müssen, als größtes Publikumsfestival ist es zudem auch noch sehr schwierig, beides nebeneinander einwandfrei funktionieren zu lassen. Klar gibt es mal Schlangen vor den Kinosälen, aber das ist nun wirklich völlig normal und auch nicht wirklich nervig. Die Vorstellungen begannen immer super pünktlich, die Pressekonferenzen waren gut geführt und die Wasservorräte der Kühlschränke waren immer gefüllt, im Gegensatz zum letzten Jahr, da gab es 3 Tage vor Festivalschluss keine einzige Miniflasche von dem Vöslauer Wässerchen mehr. Allein die Tatsache dass es Wasser umsonst gibt ist einfach nur großartig. Da merkt man doch, dass das Festival nunmehr 55 Jahre auf dem Buckel hat.

3. Der Spirit:
Es ist ganz komisch. Der Potsdamer Platz ist zu Berlinale-Zeit irgendwie ein besonderes Fleckchen Erde. Überall laufen Menschen mit Akkreditierungs-Badges durch die Gegend und man sieht Köpfe hinter Filmspezialzeitschriften verschwinden. Es entwickelt sich ein irres Zusammengehörigkeitsgefühl, ohne dass man jetzt die anderen Menschen kennen lernt. Dazu kommt, dass es so wie im letzten Jahr zwischendurch immer mal wieder geschneit hat, so legt sich doch ein ruhiges Feeling auf das hektische Treiben. Rituale stellen sich ein, so wie der Kaffee bei Starbucks zwischen den Pressevorführungen im Berlinale Palast oder die Currywurst Spezial in der Schlemmerecke im Untergeschoß. Das Großartige: Eigentlich haben viele einen ähnlichen Rhythmus, so dass ich schon fast wusste hinter wem ich in der Schlange stehen würde ;-).

Wer also von Euch irgendwann mal die Gelegenheit haben sollte, zur Berlinale zu kommen, fahrt hin, ihr werdet es nicht bereuen. Nur drei Dinge müsst ihr mitbringen. Eine Affinität zu Filmen jeglicher Art, gesunde Augen und gutes Sitzfleisch?

In diesem Sinne, habt Euch wohl?bis hoffentlich zur 56. Berlinale im nächsten Jahr.

Over and Out!

Eure Jenny


18. Februar 2005, Tag 9 der Berlinale

Mittlerweile ist Freitag und wir sind noch kein bisschen kinomüde, allerdings merkt man hier und da schon, dass wir so ca. 8-10 Stunden nur sitzen: Den einen tut der Rücken weh, den anderen die Knie, oder (so wie uns) die Augen, da diese unter den Kontaktlinsen nur noch kurz vor dem Schlafengehen ausreichend Sauerstoff bekommen.
Unsere Augen mussten heute auch einen absoluten Psycho-Schock Film aus Dänemark durchstehen: ?Anklaget? von Jacob Thuesen. Ein Vater wird von seiner pubertierenden Tochter beschuldigt, sie missbraucht zu haben. Er wird aus seinem ?heilen? Leben gerissen und in Untersuchungshaft gebracht. Er wird freigesprochen und wer jetzt glaubt, das war?s mit der Story liegt falsch, denn da fängt der Horror erst richtig an. Während des gesamten Films fragt man sich, worauf der Film hinaus will, da es völlig unnötig erscheint, so eine Geschichte aus der Sicht eines unschuldigen Vaters zu zeigen. Doch die entscheidende Wendung, die der Film nimmt, ließ uns das Prädikat ?Besonders wertvoll? vergeben.
Danach brauchten wir etwas locker-flockiges und sind in ?Hitch? gegangen, der neuste Will Smith Streifen, der außer Konkurrenz im Wettbewerb läuft und eine nette hollywoodtypische Romantik-Komödie ist und vom berüchtigten Date Doctor handelt. Endlich alles mal frei erfunden und erfrischend, genauso wie die anschließende Pressekonferenz, die sich als längste und lustigste entpuppte. Will Smith war in Höchstform, ließ seine Kollegen kaum zu Wort kommen, schäkerte mir den Journalisten und brachte sie nicht zuletzt damit auf seine Seite, dass er sich kurzerhand eine Journalistin schnappte und sie nicht nur abknutschte, sondern dabei auch noch zu Boden riss. Merke: Stellt nie eine provokative Frage an Will Smith...
Unser Abschlussfilm des Tages und auch der beste Film des Tages war ?Transamerica? vom Nachwuchsregisseur Duncan Tucker. Für einen amerikanischen Film war die Story ziemlich unkonventionell. Eine Transsexuelle steht kurz vor ihrer letzten OP um endlich eine ganze Frau zu sein. Dummerweise bekommt sie kurz vorher einen Anruf von ihrem 17-jährigen Sohn, von dessen Existenz sie bis dato nichts wusste. Sie holt den kleinen Stricher aus dem Knast in New York und fährt mit ihm quer durch Amerika, lässt ihn aber in der Annahme, sie wäre eine wohltätige Kirchentante. Der Film geht sehr sensibel mit dem Thema Transsexualität und ihre Außenwirkung um, ohne auf Leichtigkeit und Witz zu verzichten. Außerdem gab es endlich mal für uns was fürs Auge, da der Hauptdarsteller (der kleine Stricher) unglaublich süß war, wovon wir uns später auch noch live überzeugen konnten. Überhaupt ist das fast das Beste an der Berlinale. Nach den Filmen stehen meistens der Regisseur und ein paar Darsteller für Fragen zur Verfügung, auch bei öffentlichen Vorführungen.
Morgen ist unser letzter Tag auf der Berlinale und die Bärenverleihung ist nicht merh weit....

Also stay tuned und immer schön Kölncampus hören....

Grüße aus dem KC-Hauptstadt-Studio!

Eure Jenny und Diane


17. Februar 2005 Tag 8 der Berlinale

Nachdem wir uns einen Tag jenseits der Kinosäle aufgehalten haben um Interviews mit Nachwuchsregisseuren und -schauspielern zu führen (s. Tag 7), standen wir heute morgen frisch gestriegelt und gespornt um Punkt 8.45Uhr im Foyer des Berlinale Palastes. So früh am Tag ist das auch wirklich viiiiiieeel entspannter. Überhaupt haben sich die ? Kollegen? ein wenig abgeregt, kein Rumgezicke, keine Ellenbogenausfahrerei, keine Atemnot?nix. Demnächst reisen wir hier erst am 5. Tag an ;-).
Erster Film auf unserem Programm für heute: ?Sometimes in April?, der zweite Film, der im Wettbewerb läuft, der von dem Bürgerkrieg in Ruanda vor zehn Jahren handelt. Allerdings ist er der Einzige, der für den Wettbewerb relevant sein könnte, da der Film ?Hotel Rwanda? außer Konkurrenz hier an den Start geht. Jenny hat wieder geheult (hallo Taschentücher, da seid ihr ja wieder) und war total beruhigt, dass der Typ links in der Reihe vor ihr ebenfalls Rotz und Wasser geheult hat. Diane hingegen sieht sich solche Filme knallhart an, ohne auch nur ein Taschentuch zu benutzen (aber wenn man genauer hin schaut, ringt sie doch mit ihrer Fassung). Kurz zum Inhalt: Der Film beleuchtet das Schicksal einer Familie aus Ruanda, die im Bürgerkrieg auseinander gerissen wird, was exemplarisch für viele hunderttausende Familien ist. Im Gegensatz zu ?Hotel Rwanda? spielt dieser Film im Jahre 2004 und zeigt durch Rückblicke die Ignoranz der westlichen Welt im Bezug auf den Genozid und das persönliche Schicksal der Protagonisten. Eindrucksvolle Bilder, bewegende Szenen und endlich ein Film mit einer Dramaturgie, die nicht nach dreißig Minuten ihren Faden verliert. Wir waren begeistert und stecken ihn in die Kategorie ?Möglicher Gewinner des goldenen Bären?.
Im zweiten Film ?Solnze? (Die Sonne) von Regisseur Alexander Sokurov sind wir leider Gottes streckenweise eingeschlafen. Allerdings beide zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt. Soweit wir die Handlung im Nachhinein rekonstruieren konnten: Japan nach Ende des 2. Weltkriegs. Nach der Besetzung des zerstörten Japans wirft der Film seinen (fast) einzigen Blick auf das Leben des japanischen Kaisers Hirohito, der seinen Göttlichkeitsanspruch aufgeben muß/will/soll, wie auch immer. Im Vordergrund stehen aber die ellenlangen, nicht bewegten, einschläfernden Einstellungen, die die alltäglichen Rituale, Bräuche und Traditionen des Kaisers darstellen. Ein Kunstfilm der Extraklasse, der stilvoll und konsequent in einem kühlen blaugrau gehalten wurde. Für Liebhaber solcher Filme ohne wirkliche Handlung ein Leckerbissen. Für uns leider nichts.
Dafür war der nächste Film eher was für uns: Wes Andersons neuster Streifen ?The Life Aquatic of Steve Zissou?. Um ein Haar wären wir nicht in den Film gekommen, weil wir zu spät dran waren. Aber die Ticketabreisserin hatte einen guten Tag und so saßen wir in der ersten Reihe links außen in bemüht liegender Position.. Egal, es hat sich gelohnt. Comedy-Trash vom Feinsten. Laut gelacht hat man zwar nicht, aber ein Schmunzeln blieb den ganzen Film über im Gesicht. Wer schon immer mal wissen wollte, wie man einen Jaguarhai sucht, der sollte sich auf die Reise mit Steve Zissou und seiner Schiffscrew ( andere würden auch Filmteam dazu sagen) begeben.
Jenny?s letzter Film an diesem Tag war nicht wirklich eingeplant, aber mal spontan in einem Film zu sitzen ist auch nicht schlecht. ?The Love Crimes of Gillian Guess? vom Kanadier Bruce McDonald, der im klassischen Bärenjagen-Cowboy-Outfit erschien. Er schuf eine klasse Goofy-Comedy über die Kanadierin Gillian Guess, die in Kanada durch die Medien ging, da sie als Jury-Mitglied eines Gerichtes mit dem Angeklagten geschlafen hat. Herrlicher Stoff, im Musical/quietsch-pinken 60er Jahre Style. Genau das Richtige für 22.30 Uhr und so kann es dann auch beschwingt in einen weiteren, neuen Berlinaletag gehen?.

Bärigste Festivalgrüße

Eure 2 Hardcore-Cineasten Jenny und Diane


16. Februar 2005, Tag 7 der Berlinale

Heute kamen wir auf Teufel komm raus nicht in auch nur einen Film. Das lag allerdings nicht an unserem Willen, sondern an den Interviews mit Bettina Braun, Denis Moschitto, Nora Tschirner und Anno Saul. Damit Euch die Namen was sagen: Bettina Braun ist eine Kölner Filmemacherin, von deren neuen Film ?Was lebst Du?? wir Euch gestern berichtet haben, Denis Moschitto und Nora Tschirner (bekannt auch als MTV-VJane) spielen die Hauptrollen in dem neuen Culture-Clash Film ?Kebab Connection? und Anno Saul ist der Regisseur eben genau dieses Films.
Aufgrund der Interviews, die sich übrigens rein zeitlich total mit den Wettbewerbsfilmen überschnitten haben (grummel), kamen wir dann auch endlich mal in die Panorama Homebase Lounge. Ziemlich abgefuckte Räumlichkeiten mit mordslauter Kaffemaschine (für Radioaufnahmen suuuuuper), Lacksessel und Mattratzen auf Europaletten. Hauptsächlich wird dieser Ort für Interviews für die kleineren Independent-Filme benutzt und hat eine wirklich lauschige Atmosphäre (trotz Kaffemaschine). Das hat man dann auch an unseren Interviewgästen gemerkt, die sehr nett und auskunftsfreudig waren. Besonders Denis Moschitto konnte bei uns punkten. Der Kölner Schauspieler kennt nicht nur Kölncampus, sondern ist auch noch ein begeisterter Hörer unseres kleinen schnuckeligen Radiosenders. Alles in allem ein gelungener Tag?.und morgen gibt?s wieder Filme, Filme, Filme?

Liebe Grüße von der Berlinale?

Eure Jenny und Diane


15. Februar 2005, Tag 6 der Berlinale

Mittlerweile schreiben wir den sechsten Tag der Berlinale und je länger diese Filmreise hier andauert, desto mehr wird einem die Realität entzogen. Diane und ich reden nur noch von Filmen, Anfangszeiten, Berlinalebären und Starbucks-Kaffee und freuen uns über die Ergatterung heiß begehrter Tickets, wie über die Bestehung einer Prüfung. Schon lange haben wir keine Ahnung mehr, was auf dem Rest der Welt so los ist, aber wer will das auch schon wissen, wenn Kameraführung, Setdesign und schauspielerische Leistungen einen in seinen Bann reißen. Nachdem ich ja nun auch viele Wettbewerbsfilme gesehen habe, habe ich mich heute mal auf die deutschen Filme gestürzt. Was sich sogar als sehr angenehm herausstellte, da ich für die ersten beiden Filme, die in der Sektion German Cinema liefen, noch nicht einmal das Kino zu wechseln brauchte. Dafür war der erste Film auch schon älter: ?Sommersturm?, aber nachdem ich den Soundtrack schon 20 mal rauf und runter gehört habe, musste ich mir die Bilder dazu endlich mal anschauen. Der Film danach war ?Kebab Connection?, eine herrliche Kung-Fu Film/Beziehungskisten/Milieu Persiflage. Meine Lachmuskeln haben Regisseur Anno Saul mehrmals um Gnade angefleht. Morgen haben wir auch noch ein Interview zu dem Film, genauso wie zu dem Film ?Was lebst Du? von Bettina Braun, den Diane und ich uns heute Nachmittag zusammen angeschaut haben. Die Dokumentation über vier Jugendliche spielt in Köln und wird hier im Rahmen der Perspektive deutsches Kino gezeigt. Die Regisseurin hat 2½ Jahre die muslimischen Freunde begleitet, die an der Schwelle zum Erwachsenwerden befinden. Ein sehr gelungener Debütfilm, der es schafft, die vier Jugendlichen so zu beleuchten, dass beim Zuschauer das Gefühl erweckt wird, sie lassen ihn an ihrem Leben Anteil haben. Der letzte Film des Tages war ?Love + Hate?, ein englischer Film über die ?verbotene Liebe? zwischen Pakistani und Einheimischen in England. Der soziale Hintergrund wurde mit einer netten Geschichte ummantelt, die nicht nur die Liebesbeziehungen zweier Familien beschrieb, sondern auf die Beziehungen und Einstellungen innerhalb eines Familiengefüges und wie schwer es ist, aus den eigenen Familien auszubrechen, wenn man eine andere Meinung hat.
Insgesamt also ein sehr interessanter Kinotag. Morgen wird es bei uns eher interviewlastig, aber das ist ja auch schön?nun übergebe ich aber das Wort an Diane, die schon seit geraumer Zeit neben mir sitzt und noch zwei weitere Filme aus dem Ärmel schütteln kann :-)

Lieben Berlinalegruß?

Eure Jenny


Mein Tag fing um 9Uhr mit dem japanischen Wettbewerbsbeitrag ?Kakushi Ken ? Oni No Tsume? oder wie der englische Titel lautet ?Hidden Blade? von Regisseur Yoji Yamada an.
Harte Kost für so eine frühe Tageszeit. Die Geschichte spielt im alten Japan kurz bevor die westlichen Einflüsse auf das Land einbrechen. Ein auf dem Land lebender Samurai verliebt sich in sein ehemaliges Dienstmädchen, muss aber bevor er mit ihr zusammen sein kann noch eine Clan-Verschwörung aufdecken und einen alten Freund (ebenfalls Samurai) im Schwertkampf umbringen. Mit Sicherheit ein Film für Fans und Kenner der Samurai-Kultur und den Gebräuchen des alten Japans. Für mich haben sich die langen philosophischen Gespräche über Schwertkampf, Ehre und Stolz etwas zu sehr hingezogen. Der zweite Film den ich mir zu Gemüte geführt habe, war der dritte deutsche Wettbewerbsbeitrag ?Gespenster? von Christian Petzold. Übrigens der heißeste Favorit für den Goldenen Bären unter den deutschen Einreichungen.
Die introvertierte 15-jährige Nina wohnt in einem Heim wohnt und sehnt sich nach einer Familie, Geborgenheit und Sicherheit. Sie trifft auf Toni, die das komplette Gegenteil von ihr ist und sie streunen zusammen einen Tag und eine Nacht durch Berlin. Es entwickelt sich so etwas wie Verliebtheit zwischen ihnen, die aber nicht von langer Dauer ist. Auf ihrem Streifzug treffen sie auf eine Französin, deren Kind vor 15 Jahren in einem Berliner Supermarkt entführt wurde und nun glaubt in Nina ihre vermisste Tochter wieder zu erkennen. Das Drama lebt besonders von der starken Hauptdarstellerin, der Nachwuchsschauspielerin Julia Hummer. Mit unglaublicher Überzeugungskraft spielte sie alle anderen Darsteller an die Wand. Wohingegen sie in der anschließend pressekonferenz ehre enttäuschend war (Kategorie: Ich bin zu cool für diese Welt!)Für mich der stärkste deutsche Beitrag, aber mit Sicherheit kein Bären-Gewinner. Denn wie Jenny und ich schon erörtert haben, wäre es doch sehr unwahrscheinlich, dass ein zweiter deutscher Film in Folge den Goldenen Bären abstaubt und dass auch noch bei einer Jury, deren Vorsitz ein Deutscher innehat. So viel von mir zum heutigen Tag, mal sehen was der nächste bringt..

Eure Diane


14. Februar 2005 Tag 5 der Berlinale

Hiiiiiiilfe....wo sind die ganzen guten Wettbewerbsfilme hin. Entweder ich die liefen alle am Samstag, als ich krank war oder es gibt gerade ein kleines Festivaltief. Den ersten Film den Diane und ich uns heute angetan haben war "Le promeneur du Champ de Mars" (Der späte Mitterand) und handelt wie der Titel schon besagt von Mitterand kurz vor seinem Tod. Großes Problem: Der Film basiert auf dem umstrittenen Roman "La dernier Mitterand" und ist genau wie das Buch eine Mischung zwischen Wirklichkeit und Erfindung. Dadurch konnte ich kaum diesem dialoglastigen Film folgen, da ich den Inhalt eh nicht für bare Münze genommen hab. Die 116 Minuten dauerten Jahre und zwischendurch mußte ich aufpassen, dass ich nicht gleich völlig einschlafe. Dieser Film ist wirklich nur etwas für Mitterand und Frankreich Fans. Allerdings waren Diane und ich dann doch froh, dass wir den Weg in den Berlinale-Palast gefunden haben. Wir hatten uns nämlich einen Platz direkt hinter der Jury ergattert (Franka Potente und Roland Emmerich saßen direkt vor uns) und durften Zeuge werden einer wirklich komischen Situation (und man achte: Nur Presseleute saßen in dieser Vorstellung):
Typ neben Diane zu Typ neben mit der auch hinter Emmerich saß:
"Kannst Du mal Roland Emmerich um ein Autogramm bitten?" (reicht Typen DVD von The day after tomorrow")
Emmerich signiert.
Typ neben mir gibt DVD an anderen Typ zurück, holt eine Riesenfoto von Matt Damon zusammen mit Franka Potente aus der Tasche in doppelter Ausführung und fragt nun Franka P. ob sie das für ihn signieren würde. Macht sie tatsächlich auch noch.
5 Sekunden später reicht ein andere Typ neben Diane über uns hinweg Franka Potente sein Handy und fragt sie:
"Franka, könnten sie mir mein Handy signieren?"
Sie (völlig ungläubig): Ihr Handy???? Sind sie sicher???

Ja er war sich sicher und Diane und ich sind uns nun sicher, dass es tatsächlich dusselige Journalisten mit einem kranken Hang zum Fankult gibt.
Den Wettbewerbsfilm "Tickets", der "out of competition" läuft haben wir uns auch noch angeschaut, aber ich denke darüber wird Diane dann noch berichten. Ich war dann noch in dem Panoramafilm aus Irland "Adam and Paul" und war begeistert. Es geht um einen Tag im Leben der Dubliner-Junkies Adam und Paul. Wahnsinnig genialer englischer Humor gepaart mit irrer Beobachtungsgabe des Autors!!! Großartiges Kino. Das zeigt doch, dass Diane und ich uns ein wenig außerhalb des Wettbewerbs mal umschauen sollten. Morgen ist der deutsche Film mal dran....

Lieben Gruß vom Potsdamer Platz....

Eure Jenny


13. Februar 2005 Tag 4 der Berlinale

Heute war der erste Tag an dem Jenny und ich es geschafft haben, beide halbwegs fit auf der Berlinale zu sein! Und zur Feier des Tages haben wir uns die ersten zwei Filme auch gleich zusammen angeguckt.
Erster Film, der deutsche Wettbewerbsbeitrag von Regisseur Marc Rothemund "Sophie Scholl - Die letzten Tage". In der Hauptrolle die Nachwuchsschauspielerin und Hoffnungsträgerin des deutschen Films Julia Jentsch (zur Zeit übrigens noch mit "Die fetten Jahre sind vorbei" und "Schneeland" in den Kinos). Zur Story muss man nicht viel erzählen. Wer den Film "Die weiße Rose" von Michael Verhoeven aus dem Jahr 1982 kennt (Geschichtslehrer lieben diesen Film!), dem sei gesagt, "Sophie Scholl" behandelt die letzten 10Minuten dieses Films in gut zwei Stunden. Als Grundlage für das Drehbuch dienten erst viel später aufgetauchte Verhör- und Verhandlungsprotokolle. Klingt vielleicht etwas dröge, wars aber nicht. Und das lag vor allem an der sehr überzeugenden Hauptdarstellerin. Die schaffte es in den intimsten, traurigsten Szenen, wie zum Beispiel beim Abschied von den Eltern, dass reihenweise um uns herum die Taschentücher ausgepackt wurden. Und auch wenn hier einige Kollegen krank sind, sooo viele hatten mit Sicherheit keine Erkältungsrotznase..
Der zweite Wettbewerbsfilm heute spielte in einer ganz anderen Liga. "Reine Chefsache" von dem amerikanischen Regisseur Paul Weitz ("American Pie", "About a Boy"). In der locker-leichten Hollywoodkomödie gings um einen 51-jährigen Familienvater (Dennis Quaid), der sich plötzlich einem halb so alten karrieregeilen Chef ( Topher Grace) unterordnen muss, welcher sich auch noch an seine 18-jährige Tochter (Scarlett Johannson) ranmacht. Viel lässt sich und sollte man auch nicht dazu sagen, auch wenn es einige (wenige) Stellen gab, an denen man sich das Schmunzeln nicht verkneifen konnte. Ansonsten hat sich der Film besonders in der zweiten Hälfte sehr sehr hingezogen, die Moral von der Geschicht` war eigentlich auch schon nach 20 min klar und Scarlett Johannson sollte lieber wieder was Anspruchsvolleres drehen.
Mein Favorit war aber am heutigen Tag der Film aus der Reihe Perspektive Deutsches Kino "Weltverbesserungsmassnahmen" von den zwei Nachwuchsregisseuren Jörn Hintzer und Jakob Hüfner.
Originell und sehr witzig stellen sie mit Mitteln des Dokumentarfilms Menschen in Deutschland vor, die mit ihren Ideen und Visionen versuchen die Welt zu verbessern. Ein Beispiel nur: Es gibt 5 Millionen Einzelkinder in Deutschland, die der Gesellschaft auf Dauer nur schaden würden, weil sie sich alle zu egoistischen, harmoniesüchtigen Feiglingen entwickeln werden. Warum also nicht durch eine ABM die 5 Millionen Arbeitslosen hierzulande in speziellen Weiterbildungsprogrammen zu Leihbrüdern -und Schwestern ausbilden? Wie das funktioniert, zeigt
"Weltverbesserungsmassnahmen". Auch wenn man dem Streifen anmerkt, das er erst letzte Woche fertiggestellt wurde und noch nicht ganz reif fürs Kino ist, wird er sich mit Sicherheit zu einem der Publikumslieblinge der Berlinale entwickeln. Also meiner ist er jetzt schon und ich hoffe, dass er bald zu uns nach Köln kommt, immerhin wurde eine Episode auch hier gedreht!
Weils heute so viel zu sehen gab, gehts morgen dafür zum Nachwuchs auf den Talent Campus.

Das wars soweit von mir, machts gut!

Eure Diane

Jennys Kommentar:
Da Diane ja schon viel erzählt hat, hier nur noch ein paar Side-Kicks von mir:
Ich besitze keine Taschentücher mehr. Zum einen, wegen diesen komischen Niesanfällen und zum anderen, weil ich wie ein Schloßhund bei dem Film "Sophie Scholl" durchgeheult habe. Mit mir aber 'zig andere, jawohl. Das erkennt man nämlich wunderbar daran, dass die sonst schon vor den Credits aufspringenden Journalisten diesmal bis ganz zum Schluß sitzen geblieben sind...um sich zu restaurieren. Männlein wie Weiblein...in Echt...der Typ rechts neben mir war sogar der lauteste Schluchzer in unserer Reihe! Der FIlm ansich war aber auch wirklich sehr ergreifend und kurzweilig, trotz 120 Minuten Länge und den vielen Verhören, die beim Überfliegen der Kurzinfo zu diesem Film einem eher einen Schrecken einjagen. Die Dramaturgie ergab sich dann auch wirklich aus dem Material selbst, wie der Regisseur auf der Pressekonferenz erwähnte. Durch detaillierte Recherche, zum Beispiel bei der jüngeren Schwester von Sophie Scholl und vielen Zeitzeugen und natürlich mit Hilfe des neuen Materials von über 60 Seiten Verhöraufzeichnungen, ist es gelungen, Sophie Scholl und Ihre Wegbegleiter der letzten 10 Tage, sehr authentisch darzustellen. Selbst Nazi-Richter Freisler ist realistischer als man annehmen könnte, wenn man das Original-Freisler-Material nicht kennt, spätestens dann, wenn man aus der Pressekonferenz erfährt, dass der Film vor 10 Tagen den Zeitgenossen und Hinterbliebenen gezeigt wurde und eine Frau sich wunderte, dass der Freisler noch recht milde dargestellt wurde...Zum zweiten Wettbewerbsfilm "In good Company" kann ich nur 2 Sachen zu sagen: 1. Hollywood pur und nicht berlinalewürdig und 2. Scarlett Johannson entwickelt sich zurück (traurigtraurig)

Mal sehen was der morgige Tag so bringt...

Dicken Berlinalegruß

Eure Jenny


12. Februar 2005 Tag 3 der Berlinale

Mein erster Tag auf der Berlinale! Eigentlich bin ich ja immer noch krank, aber nicht mehr so schlimm, dass es mich noch länger im Bett gehalten hätte. Zu groß war die Angst noch mehr Filme zu verpassen. Blöderweise hat es nun Jenny umgehauen, heute war sie dran mit Bett, Wärmeflasche und Thermometer hüten (Husten, Schnupfen, Gliederschmerzen...suchts euch raus..).
Zunächst einmal war ich übrigens nicht die einzige die kurz vor den Pressevorführungen noch mal aufs Klo verschwunden ist um sich mit diversen Anti-Erkältungskram vollzupumpen aus Angst während der Vorstellung am Husten zu ersticken oder den Vordermann beim Niesen das Hinterhaupt vollzurotzen. Es kursiert hier sogar eine Geschichte, dass ein junge erkältete Journalistin während eines Films im dunklen Kinosaal verzweifelt nach dem Nasenspray in ihrer Handtasche gesucht hat, aber aus Versehen ihren Türschloßenteiser in die Finger ?
Zurück zu den Filmen.
Ich habe mir heute zwei Wettbewerbsfilme vorgenommen. ?Le Temps Qui Changent? von einem Altmeister des französischen Kinos, Andre Techiné. In den Hauptrollen zwei der größten Stars Frankreichs, die immer noch schöne Catherine Deneuve und der immer noch sehr beleibte Gerard Depardieu. Sie spielen ein ehemaliges Liebespaar, das sich nach 30 Jahren in Tanger wieder sieht, aber nicht aus Zufall, sondern weil er es so eingefädelt hat und sie zurückerobern will. Zunächst will sie nicht, weil sie ja noch Mann und Sohn hat. Der Sohn ist übrigens schwul, was der Vater nicht weiß, der glaubt nämlich die tablettenabhängige arabische Freundin sei seine ?echte? Freundin, ist sie aber nicht. Sie sind nämlich mehr wie Bruder und Schwester, denn er hilft ihrer richtigen Schwester, die strenggläubige Moslemin ist und auch in Tanger wohnt, finanziell ein wenig aus. Sein Vater, also der Film-Ehemann von der Deneuve, hilft plötzlich auch mit und findet irgendwie Gefallen an der strenggläubigen Schwester und sie an ihm. Er ist sowieso frustriert, weil seine Ehefrau nicht mit ihm nach Casablanca ziehen will. Das wollt sie sowieso nie, aber jetzt erst recht nicht, weil ihre große Liebe ja wieder da ist. Soviel zum Inhalt, keine Sorge, ich hab nicht zuviel verraten, da passiert noch viel mehr, eben typisch französisch.. Ein 98-minutenlanges emotional dichtes Schauspielerdrama, mit sehr guten Darstellern und schöner, auch afrikanischer Musik.
Lustiger wurde es in dem zweiten Wettbewerbsfilm, den ich heute gesehen habe, Hannes Stöhrs ?One day in Europe?, einer von drei deutschen Wettbewerbsbeiträgen.
Worum geht?s? Es ist ein Episodenfilm, der vier Geschichten in vier europäischen Städten erzählt, die alle am selben Tag zur selben Uhrzeit spielen. Es ist Champions-League-Finale in Moskau, es spielen Galatasaray Istanbul gegen Deportivo la Coruna (für alle Fußballfans, ja, es ist ein fiktives Endspiel!!). In der russischen Hauptstadt, in Istanbul, in der Pilgerstadt Santiago de Compostela und in Berlin ereignen sich vier Diebstähle in die ausländische Reisende verwickelt sind. Auf vier europäischen Polizeiwachen herrscht bald baylonisches Sprachengewirr, die Reisenden sind verzweifelt und die Polizisten wollen Fußball gucken.
Irgendwie hat mich der Film ein wenig an Jim Jarmuschs ?Nights on Earth? erinnert (fünf Städte, fünf Taxifahrer, dieselbe Nacht?). Egal, amüsant wars trotzdem, aber so richtig vom Hocker, bzw. Kinosessel gerissen hat er mich nicht. Auf der darauffolgenden Pressekonferenz machte Regisseur Stöhr noch darauf aufmerkam, dass der englische Titel auf zwei Arten zu übersetzen sei, einmal in ?Ein Tag in Europa? und ?Eines Tages in Europa?, aha! Ausserdem seien englische Titel eh praktischer um den Film international besser verkaufen zu können, aha,aha!
Morgen geht?s weiter mit Wettbewerbsfilmen, dann ist unter anderem Marc Rothemunds ?Sophie Scholl? dran. Ausserdem habe ich mir die Perspektive Deutsches Kino vorgenommen und den ?Talent Campus?, dort wird es einen Vortrag von der französicshen Regisseurin Catherine Breillat geben zum Thema ?Directing Sex?, very interesting?
Mal sehen, ob das die Jenny wieder aus dem Bett lockt..

Bis dahin, bleibt gesund!!

Eure Diane


11. Februar 2005 Tag 1 (äh...eigentlich Tag 2) der Berlinale

Yeeeees, endlich wieder Berlin, endlich wieder Berlinale. Wurde aber auch so langsam Zeit, meine Augen sind schon völlig abgeheilt und freuen sich nun auf diesen Filmmarathon der Extraklasse. Gestern sind Diane und ich (nach 8 Stunden Autofahrt, davon 2 Stunden in Berlin selbst, da ständig irgendwelche Straßen abgesperrt waren - jaja, Diplomatenstadt halt - ) völlig fertig in unserer neuen Heimat, zumindest für die nächsten 10 Tage, angekommen.
Leider haben wir es dann nicht bist zur Festivaleröffnung geschafft, aber aus verlässlicher Quelle haben wir einen kurzen Überblick über die Premier erhalten :-)

1. Der Film "Man to Man" war ein würdiger Eröffnungsfilm
2. Jede Menge Stargrößen waren da, so wie Jerry Lewis, Joseph Fiennes und Kristin Scott Thomas (die Hauptdarsteller von Man to Man) oder Franka Potente und Roland Emmerich (Beide sind Jury-Mitglieder in diesem Jahr, Roland Emmerich ist sogar der Präsident der Jury)
3. Das Catering war bodenlos positioniert, so direkt am Ausgang des Saales, was dazu führte, dass die meisten Leute für über eine halbe Stunde nicht aus dem Kino kamen...

Aber nun zu heute: Trotz Erkältung habe ich mich dann nun doch zum Potsdamer Platz geschleppt (Diane hat es total dahingerafft, Fieber, Husten, Schnupfen..sucht´s Euch aus...wir haben halt die Kölner Grippewelle mit nach Berlin gebracht). Dort angekommen habe ich festgestellt....es hat sich rein gar nichts verändert!!! Das Musical-Theater macht sich bezaubernd als Berlinale Palast, der Pressecounter ist immer noch im Superhotel Hyatt an derselben Stelle, die Firma Vöslauer sponsored wie im letzten Jahr Kaltgetränke in Form von gediegenen Wassersorten (mein Favorit ist Rosen-Granatapfelwasser), die "Wassernachfüller" kommen wieder einmal nicht damit nach, diese Wasserfläschchen nachzufüllen, da jeder Journalist alle 3 Minuten halb am Verdursten ist (mag am Umsonst-Faktor liegen), und die Dame am Ticketschalter ist nach wie vor noch genause rüde, wie im letzten Jahr. This same procedure löst irgendwie ein heimeliges Gefühl aus....

Genauso wie der Berlinale Trailer, der vor jedem Film gezeigt wird mit sehr angenehmen Sound, der nach mehr verlangt. Und mehr bekam ich dann heute auch:
Mein erster Berlinalefilm in diesem Jahr war "Asylum" eine Amerikanisch/Irländische Koproduktion von Regisseur David MacKenzie. Allerdings war der Film eher very british. Er spielt in England der fünfziger Jahre. Die Frau eines Psychiaters verliebt sich in einen Patienten der Klinik. Edgar (der Patient) sitzt in der Anstalt, weil er seine Frau durch seine krankhafte Eifersucht brutal ermordet hat. Die zunächst heimliche Beziehung zieht dramatische Folgen mit sich, die leider immer vorhergesehener werden, je mehr diese Beziehung entdeckt wird. Am Anfang lebt der Film noch von der Portraitierung der englischen feineren Gesellschaft, die einem oft ein Schmunzeln ist Gesicht zaubert. Doch damit sind die Vorzüge des Films leider ausgeschöpft, denn was bringt es mir, wenn ich nach der Hälfte des Filmes schon weiß wie es enden wird??? Nichts...eben....
Da war "Hotel Rwanda" schon eine ganz andere Nummer. Regisseur Terry George beleuchtet den Bürgerkrieg zwischen den regierenden Hutu-Milizen und den Rebellen der Tutsi, der 1994 in Ruanda ausbrach und von dem die westliche Welt kaum Notiz nahm. Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit und beleuchtet die Erfahrungen eines Hotel-Managers, der Hunderten von Tutsi das Leben rettete. Ein stark-bewegender Film, der leider Gottes schon in Amerika gelaufen ist, für den Oscar nominiert ist und somit nicht im Wettbewerb läuft....

2 Filme habe ich heute leider nur geschafft, aber Morgen ist Diane wieder mit von der Partie und Ihr bekommt die doppelte Dröhnung...

kränkelndhustend aus Berlin...

Eure Jenny